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OTS: Börsen-Zeitung / Börsen-Zeitung: Skandal-Bingo / Kommentar zu ...

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11.07.2019 | 20:38

    Börsen-Zeitung: Skandal-Bingo / Kommentar zu Verstrickungen der
Deutschen Bank von Stefan Paravicini
   Frankfurt (ots) - Nicht alles lässt sich so schnell über Bord 
werfen wie 18.000 Mitarbeiter. Wer dachte, dass sich die Deutsche 
Bank  mit dem am Wochenende angekündigten Kahlschlag in der 
Belegschaft und mit der Verschiebung von Risikoaktiva im Volumen von 
74 Mrd. Euro in eine neue Bad Bank gleich auch ihrer vielen anderen 
Altlasten entledigen könnte, wurde in den vergangenen Tagen schnell 
wieder eines Besseren belehrt.

   Wie das "Wall Street Journal" am Mittwoch berichtete, hat das 
US-Justizministerium seine Untersuchung des Finanzskandals rund um 
den malaysischen Staatsfonds 1MDB ausgeweitet und nimmt jetzt auch 
die Rolle der Deutschen Bank  unter die Lupe. Fast zeitgleich machte 
am Mittwoch die Nachricht die Runde, dass der US-Finanzmagnat Jeffrey
Epstein, der am  Wochenende wegen schweren  Missbrauchs 
minderjähriger Mädchen verhaftet wurde, noch bis Anfang dieses Jahres
zu den Kunden der Bank gehörte, obwohl die Compliance-Abteilung das 
Management vor den  Risiken dieser Kundenbeziehung gewarnt haben 
soll.

   Mit US-Präsident Donald Trump brachte sich am Donnerstag noch ein 
anderer langjähriger Kunde  des deutschen Spitzeninstituts zurück ins
Gespräch, der  der Bank viel zusätzliche Aufmerksamkeit und zuletzt 
auch eine Untersuchung des Finanzausschusses im US-Repräsentantenhaus
beschert hat. In einer seiner vielen Mitteilungen über die sozialen 
Medien verteidigte Trump seine Geschäftsbeziehung mit dem Institut, 
"das damals eine der größten und prestigeträchtigsten Banken der Welt
war!", wie der US-Präsident betont. Wohl dem, der über ein so 
kolossales Erinnerungsvermögen verfügt.

   Heute ist der Ruf der Bank so stark erschüttert, dass eine 
Nachricht wie die Untersuchung zum 1MDB-Skandal fast mit Achselzucken
zur Kenntnis genommen wird. Eh klar, die Deutsche Bank, das nächste 
Feld auf dem Bingo-Spielbogen für Finanzskandale. Doch obwohl die 
1MDB-Affäre gut in eine Reihe mit den vielen anderen Skandalen passt,
die die Bank auch  in ihrer geschrumpften Gestalt noch lange 
beschäftigen dürften,  ist es  zu früh, um "Bingo!" zu rufen.

   Bislang wirft die US-Justiz der Bank in Sachen 1MDB kein 
Fehlverhalten vor. Auch die  ehemalige Mitarbeiterin des Instituts, 
die zuvor bei der US-Investmentbank Goldman Sachs in Deals mit 1MDB 
eingebunden war und auch deshalb die Aufmerksamkeit der US-Justiz auf
sich gezogen hat, wird bisher nicht belastet. Sie hat in dieser Sache
vor  einem Jahr bereits den Behörden in Singapur Auskunft erteilt.

   (Börsen-Zeitung, 12.07.2019)

OTS:              Börsen-Zeitung
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Pressekontakt:
Börsen-Zeitung
Redaktion

Telefon: 069--2732-0
www.boersen-zeitung.de






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