Log-in
E-Mail
Passwort
Merken
Passwort vergessen?
Werden Sie kostenlos Mitglied
Registrieren
Registrieren
Neukunde
Unser Angebot
Einstellungen
Einstellungen
Dynamische Kurse 
OFFON

MarketScreener Homepage  >  News  >  Märkte

News : Märkte

Aktuelle NewsUnternehmenMärkteWirtschaft & DevisenRohstoffeZinssätzeBusiness LeadersTermineSektoren 

Börse Frankfurt-News: Marktstimmung: "Wenig Angst, aber Risikoaversion"

share with twitter share with LinkedIn share with facebook
share via e-mail
0
11.07.2018 | 16:53

FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - Der Kurs-Dip nach unten verleitet vor allem Profis zu Gewinnmitnahmen aber

kaum jemand zum günstigen Einstieg, was den Markt mit weiterem Potential

füttert.

11. Juli 2018. Zumindest wenn man die Kursentwicklung an den Aktienbörsen

dies- und jenseits des Atlantiks während der vergangenen Tage beobachtet

hat, drängte sich einem fast der Eindruck auf, der 6. Juli sei ganz schnell

in Vergessenheit geraten. Ja, es war dieser Freitag, an dem die USA den

Schalter umlegten, um in Zukunft auf aus China importierte Güter in Höhe von

34 Milliarden US-Dollar Zölle zu erheben. Dreieinhalb Stunden später

reagierte China und verfuhr mit US-Importen in gleicher Höhe genauso.

Auch auf die Gefahr hin, dass zwei Wochen später noch einmal Strafzölle auf

China-Importe seitens der USA in Höhe von 16 Milliarden US-Dollar

inkrafttreten würden, war das Thema für viele Akteure offenbar mental schon

längst verarbeitet. Die Risikofreude war zurückgekommen. Bis gestern Nacht,

als klar wurde, dass die USA eine weitere Schraubendrehung vollführen wollen

und es mit der Vergeltung der Vergeltung Chinas ernst meinen, weshalb sie

kurzerhand über ihren Handelsbeauftragten Robert Lighthizer eine neue Liste

vorlegen ließen. Und zwar mit chinesischen Waren im Wert von 200 Milliarden

US-Dollar, die - wie bereits von US-Präsident Donald Trump angedroht - in

Zukunft mit einem Importzoll von 10 Prozent belegt werden sollen. Obwohl

diese Maßnahmen frühestens im September greifen dürften, reagierten die

Finanzmärkte entsprechend nervös: Wie würden die Vergeltungsmaßnahmen Chinas

auf diese Ankündigung aussehen, zumal das Reich der Mitte im vergangenen

Jahr lediglich US-Güter im Wert von knapp 131 Milliarden US-Dollar

importiert hatte?

Betrachtet man die heutigen Sentiment-Daten der institutionellen Anleger mit

mittelfristigem Handelshorizont, könnte man auf den ersten Blick meinen, sie

hätten es aufgrund des eskalierenden Handelsstreits mit der Angst zu tun

bekommen. Denn der Börse Frankfurt Sentiment-Index ist tatsächlich massiv,

und zwar um 25 Punkte auf einen Stand von -9 Punkten gefallen.

Aber tatsächlich wären diese Investoren - wir wiesen in unserem vergangenen

Bericht bereits darauf hin - auch ohne die neuen Nachrichten angesichts

eines in der Spitze 2,6-prozentigen Kursgewinns seit unserer letzten

Erhebung dem DAX vermutlich nicht treu geblieben. Zumindest hatte man ein

gutes Argument, die vielerorts aufgelaufenen Gewinne auch zu realisieren. Ob

nun aus Angst oder Risikoaversion, sei einmal dahingestellt. Und so hat sich

das Bullenlager um rund 35 Prozent gegenüber der Vorwoche reduziert, wobei

sich die abgewanderten Optimisten fast zu gleichen Teilen auf die Gruppen

der neutral bzw. bearish gestimmten Akteure verteilen. Mit anderen Worten:

Etwa die Hälfte der Investoren hat sich mit Gewinnmitnahmen begnügt, während

die andere Hälfte ihre Engagements direkt um 180 Grad auf die Short-Seite

gedreht hatte.

