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Unklare Richtung bei DAX und Dow: Ab wo fällt eine Entscheidung?

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16.06.2019 | 20:42

Mit 0,4 Prozent hat sich der DAX (ISIN DE0008469008 | WKN 846900) prozentual genau so stark (oder schwach) wie der Dow Jones an der Wall Street entwickelt. Das langsame Tempo der Aufwärtsbewegung spricht nicht für einen starken Gesamtmarkt, sondern eher für die Unentschlossenheit der Marktteilnehmer.

Im Dow Jones war es die runde Marke von 26.000 Punkten, die uns in der vergangenen Handelswoche gefesselt hatte. Zwischenzeitliche Abgaben waren ebensowenig nachhaltig, wie der Ausflug über 26.200 Punkte am Montag und bis zu 26.256 Punkten am Dienstag. Sinnbildlich dafür stand die zweite Wochenhälfte. Hier fanden die Markteilnehmer immer wieder Gründe, um knapp unter bzw. schon an der 26.000er-Marke aktiv zu werden. Mittwoch und Donnerstag lag das Tagestief bei genau 25.960 Punkten und im folgenden Chartbild sehen Sie die 26.000 an den letzten beiden Handelstagen als Auffangmarke deutlich:

 

 

Damit hat sich der Aufwärtstrend aus der Vorwochenanalyse nicht fortgesetzt und eine typische Konsolidierung ist eingetreten. Zu den Gründen komme ich noch im zweiten Teil der Analyse. Diese Seitwärtsphase kann man im Stundenchart sehr deutlich sehen:

 

 

Ein sehr ähnlicher Verlauf war im Deutschen Aktienindex zu beobachten. Nach einem sportlichen Wochenstart konnte gleich am Dienstag mit 12.227 Punkten der erste Widerstand aus dem Chartbild der Vorwoche (DAX-Ziel) angelaufen werden (Rückblick):

 

 

Danach konsolidierte der Markt und beendet die Handelswoche erneut in der dort gezeigten roten Zone. Im Update des Bildes sieht man somit auch hier eine Unentschlossenheit der Marktteilnehmer:

 

 

Was in diesem Chartbild ebenfalls deutlich wird: Der DAX hat sein GAP vom Wochenstart erneut beeindruckend geschlossen. Eine schnelle Bewegung am Donnerstag sorgte hierbei noch einmal für ein „Aufbäumen“ und eine Annäherung an den Widerstand um 12.210 Punkte.

 

 

Mit abnehmendem Umsatz pendelte sich der Markt jedoch dann wieder um 12.100 Punkten ein und hat sich damit für den Ausblick auf die neue Handelswoche keine neuen Signale erarbeiten können.

 

Basierend auf den gezeigten Charts ist erst bei einer Überschreitung der 12.220 wieder mit mehr Aktivitäten auf der Kaufseite und einem übergeordneten Kaufsignal zu sprechen. Dann stände das zweite Ziel auf der Oberseite (analog zum Chartbild von vergangener Woche) auf dem Plan:

 

 

Für eine solche Bewegung bedarf es jedoch einem Impuls aus Amerika. Ob dieser eine weitere Entspannung im Handelsstreit oder die Beilegung des jüngsten Konfliktes mit dem Iran sein wird, kann niemand vorab beurteilen. Immerhin stellt sich die Wirtschaft bzw. einige große Unternehmen aus den USA gegen den US-Präsidenten und üben öffentlich Protest – die BoerseARD berichtete über einen öffentlichen Brief von 500 Unternehmen. Spitzt sich hier die Lage zu, rechnen Ökonomen mit der Eintrübung der Weltwirtschaft. Gabriel Felbermayr bringt es mit diesen Worten recht gut auf den Punkt:

„Das Hauptproblem ist die Unsicherheit, die Trump schafft. Man weiß nicht, welches Land demnächst in sein Visier gerät“

Entsprechend hellhörig waren bereits die Aktienmärkte, welche der wirtschaftlichen Entwicklung häufig vorauslaufen. Sollte sich dieses Empfinden verstärken, sind folgende Marken für mich die ersten Ziele auf der Unterseite.

