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Makro-Briefing: Krisenszenario verschärft – Konjunkturdaten ernüchternd – Fed …

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04.10.2019 | 11:07

Die WTO hat den Erwartungen entsprechend wegen Subventionen für Airbus den USA das Recht eingeräumt, Zölle bis zu 100% auf ein Volumen von 7,5 Mrd. USD zu erheben. So ein Urteil kann genutzt werden, um in der Folge durch Handelsgespräche und folgend Vereinbarungen das theoretisch mögliche Zoll- und Eskalationsrisiko zu vermeiden. Das war nicht Sache der US-Administration. Die Warenliste, die die US-Administration vorlegte, belegt ein Volumen von 25 Mrd. USD. Das irritiert. Es ist unklar, ob sie weiter spezifiziert wird, um auf ein Volumen von 7,5 Mrd. USD zu kommen. Die geplanten Zölle variieren deutlich unterhalb der Marke von 100%. Sie bewegen sich zwischen 10% und 25%. Die EU hat deutlich gemacht, dass man sich auf das Eskalationsspiel einlassen will. Sowohl von deutscher als auch französischer Seite verlautete, dass Gegenzölle geplant seien. Nun ist das Airbus-Urteil nicht das Ende des Liedes. In dem Subventionsstreit Airbus/Boeing hat die EU erst nach der US-Klage gegen Airbus Klage gegen Boeing eingereicht. Auch hier steht das Urteil faktisch im Vorwege fest. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Strafe gegen die USA drastischer als gegen die EU ausfallen wird, ist als hoch zu klassifizieren. Damit steht eine Verschärfung der Krisensituation im Handelskonflikt USA/EU auf der Agenda, die den globalen maßgeblich von den USA induzierten Krisenpotpourri forciert und die exogenen Belastungen für die Weltwirtschaft und die Weltfinanzmärkte erhöht.

Die daraus erwachsende Risikoaversion in der Realwirtschaft und an den Finanzmärkten wird täglich an negativen Wirtschaftsdaten und Marktentwicklungen fassbarer. Wir verweisen auf den Datenpotpourri.

Die Folgen der US-Aggressionspolitik gegenüber Ländern und supranationalen Organisationen, die übrigens noch vor Trump als Module der US-Hegemonie wahrgenommen wurden und es seit 1944 auch waren, hinterlassen konjunkturelle Bremsspuren erheblichen Ausmaßes bei strukturellen US-Defiziten zum Teil historischen Ausmaßes (Verschuldungshöhe, Verschuldungskoeffizienten).

Hier wollen wir nicht abstrakt bleiben, sondern Fakten liefern. Die öffentliche Neuverschuldung der USA stellt sich in diesem Kalenderjahr bis zum 2. Oktober 2019 laut US-Treasury auf 853,4 Mrd. USD. Wo sind in den USA selbsttragende Kräfte der wirtschaftlichen Expansion erkennbar? Diese Daten sind prekär!

Prekär ist auch, dass Medien, Märkte und Ratingagenturen bei diesem Thema wegschauen. Spielen Defizite nur in Europa und Drittländern eine Rolle für dieses Klientel? Ist Asymmetrie in Wahrnehmung und in Diskontierung an Märkten ein Teil der „westlichen Werte“ im Rahmen der US-Spielart? Respekt vor Realität, die einen immer einholt (siehe 2008!), sieht anders aus. „Food for thought!“

 

Federal Reserve: Aggressiverer Einsatz der „Finanzkosmetik?

Es bedarf der Aktivität der Fed und voraussichtlich des Einsatzes der „Working Group on Financial Markets“ (Plunge Protection Team/PPT), die aber im Verborgenen agiert (gestern nach ISM-Daten? ). Zum PPT empfehlen wir die Passage aus „Endlich Klartext“, Seiten 58-65.

