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Bau boomt - Deutsche Branche erhöht Geschäftsziele für 2018

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05.09.2018 | 14:04
The new headquarters of HeidelbergCement are seen under construction in Heidelberg

Berlin (Reuters) - Dank großer Nachfrage blicken die Baufirmen in Deutschland mit wachsender Zuversicht auf ihr Geschäft.

"Die Konjunkturlokomotive Bau brummt weiter", sagte der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe (ZDB), Felix Pakleppa, am Mittwoch in Berlin. Der Verband erhöhte seine Prognose für den Umsatzzuwachs 2018 von vier auf 5,5 Prozent und peilt Erlöse von 120 Milliarden Euro an. Auch für nächstes Jahr rechne man mit einem Plus von fünf bis sechs Prozent. Die Zahl der Beschäftigten werde im Jahresschnitt 2018 um rund 23.000 auf 830.000 steigen.

Das große Umsatzplus verdankt die Branche dem boomenden Wohnungsbau und steigenden Preisen. Kosten für Material und Löhne hätten sich spürbar erhöht, sagte Pakleppa. Vom erwarteten Umsatzwachstum seien "vier Prozent allein preisbedingt". Die Firmen könnten wegen der anziehenden Nachfrage ihre höheren Kosten zwar besser an Kunden weiterreichen. "Große Renditesprünge sehen wir allerdings weiterhin nicht."

Union und SPD haben im Koalitionsvertrag beschlossen, in der Legislaturperiode 1,5 Millionen Wohnungen zu bauen - das wären 375.000 pro Jahr. Für 2018 rechnet der ZDB mit 300.000 fertiggestellten Einheiten, für 2019 mit 315.000. Für den Wohngipfel im Kanzleramt am 21. September habe man die Erwartung, dass Schritte auf den Weg gebracht würden, "damit mehr Wohnungen gebaut werden", sagte Pakleppa. Nötig seien schnellere und einfachere Planungsverfahren. Zudem sollten die Sonderabschreibungen dauerhaft gelten und hierbei die sogenannte lineare Afa unbefristet von zwei auf drei oder vier Prozent steigen. Ferner sollte die öffentliche Hand mehr Bauland ausschreiben - auch Bundeswehr, Bahn und Kirchen seien gefordert.

Pakleppa zeigte sich besorgt über den "sehr großen Bedarf an Fachkräften" und plädierte zugleich für ein Festhalten an der Zeitumstellung. "Eine Beibehaltung der Sommerzeit lehnen wir ab." Denn dann würde es im Winter vor allem in Westdeutschland erst gegen 9.30 Uhr oder 10.00 Uhr hell werden, und Baustellen müssten beleuchtet werden. "Das kostet Produktivität, das kostet Zeit, das kostet Geld - und natürlich ist auch die Gefahr von Arbeitsunfällen im Dunkeln deutlich größer." Die EU-Kommission will die Sommerzeit in Europa auf Dauer festlegen und die Zeitumstellungen abschaffen.

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