 

Zuerst kann der Bereich um die 12.000 (genauer 11.980 bis 12.020) notiert werden, gefolgt von der 11.930 und der 11.830. Im gleichen Chartbild wäre dies dann bereits eine „Gefahrenzone“, denn gerade bei Themen wie Krieg oder internationalen Sanktionen reagieren die Märkte sehr sensibel. Achtsamkeit ist hierbei notwendig und entsprechende Orders an den genannten Marken möglich:

 

 

Auf den Dow Jones übertragen ist ein Ausbruch aus der Konsolidierung dann ebenfalls das nächste große Handelssignal. Es läge in Punkten skizziert bei 26.230 auf der Oberseite und 25.960 auf der Unterseite:

 

 

Zwischen diesen Marken dürfte sich das Range-Trading wieder als empfehlenswertes Setup erweisen. Hierbei wird mit einem engen Stopp auf die Fortsetzung einer etablierten Handelszone spekuliert und somit im unteren Bereich gekauft und im oberen Bereich verkauft. Solange diese Range fortgesetzt wird, sind hierbei unter Beachtung des Risikomanagements oftmals kleinere, aber dafür recht schnelle Gewinne im Trading realisierbar. Erst bei einem Bruch heisst es mental umzuschalten und das Szenario schnell zu verwerfen. Auf keinen Fall sollte man hier stur noch einmal auf ein Eintauchen in eine Range setzen!

 

An drei Bereichen der Vorwoche habe ich Ihnen den Wechsel von Trading-Range und Ausbrüchen im 15-Minuten-Chartbild XETRA von JFD einmal dargestellt:

 

 

Konkreter muss man dies am jeweiligen Handelstag entscheiden und diskutieren. Hierzu ist die Wochenanalyse der falsche Ort und vielmehr der Trading-Chat ein idealer Treffpunkt.

 

Ob dies immer gelingt und „Das schnelle Geld“ so einfach mit Trading erreichbar wird, klären eine Menge erfahrene Referenten am 21. Juni im „Trading Day 2019“. Reinschauen lohnt sich von überall und ist bequem von jedem Ort im Webinarformat möglich.

 

 

Neben den politischen News, auf die man im Trading entsprechend reagieren kann, sind in jeder Woche feste Termine im Wirtschaftskalender verzeichnet. Ein kurzer Blick sei hier zum Ende des Wochenausblicks noch aufgeführt.

  • Dienstag 11.00 Uhr Deutschland ZEW-Umfrage
  • Mittwoch 10.30 Uhr England Verbraucherpreise
  • Mittwoch 20.00 Uhr US-Notenbanksitzung mit Zinsentscheid und Livetrading-Webinar
  • Donnerstag 13.00 Uhr Zinsentscheid der Bank of England
  • Freitag 10.00 Uhr Eurozone Market PMI

Kommen Sie gut durch diese heiße Sommerwoche und behalten Sie im Trading zumindest einen kühlen Kopf.

 

Ihr Andreas Mueller (Bernecker1977)

 

 

Risikohinweis: Der Handel mit Finanzprodukten ist risikoreich. Sie können Ihr eingesetztes Kapital verlieren. Diese Analyse ist keine Handelsempfehlung und enthält lediglich unverbindliche Analysen und Prognosen zu den gegenwärtigen und zukünftigen Marktverhältnissen. Sämtliche in dieser Publikation getroffenen Angaben dienen der Information. Sie dürfen nicht als Angebot oder Empfehlung für Anlageentscheidungen verstanden werden.

 

 

andreasmueller
Andreas Mueller ist unter dem Pseudonym ,,Bernecker1977" als Trader, Referent und Coach seit 2001 aktiv. Er handelt seit rund 20 Jahren Indizes, Devisen und Rohstoffe an der Börse mit Futures, Derivaten und CFDs. Dabei basiert sein Trading auf Sentimentdaten und Charttechnik. Als studierter Diplom-Kaufmann streut Andreas Mueller seine Erfahrungen u.a. auf wallstreet-online seit dem Jahr 2005 in den ,,Tages-Trading-Chancen" ein und ist dort Ansprechpartner für alle börsenrelevanten Fragen.

 

Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse AG


© Markteinblicke.de 2019
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