Log-in
E-Mail
Passwort
Merken
Passwort vergessen?
Werden Sie kostenlos Mitglied
Anmelden
Anmelden
Neukunde
Unser Angebot
Einstellungen
Einstellungen
Dynamische Kurse 
OFFON

MarketScreener Homepage  >  News  >  Wirtschaft & Devisen  >  Alle News

News : Wirtschaft & Devisen
Aktuelle NewsUnternehmenMärkteWirtschaft & DevisenRohstoffeZinssätzeBusiness LeadersTermineSektoren 
Alle NewsWirtschaftDevisenPressemitteilungen

'Anwalt der Industrie': Altmaier will neue Konzerne 'Made in Germany'

share with twitter share with LinkedIn share with facebook
share via e-mail
0
05.02.2019 | 13:39

BERLIN (dpa-AFX) - Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) will mit verstärkter staatlicher Hilfe Arbeitsplätze in Deutschland sichern und den Rahmen bereiten für den Aufbau neuer Großkonzerne. Feindliche Übernahmen sollen notfalls über staatliche Beteiligungen verhindert werden. In sehr wichtigen Fällen könne der Staat "für einen befristeten Zeitraum als Erwerber von Unternehmensanteilen auftreten", betont Altmaier in der am Dienstag in Berlin vorgestellten "Nationalen Industriestrategie 2030". Dafür komme die Schaffung eines Fonds in Betracht, heißt es in dem Papier.

Er sei bei den Überlegungen sehr geprägt von der Entwicklung bei dem Robotikhersteller Kuka, bei dem ein chinesisches Unternehmen nun das Sagen hat. Altmaier sagte, im Wettbewerb zwischen Asien, den USA und Europa sei das Schaffen von neuen "nationalen wie europäischen Champions" notwendig. Altmaier will die Strategie nun mit Politik, Unternehmen, Verbänden und Gewerkschaften beraten. Am Ende soll eine neue Industriestrategie der Bundesregierung stehen.

Der Minister will auch durch verlässliche Rahmenbedingungen, wie vertretbare Energiepreise, niedrige Steuern und eine Abgabenlast unter 40 Prozent Konzerne in Deutschland stärken und angesichts der Konkurrenz gerade mit China die Weichen für einen Erhalt von Wohlstand und Arbeitsplätzen stellen. Es sei Anlass zur Sorge, dass in Deutschland kaum noch neue Großkonzerne entstehen, "stattdessen frühere Weltmarktführer wie AEG oder Grundig schon lange ihre Stellung verloren haben", heißt es in dem Papier. In den USA und China seien dagegen "in den letzten 20 Jahren zahlreiche neue große Weltmarktkonzerne entstanden." Dadurch entstehe neue Wertschöpfung.

Altmaier gab als Ziel aus, dass der Anteil der Industrie an der Bruttowertschöpfung bis 2030 auf 25 Prozent und in der EU auf 20 Prozent steigen soll. Er wandte sich gegen Vorwürfe, dass der Staat hier zu sehr eingreifen wolle. "Wir haben in letzter Zeit zu viel über die kleinen Fragen dieses Landes diskutiert und zu wenig über die großen Fragen." Ohne China beim Namen zu nennen, sprach er von einem aggressiven Auftreten einiger Staaten. Die Bundesregierung hat als Antwort auf einen versuchten Einstieg eines chinesischen Staatskonzerns beim großen Stromnetzbetreiber 50Hertz bereits die Hürden für Einstiege in sensiblen Branchen erhöht.

Es gebe eine gewaltige Dynamik in den neuen Industriezweigen, etwa bei der Elektromobilität, der Digitalisierung und bei der Künstlichen Intelligenz, der nach Meinung von Experten "größten Innovation seit Erfindung der Dampfmaschine". Wer die Entwicklung verschlafe, werde "die verlängerte Werkbank der Anderen sein". Zugleich betonte er: "Ich bin ein überzeugter Anhänger der sozialen Marktwirtschaft, und ich bin ein Bewunderer von Ludwig Erhard."

In Deutschland führt er als Vorbilder Siemens, ThyssenKrupp, die Autohersteller und die Deutsche Bank an, als Erfolgsgeschichte auf EU- Ebene den Flugzeugbauer Airbus. Um deren Zukunft zu sichern, sollen Fusionen und Übernahmen leichter möglich sein. Aber ein solches, vor der Entscheidung stehendes Projekt könnte scheitern: Die geplante Zugfusion von Siemens und Alstom könnte wegen Bedenken der EU-Kommission untersagt werden. Altmaier betonte, gerade in die Zuginfrastruktur in Europa müsse massiv investiert werden.

Schon früher gab es Versuche für Bündnisse zwischen Politik und Industrie, nun will Altmaier eine dauerhafte Staatsstrategie. Man müsse vom passiven Beobachter einer Entwicklung wieder zu einem Gestalter und Akteur werden. "Das ist unser Anspruch."

Es gehe darum, Wertschöpfung im Land zu stärken, im Autosektor zum Beispiel durch einen finanziellen Anschub für den Aufbau der Batteriezellenproduktion in Deutschland. Altmaier, der als Umweltminister mit solchen groß angekündigten Aufschlägen wie dem Konzept einer Strompreisbremse wenig erfolgreich war, zeigte sich optimistisch für die Umsetzung seiner neuen Vorschläge. Das Papier sei "mit viel Liebe und Nachdenken geschrieben" worden./ir/DP/stk


© dpa-AFX 2019
share with twitter share with LinkedIn share with facebook
share via e-mail
0
News im Fokus "Wirtschaft & Devisen"
15:47BORIS JOHNSON : Abkommen erlaubt uns 'echten Brexit'
DP
15:38SINKENDE BAUGENEHMIGUNGSZAHLEN : IVD fordert stärkere Impulse für den Wohnungsneubau
PU
15:33IWF-Chefin fordert Ende von Handelsstreit - Konjunkturerholung sonst in Gefahr
RE
15:31Irlands Ministerpräsident lobt neue Irland-Klausel im Brexit-Vertrag
DP
15:30Britisches Parlament stimmt am Samstag über Brexit-Deal ab
DP
15:29MERKEL ZU BREXIT-EINIGUNG :  'Das ist eine gute Nachricht'
DP
15:21DPA-AFX-ÜBERBLICK : UNTERNEHMEN vom 17.10.2019 - 15.15 Uhr
DP
15:17BREXIT : Johnson appelliert von Brüssel aus an sein Parlament
DP
15:02ALTMAIER ZU BREXIT-ABKOMMEN : 'Licht am Ende des Tunnels'
DP
14:51Neues Brexit-Abkommen droht im britischen Parlament zu scheitern
DP
News im Fokus "Wirtschaft & Devisen"