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Studie: Privaten Autokäufern vergeht Lust auf Neuwagen und Diesel

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15.08.2019 | 12:13

FRANKFURT (dpa-AFX) - Den deutschen Konsumenten vergeht die Lust auf neue Autos. Bei einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage der Tankstellenkette Aral erklärten nur noch 14 Prozent der Befragten, sich in den kommenden 18 Monaten einen Neuwagen anschaffen zu wollen. Dazu kommen noch 21 Prozent, die in dem Zeitraum einen Jahres- oder Gebrauchtwagen kaufen wollen. Zum Vergleich: Bei der Vorgängerstudie aus dem Jahr 2017 wollten noch 25 Prozent einen Neuwagen, einschließlich der Gebrauchten planten 41 Prozent die Anschaffung eines Autos. Aral-Studienleiter Peter Sauermann spricht dennoch auch für 2019 von einer robusten Nachfrage für die kommenden 18 Monate.

Bei insgesamt schwächerem Publikumsinteresse haben besonders Autos mit Dieselantrieb einen schweren Stand. Die Debatte um Umweltbelastungen und Fahrverbote hat tiefe Spuren hinterlassen. So gaben 37 Prozent der potenziellen Neu- und Jahreswagenkäufer an, sich wegen der Diskussion gegen einen Selbstzünder zu entscheiden. Weitere 43 Prozent lehnen Diesel sowieso ab oder interessieren sich nicht.

Bei der Frage nach der Antriebsenergie des nächsten Autos halten sich Zweifel an der Alltagstauglichkeit vollelektrischer Autos, die nur für 7 Prozent der Befragten bei der nächsten Anschaffung passen. Stattdessen setzt der Benzin-Ottomotor seinen Siegeszug fort und wird nun von 55 Prozent genannt. Das sind 13 Punkte mehr als 2015 vor der Diesel-Krise. In der gleichen Spanne ist das Interesse an Dieselautos von 31 auf 12 Prozent gesunken. Erstmals überholte der Hybridantrieb aus Elektro- und Verbrennungsmotor mit 17 Prozent die vor allem bei den deutschen Herstellern verbreitete Diesel-Technologie.

Allerdings werden auf dem deutschen Markt die Selbstzünder ohnehin mehrheitlich von Flottenbetreibern zugelassen. Die Firmen- oder Mietwagen gelangen dann erst mit einiger Verzögerung als Gebrauchte zu den Privatleuten. Nach Zahlen des Kraftfahrtbundesamtes waren zum Jahresbeginn gut 15 Millionen Diesel-Autos zugelassen, ein Anteil von 32,2 Prozent an allen Pkw. An den Erstzulassungen machten sie nach einem deutlichen Abschwung mit gut 1,1 Millionen Stück noch einen Anteil von 32,3 Prozent aus.

In der Umfrage zeigt sich auch der Frust der Kunden über den Diesel-Skandal: Knapp die Hälfte der Dieselfahrer (49 Prozent) geben an, dass sie nach eigener Einschätzung von Fahrverboten betroffen wären. Eine Nachrüstung der Abgasreinigung ist für die Menschen keine befriedigende Lösung. Vor die Wahl gestellt würden 99 Prozent ihr Fahrzeug lieber gegen ein sauberes Modell eintauschen als es umbauen zu lassen.

Anspruchsvoll zeigen sich die Autofahrer bei Elektroautos, die 7 Prozent als nächsten Wagen einplanen. Mit unveränderten 55 Prozent kann sich eine Mehrheit zwar grundsätzlich vorstellen, ein Elektroauto zu kaufen. Im Schnitt erwarten die Kunden aber eine Reichweite von 531 Kilometer, 68 Kilometer mehr als vor zwei Jahren. 42 Prozent halten eine Ladedauer von mehr als einer halben Stunde noch für akzeptabel. Von beiden Anforderungen sind die meisten aktuellen Modelle weit entfernt. Nur 18 Prozent können sich vorstellen, in einem selbstständig fahrenden Auto Platz zu nehmen.

Die BP-Tochter Aral mit 2400 Tankstellen in Deutschland testet derzeit an fünf Standorten Ultra-Schnellladesäulen. Die Nachfrage laufe noch etwas schleppend, werde aber anziehen, meinte Sauermann. "Wir errichten und betreiben die Ladesäulen selbst und wollen daraus ein funktionierendes Geschäftsmodell entwickeln", ergänzte Aral-Sprecher Detlef Brandenburg. Der Ladesäulen-Ausbau werde mit der Nachfrage abgeglichen./ceb/DP/mis

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© dpa-AFX 2019
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