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EZB-Geldsegen stößt bei Anlegern auf geteiltes Echo

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12.09.2019 | 17:57
The German share price index DAX graph at the stock exchange in Frankfurt

Frankfurt (Reuters) - Die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) hinterlässt bei Anlegern gemischte Gefühle.

"EZB-Chef Mario Draghi senkt Zinsen und kündigt die Wiederaufnahme der Wertpapierkäufe auf unbestimmte Zeit an - und enttäuscht dennoch", sagte James Bentley, Manager des Ausbildungsportals Financial Markets Online.

Dax und EroStoxx50, die als Reaktion auf den EZB-Entscheid zeitweise rund ein Prozent zugelegt hatten, lagen am Donnerstagabend nur noch jeweils etwa ein halbes Prozent im Plus bei 12.410,25 und 3541,38 Punkten. Der US-Standardwerteindex Dow Jones gewann 0,3 Prozent. Der Euro, der zunächst Kurs auf sein Zweieinhalb-Jahres-Tief vom Monatsbeginn genommen hatte, verteuerte sich auf 1,1050 Dollar.

Die EZB senkte den Zins für Einlagen bei der Notenbank auf minus 0,5 von minus 0,4 Prozent. Um die Belastungen für die Banken zu minimieren, räumt sie diesen einen Freibetrag ein. Außerdem will sie ab November Wertpapiere im Volumen von monatlich 20 Milliarden Euro kaufen, bis ihr Inflationsziel von knapp zwei Prozent erreicht ist. "Die große Frage bleibt aber, ob dies genug ist, um Inflation und Wachstum wieder in die Spur zu bringen", sagte Carsten Brzeski, Chef-Volkswirt der ING Bank in Deutschland. "Denn das eigentliche Problem ist die Haushaltspolitik. Ohne steuerfinanzierte Konjunkturprogramme führt Draghis Schachzug nicht zwangläufig zu einem Happy End."

ACHTERBAHNFAHRT DER BANKENWERTE UND DER BUNDESANLEIHE

Der Index für die Banken der Euro-Zone reagierte auf den EZB-Entscheid ebenfalls mit einer Berg- und Talfahrt. Er schwankte in einer Spanne von plus 1,9 bis minus 2,6 Prozent und schloss 0,4 Prozent im Plus. Die Titel der Deutschen Bank gaben ein Prozent nach, während sich die Papiere der Commerzbank 0,5 Prozent höher in den Feierabend verabschiedeten. Die Strafzinsen auf Notenbank-Einlagen seien quasi eine Steuer, warnte Artur Baluszynski, Chef-Analyst des Vermögensverwalters Henderson Rowe. Sie könnten die schwächelnde europäische Konjunktur zusätzlich belasten.

Auch die Nachfrage nach europäischen Anleihen verebbte rasch. Dadurch stieg die Rendite der zehnjährigen italienischen Bonds auf 0,862 Prozent, nachdem sie zuvor auf ein Rekordtief von 0,758 Prozent gefallen waren. Unterdessen verteuerte sich Gold um 0,4 Prozent auf 1503,60 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). Das Edelmetall wird von Anlegern häufig als Absicherung gegen Inflationsrisiken genutzt.

ÖLPREIS-VERFALL BELASTET BP & CO. - ANHEUSER BUSCH GEFRAGT

Die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee verbilligte sich dagegen um 1,5 Prozent auf 59,89 Dollar je Barrel (159 Liter). Anleger seien enttäuscht, dass die Opec und ihre Verbündeten nur über die Einhaltung der bisherigen Förderquoten und nicht über eine erneute Senkung diskutiert haben, sagten Börsianer. Vor diesem Hintergrund verloren die Aktien von Ölkonzernen wie BP, Exxon oder Shell bis zu 1,5 Prozent.

Gefragt waren dagegen die Titel von Anheuser-Busch InBev, die sich um 3,1 Prozent verteuerten. Die weltgrößte Brauerei nimmt den Plan für einen Börsengang ihres Asien-Geschäfts wieder auf. Die Einnahmen daraus könnten für einen beschleunigen Schuldenabbau genutzt werden, schrieb Analyst Edward Mundy von der Investmentbank Jefferies. Außerdem eröffneten sich Möglichkeiten für Fusionen und Übernahmen.

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