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Makro-Briefing: China im Zeitvergleich – Europas Arbeitsmarkt Frucht der Solidarität

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01.10.2019 | 15:35

Wir gratulieren China zum 70. Nationalfeiertag!

Die Öffnung Chinas hat das Land weit nach vorne gebracht. Das mag einige US-Amerikaner, die den entgegengesetzten Weg einschlagen, nachdenklich stimmen. Die Betonung liegt auf dem Wort „mag“. Die Wahrscheinlichkeit für ernst zu nehmende Nachdenklichkeit erscheint recht überschaubar auszufallen.

Um die Erfolge Chinas im Zeitverlauf zu erfassen, helfen statistische Daten. Lebten im Jahr 1978 noch 770 Millionen Chinesen unterhalb der Armutsgrenze, waren es Ende 2018 nur noch 16,6 Millionen Chinesen. Ende 2018 hatten mehr als 900 Millionen Chinesen eine Rentenversicherung. 1.300 Millionen Chinesen haben eine allgemeine Krankenversicherung. Die Anzahl medizinischer Einrichtungen ist seit 1978 von 170.000 mit 2,04 Millionen Betten auf 997.000 mit 8,4 Millionen Betten gestiegen. In der Folge auch dieser Entwicklung stieg die Lebenserwartung von 1949 bei 35 Jahren auf 77 Jahre per 2018. Das Land hatte Ende 2018 ein Eisenbahnstreckennetz mit 131.000 KM. Davon sind 29.000 KM Hochgeschwindigkeitsstrecken. Es gibt 4,85 Millionen KM Straßen und 143.000 KM Autobahnen. Dazu kommen 127.000 KM Binnenwasserstraßen und 8,38 Millionen KM Flugstrecken. Das BIP Chinas stand 1978 bei knapp 2% des Welt-BIP. Es steht heute bei mehr als 19% (Kaufkraftparität).

Die Abkehr von Ideologie hin zu Pragmatismus, die Bereitschaft Fehler zu erkennen und zu korrigieren (u.a. Aktion 1 Mrd. Bäume), der Wille planerisch und selbstbestimmt zu agieren, sind die Grundpfeiler des Erfolgs Chinas.

Der letzte Absatz beinhaltet Erkenntnisse für die Eliten Europas.

 

Die Arbeitsmarktdaten der Eurozone setzten gestern nachhaltig positive Akzente und werden deshalb außerhalb des Datenpotpourris gewürdigt. Unerwartet sank die Arbeitslosenquote der Eurozone per August von 7,5% auf 7,4%. Nur 2007/2008 lag sie in der Historie seit 1998 niedriger bei 7,3%. Europäische Solidarität zahlt sich aus, Populisten hin, Populisten her!

© Reuters

Erlauben Sie mir einen Exkurs. Gehen Sie zurück in das Jahr 2014. Erinnern Sie sich an Wirtschaftsforscher, an einen in einer neuen Partei tätigen Professor, Chefvolkswirte und Chefanalysten, die diese Entwicklung tendenziell aufzeigten und prognostizierten?  Das gilt nicht nur für den Arbeitsmarkt, es gilt auch für die Haushaltslagen, es gilt für die Handelsbilanz, es gilt auch für Griechenland. Diese Klientel redete weit überwiegend den Euro und die Eurozone in Grund und Boden!

Wo stünden wir heute, wenn es die Solidarität Kontinentaleuropas nicht gegeben hätte? Vor einem Scherbenhaufen kleiner international impotenter Nationalstaaten? Sind die Volkswirte des Mainstreams zu eng den Interessen der von den USA und dem UK thementechnisch dominierten Finanzmärkten verpflichtet (Divide et Impera)?

Wäre Deutschland in der aktuellen Verfassung? Ein Deutschland, dessen Exporte zu circa 60% in die EU gehen? Ein Deutschland, das der größte Profiteur der Niedrigzinspolitik (Staatshaushalt, wir Bürger sind der Staat!) und in der Folge des schwachen Euros (Exporte, Arbeitsmärkte, Steueraufkommen) ist?

Sind die Erfolge Deutschlands nicht in den letzten 9 Jahren maßgeblich Folgen exogener Einflüsse?

Die Zahl der Arbeitslosen nahm in Deutschland per September unerwartet um 10.000 ab (saisonal bereinigt). Die Prognose lag bei einer Zunahme um 5.000. Die saisonal bereinigte Quote verharrte bei 5,0%. So far – so good.

 

Datenpotpourri:

Eurozone:      D: CPI nicht prekär, aber schwach!

Laut vorläufigen Berechnungen stellte sich der Preisanstieg in Deutschland im Jahresvergleich per September auf 1,2% nach 1,4% (Prognose 1,3%)

 

UK:      BIP im Jahresvergleich marginal besser

Erwartungsgemäß sank das BIP per 2. Quartal 2019 im Quartalsvergleich um 0,2%. Im Jahresvergleich kam es zu einem Anstieg um 1,3% (Prognose 1,2%).

 

USA:     Chicago rumpelt …

Der Einkaufsmanagerindex aus Chicago sank unerwartet per September von 50,4 auf 47,1 Punkte. Die Prognose lag bei 50,2 Zählern.

 

Japan:      Schwächer, aber besser als erwartet!

Große Unternehmen Produktion: 5 nach 7 Punkten (Prognose 2)

Kleine Unternehmen Produktion:  -4 nach -1 Punkt (Prognose -6)

Große Dienstleistungsunternehmen: 21 nach 23 Punkten (Prognose 20)

Kleine Dienstleistungsunternehmen: 10 nach 10 Punkten (Prognose 6)

In allen Sektoren waren die Indices für den Ausblick schwächer.

Die Arbeitslosenrate verharrte per August bei 2,2% (Prognose 2,3%).

 

Welt:    Einkaufsmanagerindices Verarbeitendes Gewerbe per September:

Südkorea:         48 nach 49 Punkten (IHS Markit)

Indien:               51,4 nach 51,4 Punkten (IHS Markit)

Australien:        54,7 nach 53,1 Punkten (AIG)

Indonesien:       49,1 nach 49,0 Punkten (IHS Markit)

Thailand:           50,6 nach 50,0 Punkten (IHS Markit)

Malaysia:           47,9 nach 47,4 Punkten (IHS Markit)

Philippinen:       51,8 nach 51,9 Punkten (IHS Markit)

Vietnam:            50,5 nach 51,4 Punkten (IHS Markit)

Taiwan:              50,0 nach 47,9 Punkten (IHS Markit)

Myanmar:          52,0 nach 52,0 Punkten (IHS Markit)

Russland:           46,3 nach 49,1 Punkten (Markit)

 

 

Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das den USD gegenüber dem Euro favorisiert. Ein Überwinden der Widerstandszone bei 1.1160 – 80 negiert den positiven Bias des USD.                                                                               

Viel Erfolg!

 

P.S.

Am Mittwoch fällt der Forex Report aus. Der nächste Report folgt am Freitag.

Gastbeitrag von Folker Hellmeyer, Chefanalyst SOLVECON INVEST


www.solvecon-invest.de

Herr Hellmeyer hat am Finanzmarkt ursprünglich als Devisenhändler begonnen. Für Deutsche Bank und Helaba war er in Hamburg, London und Frankfurt tätig. Von 2002 bis 2017 war Herr Hellmeyer Chefanalyst der Bremer Landesbank und hat mit klaren Worten die Entwicklungen an den Börsen und im Finanzmarkt­geschehen kommentiert.


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