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Börse Frankfurt-News: Goldene Zeiten (Rohstoff-Investments)

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06.06.2019 | 18:48

FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - Anleger suchen vermehrt in Gold-Investment Sicherheit. Je nach Preistendenz stehen bei Öl-Verbriefungen Gewinnmitnahmen und Neupositionierungen im Vordergrund.

6. Juni 2019. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Edelmetalle und Öl bestimmen gegenwärtig das Bild am Markt für Exchange Traded Commodities. Mit Blick auf die vergangene Woche deckten sich Anleger querbeet mit Goldprodukten ein, wie Carsten Schröder von der Commerzbank informiert. Neben dem Klassiker Xetra-Gold (WKN A0S9GB) griffen Investoren dem Commerzbank-Händler zufolge vermehrt zu ETFS Physical Swiss Gold- (WKN A1DCTK) und ETFS Physical Gold-ETCs (WKN A0N62G). Ebenso gefragt sei ein UBS-Goldprodukt (WKN A0YCVW) mit Absicherung zum Schweizer Franken, das überwiegend in 12,5kg schweren Standardbarren investiert ist. Silber und breit aufgestellte Rohstoffkörbe sieht Schröder auf der Verliererseite. Anleger trennten sich zum Beispiel unterm Strich vom hauseigenen Commodity ex-Agriculture-Produkt (WKN ETF090) und db Physical Silber (WKN A1E0HS).

Rick van Leeuwen spricht von einer generellen Tendenz hin zu Gold. "Seit Anfang des Jahres registrieren wir unterm Strich Positionierungen in Goldprodukten", beschreibt der IMC-Händler. Vergangene Woche habe die Nachfrage dann nochmals deutlich zugelegt. Investoren engagierten sich in Physical Gold-ETCs etwa von iShares (WKN A1KWPQ) und Invesco (WKN A1AA5X). "Wobei alle Gold-ETCs gesucht waren."

Höchsten Zuflüsse seit 2007

"Nach mehreren Wochen schwacher Performance erlebt Gold nun ein Comeback", bestätigt Nitesh Shah von WisdomTree. Aufgrund der gestiegenen Nachfrage verzeichne das Unternehmen mit 621 Millionen US-Dollar die höchsten wöchentlichen Zuflüsse in seine börsengehandelten Gold-ETCs seit 2007. Neben schärferen Tönen im Zollstreit und den Unruhen im Nahen Osten spiele die mögliche Lockerung der US-Geldpolitik Gold in die Karten. Der Präsident der Federal Reserve bekundete öffentlich, über Zinssenkungen nachzudenken. Thorsten Polleit von Degussa Goldhandel sieht in der Aussage die klare Botschaft, dass der US-Leitzins - aktuell liegt der Satz in einem Band zwischen 2,25 und 2,5 Prozent - noch in diesem Jahr gesenkt wird. Die Maßnahme ziele vor allem auf das Abfedern möglicher Negativeffekte auf die heimische Wirtschaft durch den Handelsstreit mit China.

Weiteres Aufwärtspotenzial

Gut 4,7 Prozent auf 1.336 US-Dollar pro Feinunze legte der Goldpreis auf Monatssicht zu. Für Georgette Boele von der ABN Amro ist diese Aufwärtsbewegung überwiegend der allgemeinen Dollarschwäche zu verdanken. Hinsichtlich der weiteren Entwicklung gibt sich die Analystin optimistisch und sieht die Feinunze Gold zum Jahresende um 1.400 US-Dollar. Je niedriger die Zinsen, desto attraktiver erscheine Gold als zinsloser Vermögenswert. Zudem tue sich der US-Dollar mit einer Aufwertung im aktuell risikoscheuen Umfeld eher schwer. Finanzakteure fürchteten die Konsequenzen einer zunehmend launischen Handelspolitik vonseiten des US-Präsidenten. Hinzu komme die mögliche Unterstützung der chinesischen Wirtschaft vonseiten Pekings.

Gewinnmitnahmen und Neupositionierungen in Öl

Öl-ETCs führt van Leeuwen einerseits auf der Abgabeseite. Mit der Auflösung von WTI Crude Oil-ETCs (WKN A0KRKN) hätten Investoren vergangene Woche einen guten Riecher bewiesen und zunächst ihre Gewinne eingestrichen. "Seit gestern sind die Käufer zurück." Die US-Sorte WTI verlor seit Anfang Juni von knapp 60 auf 51 US-Dollar pro Barrel deutlich an Wert. Überraschend um 6,8 Millionen auf 483,3 Millionen Barrel gestiegene Rohölbestände in den USA drückten nochmals auf die Rohölpreise. Eine Rolle spielten außerdem die möglichen Auswirkungen des Handelskonflikts auf die globale Konjunktur, was auf Sicht negativ auf die Ölnachfrage auswirken werde. Die OPEC-Bemühungen weiter auf die Bremse bei der Ölförderung zu drücken rücke dabei tendenziell in den Hintergrund.

von: Iris Merker 6. Juni 2019, © Deutsche Börse AG

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)


© dpa-AFX 2019
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