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Industrie und Bau starten gut ins neue Jahr - Produktion und Umsätze steigen

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13.06.2018 | 11:36

Neuenburg (awp) - Im sekundären Sektor in der Schweiz, also in der Industrie und im Baugewerbe, läuft es gut. Vor allem die Industriefirmen steigerten ihre Produktion und die Umsätze im ersten Quartal deutlich. Allerdings machten sich in den am Mittwoch veröffentlichten Zahlen des Bundesamts für Statistik nach der schwachen Entwicklung des Vorjahres auch Basiseffekte bemerkbar. Nicht ganz so deutlich wie die Industrie legt der Bau zu.

In den Monaten Januar bis März wuchs die Gesamtproduktion in der Industrie und im Bau verglichen mit dem Vorjahresquartal um 8,1 Prozent. Dabei handelt es sich gemäss der vom BFS quartalsweise erhobenen Stichprobe um den vierten Anstieg in Folge, wovon sich die letzten drei Quartale besonders gut entwickelt haben. Im vierten Quartal 2017 hatte die Produktion um 8,5 Prozent zugelegt, im dritten lag das Plus bei 7,4 Prozent.

Ein ähnliches Bild zeigt sich in der Erhebung zu den Umsätzen, die laut BFS im Startquartal in der Gesamtbetrachtung um 8,8 Prozent nach oben gegangen sind. Auch hier ist seit dem zweiten Quartal des letzten Jahres ein stetiges und stärker werdendes Wachstum auszumachen.

Industrie im Hoch

Insbesondere die Industrie entwickelte sich im Verlauf des ersten Quartals 2018 sehr gut. Die Produktion nahm im Januar gegenüber dem Vorjahr um 7,1 Prozent und sowohl im Februar als auch im März um jeweils gut 11 Prozent zu. Für das gesamte Quartal wurde laut den Angaben ein Produktionsanstieg von 9,0 Prozent gemessen. Und die Umsätze erhöhten sich in der Industrie um 10 Prozent.

Die Statistik des BFS, die auf einer Stichprobe bei rund 4'500 Betrieben aus einer Reihe von Branchen beruht, bestätigt auch die Einschätzung von Swissmem. Der Verband der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie (MEM) hatte bei den jeweils rund 300 befragten Mitgliedfirmen im Startquartal gar ein Umsatzplus von 16 Prozent und ein Wachstum der Auftragseingänge von beinahe 25 Prozent registriert.

"Der MEM-Industrie geht es zurzeit sehr gut. Sie ist in einer guten Verfassung", bekräftigte Swissmem-Sprecher Ivo Zimmermann im Gespräch mit AWP den Eindruck, den die Zahlen liefern. Zwar habe man im ersten Quartal nach der schwachen Vorjahresperiode von einem gewissen Basiseffekt profitiert. "Falls keine einschneidenden Ereignisse die Entwicklung stören, wird 2018 für die MEM-Industrie ein erfreuliches Jahr."

Die gute Entwicklung in der MEM-Industrie zeigt sich auch anhand der Mitarbeiterzahlen. Im ersten Quartal wurden in der Branche rund 325'500 Mitarbeitende beschäftigt. Das sind 2,6 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Damit hätten die MEM-Unternehmen in den vergangenen zwölf Monaten bei der Anzahl Mitarbeitenden rund zwei Drittel des seit der Aufhebung des Euro-Mindestkurses erlittenen Rückgangs wieder aufgeholt, so Zimmermann.

Im Januar 2015 hatte die SNB den Mindestkurs von 1,20 aufgehoben und damit auch die stark vom Exportgeschäft abhängige MEM-Industrie vor grosse Probleme gestellt. Die Zahl der Mitarbeitenden ging von 330'800 im vierten Quartal 2014 bis zum anschliessenden Tiefpunkt im ersten Quartal 2017 auf 317'300 zurück.

Baumeister erwarten Wachstumsabschwächung

Etwas schleppender verläuft das Geschäft im Baugewerbe. Da nahm die Produktion laut BFS im ersten Quartal 2018 gegenüber dem Vorjahresquartal um 2,9 Prozent zu. Der Hochbau habe einen Produktionsanstieg von 6,9 Prozent, der Tiefbau von 7,6 Prozent und das sonstige Baugewerbe von 0,5 Prozent erzielt. Der Umsatz im gesamten Baugewerbe stieg derweil ähnlich stark um 2,8 Prozent.

Erst vor kurzem hatte der Schweizerische Baumeisterverband (SBV) fürs erste Quartal ein Umsatzplus von 5,1 Prozent auf 4,2 Milliarden Franken gemeldet. Gleichzeitig machte der Verband in der Ende Mai veröffentlichten Mitteilung klar, dass der Bau das Wachstum im laufenden Jahr nicht in diesem Ausmass fortsetzen wird.

Der Umsatzanstieg in den ersten drei Monaten dürfte vorübergehender Natur sein, hiess es. Die Auftragseingänge sowie die Arbeitsvorräte per Ende März lägen denn auch ungefähr auf dem Niveau des Vorjahres.

mk/cf/yr

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