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Ifo-Index bricht ein - "Deutsche Wirtschaft steht unter Schock"

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25.03.2020 | 11:58
The spread of the coronavirus disease (COVID-19) in Germany

- von Klaus Lauer und Rene Wagner und Reinhard Becker

In Deutschlands Chefetagen schürt die Corona-Krise große Rezessionsangst.

"Die deutsche Wirtschaft steht unter Schock", sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest am Mittwoch zur aktualisierten Umfrage des Münchner Instituts unter 9000 Managern. Der endgültige Geschäftsklimaindex für März fiel auf 86,1 Punkte von 96,0 Zählern im Februar. "Dies ist der stärkste jemals gemessene Rückgang im wiedervereinigten Deutschland und der niedrigste Wert seit Juli 2009." Die Führungskräfte blickten deutlich pessimistischer auf die Lage und ihre Geschäftsaussichten. "Insbesondere die Erwartungen der Unternehmen verdüsterten sich wie nie zuvor", warnte Fuest.

"Es ist davon auszugehen, dass es mindestens zwei Quartale lang eine schwere Rezession geben wird", sagte Ifo-Konjunkturexperte Klaus Wohlrabe im Reuters-Interview. "Es kann im Gesamtjahr einen Einbruch beim Bruttoinlandsprodukt zwischen fünf und 20 Prozent geben, je nach Länge des Shutdowns." Die Ifo-Forscher hatten vorige Woche auf Basis vorläufiger Zahlen bei der Umfrage einen Wert von 87,7 ermittelt. Die seither eingetroffenen Meldungen der restlichen Firmen fielen noch einmal deutlich düsterer aus. "Das Geschäftsklima bei den nachmeldenden Unternehmen lag nur bei rund 72 Punkten", sagte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. "Offenbar hat sich die Stimmung bei den Unternehmen seit Donnerstag weiter massiv verschlechtert."

"DER MÄRZ WAR EINE KATASTROPHE, DER APRIL IST EINE DROHUNG"

Diesmal seien vor allem die Dienstleister betroffen, sagte LBBW-Chefvolkswirt Uwe Burkert. Aber auch für die Industrie könnte es noch schlimmer kommen. "Wir bewegen uns in Dimensionen wie in der Finanzkrise, eher noch etwas schlechter", betonte der Ökonom. "Der März war eine Katastrophe, der April ist bisher vor allem eine Drohung, frühestens der Mai könnte wieder ein Versprechen werden." Viele Unternehmen haben bereits ihre Geschäftsziele für 2020 einkassiert und wagen noch keine konkrete neue Prognose. Zahlreiche Firmen planen Kurzarbeit - große Industriekonzerne wie VW mit 80.000 Beschäftigten, aber auch Dienstleister wie Bertelsmann oder die Berliner Airports und der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport.

In der Industrie fiel der Index auf den niedrigsten Stand seit August 2009 - zugleich das stärkste Minus seit der Wiedervereinigung. "Der Rückgang der Erwartungen ist mit Blick auf 70 Jahre Umfragen in der Industrie historisch einmalig", sagte Ifo-Chef Fuest. Viele Betriebe hätten Produktionskürzungen angekündigt. Im Dienstleistungssektor fiel der Geschäftsklimaindex so stark wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen 2005.

HANDEL FÜRCHTET PLEITEN - BAU FORDERT ÖFFENTLICHE PROJEKTE

Im Handel brach die Stimmung ebenfalls ein. Die Erwartungen stürzten auf den niedrigsten Wert seit der Wiedervereinigung. "Groß- und Einzelhandel sind gleichermaßen stark negativ getroffen", erklärte das Ifo. Positive Ausnahmen seien Lebensmittel- und Drogeriemärkte. Der Handelsverband HDE fürchtet eine Pleitewelle, da Kreditbewilligungen zu lange dauern könnten "Unter den gegebenen Umständen halten viele Einzelhändler nicht länger als vier Wochen aus", sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.

Der Ausblick der Bauwirtschaft verschlechterte sich laut Ifo deutlich. Der Branchenverband ZDB appellierte an die öffentliche Hand, neue Bauprojekte auf den Markt zu bringen. "Die Bauwirtschaft unternimmt derzeit alles, um deutschlandweit möglichst den Baustellenbetrieb aufrechtzuerhalten", sagte ZDB-Hauptgeschäftsführer Felix Pakleppa.

Die Viruskrise wird laut Ifo-Institut hierzulande Produktionsausfälle in Höhe von Hunderten von Milliarden Euro auslösen und den Arbeitsmarkt wie auch den Staatshaushalt erheblich belasten. Je nach Szenario dürften Kosten von 255 Milliarden Euro bis 729 Milliarden Euro auf Deutschland zukommen. Der Bundestag soll am Nachmittag das umfassende Rettungspaket der Regierung auf den Weg bringen, um die Folgen der Coronakrise auf die Wirtschaft abzufedern. Dafür soll es einen Nachtragshaushalt von 156 Milliarden Euro geben. "Wir erleben eine Krise, die in der Geschichte der Bundesrepublik ohne Vorbild ist", sagte Vizekanzler und Bundesfinanzminister Olaf Scholz im Bundestag.

Nach tagelangem Streit einigten sich in den USA Regierung und Kongress auf ein zwei Billionen Dollar schweres Hilfspaket. Dies sorgte an den Finanzmärkten für Erleichterung.

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