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Aktien Osteuropa Schluss: Gemeinsame Richtung fehlt

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12.07.2018 | 19:24

MOSKAU/BUDAPEST/PRAG/WARSCHAU (dpa-AFX) - Die wichtigsten osteuropäischen Börsen haben am Donnerstag keine gemeinsame Richtung gefunden. Lediglich die Handelsplätze in Warschau und Budapest folgten der positiven Entwicklung an der Wall Street und den großen europäischen Aktienmärkten.

Der russische RTS-Index verlor 0,75 Prozent auf 1177,50 Punkte.

Dagegen stieg der Warschauer Wig-30-Index um 0,28 Prozent auf 2485,55 Punkte. Der breiter gefasste Wig gewann 0,23 Prozent auf 56 671,44 Zähler.

In den Fokus der Anleger rückten jüngste Konjunkturdaten. Wegen der wachsenden Spannungen mit US-Präsident Donald Trump rechnet die EU-Kommission mit einem schwächeren Wirtschaftswachstum in Europa als ursprünglich angenommen. Das Bruttoinlandsprodukt werde im laufenden Jahr in den 19 Ländern der Eurozone und auch in der gesamten EU lediglich um 2,1 Prozent zunehmen, teilte die Brüsseler Behörde mit. Im Frühjahr war sie noch von 2,3 Prozent ausgegangen. Für 2019 blieben die Daten gegenüber der Frühjahrsprognose unverändert bei je 2,0 Prozent für die Union und das Währungsgebiet.

Polen kann 2018 mit einem Wachstum von 4,6 Prozent rechnen. Für 2019 blieb die Prognose bei 3,7 Prozent. Der harmonisierte Verbraucherpreisindex wird für 2018 bei 1,3 Prozent erwartet und 2019 bei 2,6 Prozent.

Unterdessen verliert die polnische Industrieproduktion an Fahrt. Während sie noch im April um 9,3 Prozent anstieg, konnte sie im Mai im Jahresvergleich nur um 5,4 Prozent zulegen, wie aus den Daten der polnischen Statistikbehörde (GUS) hervorgeht. Im Monatsvergleich wuchs die Industrieproduktion um 1,6 Prozent, nach 6,8 Prozent im April.

Bei den polnischen Einzelwerten legten Bank Millennium um 2,58 Prozent zu und CD Projekt stiegen um 3,47 Prozent. Hingegen folgten die Öl- und Gaswerte dem schwachen Europatrend der Branche: So verloren JSW 1,11 Prozent. PKN Orlen mussten 1,58 Prozent abgeben. Dagegen legten KGHM um 0,38 Prozent zu.

In Prag Börse sank der tschechische Leitindex PX um 0,47 Prozent auf 1083,17 Zähler. Das Handelsvolumen lag wie am Vortag bei 0,56 Milliarden tschechischen Kronen. Innenpolitische Tumulte gaben dem Index keine entscheidenden Impulse.

Die Minderheitsregierung von Ministerpräsident und Milliardär Andrej Babis hat in der Nacht auf Donnerstag eine Vertrauensabstimmung gewonnen. Für das Kabinett aus Babis' liberal-populistischer ANO und Sozialdemokraten stimmten auch die Kommunisten. Acht Monate nach der Parlamentswahl Ende Oktober 2017 hat Tschechien damit eine Regierung, die sich auf eine Mehrheit stützen kann.

In einem Branchenvergleich zeigten sich vor allem die tschechischen Bankwerte schwächer: Erste Group verloren 0,27 Prozent und Komercni Banka 0,74 Prozent, Money Moneta sogar 1,47 Prozent. Ebenfalls auf der Verliererseite stand die Versorgeraktie CEZ, die den Handelstag mit einem Kursabschlag von 1,22 Prozent beendeten. Fester notierten hingegen die Papiere des Softwareherstellers Avast (plus 2,92 Prozent).

Die Budapester Börse beendete derweil am Donnerstag ihre Verlustserie von fünf Tagen und schloss fester: Der ungarische Leitindex Bux stieg um 1,21 Prozent auf 35 485,87 Punkte. Das Handelsvolumen belief sich auf 10,5 (zuletzt: 9,5) Milliarden Forint.

Bei den Einzelwerten verloren die Papiere von Opus 0,6 Prozent. Hingegen stiegen die Aktien von Takarek Jelzalogbank um 3,8 Prozent. Auch die Bux-Schwergewichte präsentierten sich mit Kursaufschlägen, allen voran die Titel von Mol mit einem Plus von 2,55 Prozent./mad/APA/gl/nas


© dpa-AFX 2018
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