In der Hoffnung auf Kursrückgänge

Bei den Privatanlegern hat es indes eine derartige Verschiebung nicht

gegeben, da diese Gruppe schon seit drei Wochen mehrheitlich auf fallende

Kurse setzt. Der Börse Frankfurt Sentiment-Index dieses Panels hat sich

deswegen gegenüber der Vorwoche kaum verändert und liegt mit einem neuen

Stand von -8 Punkten gerade einmal 2 Punkte höher als zuvor. Damit wird

gleichzeitig ersichtlich, dass große Teile dieser Anlegergruppe mit ihren

Engagements derzeit unter Wasser liegen dürften und erheblich niedrigere

DAX-Stände benötigen, um Absicherungen und Short-Positionen ohne Verlust

wieder auflösen zu können.

Mit der heutigen Erhebung sind institutionelle und private Investoren nach

vier Wochen divergierender Meinungen wieder zusammengerückt und setzen nun -

teilweise unfreiwillig - auf einen fallenden DAX. Zwar ist der Pessimismus

nicht sonderlich ausgeprägt, was mittlerweile auch für die relative

Betrachtung im Drei- und Sechs-Monatsvergleich gilt. Und nach bisheriger

Lesart bedeutet dies, dass der DAX bei weiteren Kursrückgängen in einer

Größenordnung von ca. 2 bis 2,5 Prozent (gemessen am heutigen Erhebungskurs

von 12.450 Zählern) zumindest von heimischen Investoren wieder ordentlich

nachgefragt und gestützt sein dürfte. Nachfrage ist jedoch auch angesagt,

falls der DAX für viele aus heutiger Sicht wider Erwarten doch noch Flügel

bekommen sollte.

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 12.450 (+130 Pkt.)

Börse Frankfurt Sentiment-Index Institutionelle Anleger: -9 Punkte (Stand

Vorwoche: +16 Punkte)

Börse Frankfurt Sentiment-Index Private Anleger: -8 Punkte (Stand Vorwoche:

-10 Punkte)

Über den Börse Frankfurt Sentiment-Index

Der Börse Frankfurt Sentiment-Index bewegt sich zwischen -100 (totaler

Pessimismus) und +100 (totaler Optimismus), der Übergang von positiven in

negative Werte markiert die neutrale Linie. Die Werte des früheren

Cognitrend Bull/Bear-Index sind auf die neue Skalierung umgerechnet worden.

Ihre Meinung zählt: Markterwartungen von Investoren

Alle interessierten Anleger sind aufgerufen mitzumachen. Es dauert nur 15

Sekunden. Sie bekommen jeden Dienstag eine E-Mail mit einem Umfrage-Link.

Ein Klick und fertig. Dafür erhalten Sie die Ergebnisse der Analyse sofort

per E-Mail zugesandt.

11. Juli 2018, © Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)


© dpa-AFX 2018
share with twitter share with LinkedIn share with facebook
share via e-mail
0
News im Fokus "Märkte"
14:45Aktien Frankfurt: Dax steigt zeitweise über 12 300 Punkte - TecDax verliert
AW
14:41Anleger hoffen auf Happy End im Zollstreit
RE
13:52Börse Frankfurt-News: Nur Öl wird immer teurer (Handel mit Rohstoff-ETCs)
DP
12:51EVOTEC IM FOKUS : Brummende Arzneiforschung für den MDax
DP
12:19MARKTEINBLICKE UM 12 : DAX steigt weiter – Continental und Commerzbank haussieren
MA
12:10AKTIEN EUROPA : Kurse legen weiter zu
AW
11:41Aktien Frankfurt: Dax-Erholung hält an
AW
11:30Aktien Schweiz: SMI legt etwas zu - Dünnes Handelsvolumen
AW
09:51Aktien Frankfurt Eröffnung: Zaghafte Gewinne - Wenig Impulse
AW
09:49UM 10 : DAX kämpft mit der 20-Tage-Linie – Bewegung in den Brexit-Verhandlungen
MA
News im Fokus "Märkte"
Werbung