Wenden wir uns der US-Notenbank zu. Führende US-Notenbanker zeigen sich offen für weitere Zinssenkungen hinsichtlich der Konjunkturabkühlung in den USA. Charles Evans, der Gouverneur der Federal Reserve Chicago sagte, dass er extrem aufgeschlossen sei, eine Anpassung vorzunehmen, wenn es die richtige Politik sei.  Sein Kollege Robert Kaplan von der Federal Reserve in Dallas betonte, er sei aufgeschlossen, er beobachte extrem genau, um zu sehen, wie sich zuletzt schwächere Konjunkturdaten auf Verbraucher und Arbeitsmarkt auswirkten.

Im Rahmen der seit mehr als 20 Jahren exerzierten Vollkaskopolitik der westlichen Zentralbanken kommt diese Verbalakrobatik einem Zinssenkungsversprechen gleich. In der Folge gehen Marktteilnehmer davon aus, dass die US-Notenbank in zeitlicher Nähe Zinsen weiter senken wird, da die US-Industrie den Handelskrieg mit China und die schwächere Weltkonjunktur derzeit vehement zu spüren bekommt. Aber auch der bedeutendere Dienstleistungssektor ist laut aktuellen Daten betroffen (siehe Datenpotpourri). Die Welt sagt: „Danke USA!“

Im Hinblick auf den nun ausbrechenden Handelskonflikt der USA mit der EU stellt sich die Frage, wieviel weitere Belastungen die US-Wirtschaft schultern kann? Gleiches gilt für Europa und die Welt.

Mehr noch muss man sich aber fragen, ob strukturelle Probleme der Welt im Rahmen der Konflikte mit „Zinsbalsam“ und/oder quantitativen Maßnahmen der Zentralbanken heilbar sind? Gut, diese Frage ist hochintellektuell und sollte vielleicht besser so nicht gestellt werden. Machen wir es verständlicher: Kann man einen Beinbruch mit dem Einsatz von Lippenstift heilen?

 

Datenpotpourri:

Eurozone:     Dynamikverluste          

Markit Dienstleistungsindex 09/19:    51,6  nach 52,0 Punkten (Prognose 52,0)

Markit Composite Index 09/19:      60,1 nach 50,4 Punkten (Prognose 50,4)

Einzelhandelsumsätze 08/19 (M/J):    0,3%/2,1% (Prognose 0,3%/2,1%)

Erzeugerpreise 08/19 (M/J):    -0,5%/-0,8% (Prognose -0,3%/-0,5%)

 

UK:      Dynamikverluste

Markit Dienstleistungsindex 09/19:     49,5 nach 50,6 Punkten (Prognose 50,3)

Markit Composite Index 09/19:        49,3 nach 50,2 Punkten

 

USA:       Dynamikverluste

Challenger Report 09/19:      41.557 nach zuvor 53480 Entlassungen

Markit Dienstleistungsindex 09/19:     50,9 nach 50,9 Punkten

Markit Composite Index 09/19:      51,0 nach 51,0 Punkten

Auftragseingang Industrie 08/19:           -0,1% (Prognose -0,2%9

ISM-Dienstleistungsindex 09/19:            52,6 nach 56,4 (Prognose 55,0) – Tief seit 08/16!

© Reuters

 

Russland:     Hohe Devisenreserven

Devisenreserven per 27.09.:     531,8 nach zuvor 532,6 Mrd. USD

 

Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das den USD gegenüber dem Euro favorisiert. Ein Überwinden der Widerstandszone bei 1.1160 – 80 negiert den positiven Bias des USD.                                                                           

Viel Erfolg!

Gastbeitrag von Folker Hellmeyer, Chefanalyst SOLVECON INVEST


www.solvecon-invest.de

Herr Hellmeyer hat am Finanzmarkt ursprünglich als Devisenhändler begonnen. Für Deutsche Bank und Helaba war er in Hamburg, London und Frankfurt tätig. Von 2002 bis 2017 war Herr Hellmeyer Chefanalyst der Bremer Landesbank und hat mit klaren Worten die Entwicklungen an den Börsen und im Finanzmarkt­geschehen kommentiert.

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