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Strategie: Am Ende gewinnt immer der Stier.

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25.10.2018 | 12:54

An der Börse träumt jeder davon, am Tiefpunkt zu kaufen und zum Höchstkurs zu verkaufen, gleichzeitig weiß jeder, dass dies unmöglich ist. Alle Anleger träumen von endlosen Bullmärkten, obwohl man weiß, dass Korrekturphasen die Haussephasen irgendwann abrupt unterbrechen werden. Und doch ist es, dass jedes Mal, wenn eine Baisse einsetzt, die Märkte panisch reagieren.

Die Finanztheorie unterscheidet grob zwei Arten von Kursrückgängen, die "Korrektur" (ein Rückgang zwischen 10 und 19,99% im Vergleich zum Höchststand des letzten Bullmarktes) und den "Bärenmarkt" (ein Rückgang von über 20%). Auch wenn viele Anleger ihren Kopf noch so tief in den Sand stecken, diese Phasen spiegeln den Marktzyklus wider. Anders verhält es sich mit der Reaktion der Person, die das Vermögen verwaltet. Vor diesem Hintergrund hat uns das mit fast britischem Humor versehene Statement des Ökonomenteams des US Brokers Charles Schwab köstlich amüsiert: "Es ist möglich, dass eine Baisse eintritt. Kein Bullenmarkt ist für immer. Obwohl sie beunruhigend sein mögen, sind Bärenmärkte ein integraler Bestandteil langfristiger Investitionen und werden wahrscheinlich von Zeit zu Zeit im Leben eines jeden Anlegers auftreten.“em>".
 
Ein Rückblick auf die Marktzyklen zeigt, dass Bärenmärkte viel kürzer sind als Bullenmärkte, dafür aber viel abrupter. Die nachfolgenden Grafiken basieren auf Recherchen von First Trust Advisors (links) und Charles Schwab (rechts). Die Prozentsätze und Definitionen variieren von Analyse zu Analyse leicht, aber die wichtigsten Trends sind die gleichen. Im Durchschnitt dauert ein Bärenmarkt weniger als eineinhalb Jahre und verursacht Verluste von rund 35%, während ein Bullenmarkt mehr als 4 Jahre dauert und einen Wertzuwachs von mehr als 140% aufweist.

Zwei Abbildungen desselben Phänomens (Quelle: First Trust, Schwab)
 
Wenn die Märkte einbrechen, besteht das größte Risiko darin, etwas zu tun. Überreaktionen führen zu schlechten Entscheidungen. Langfristig orientierte Anleger wissen das. Ihre Philosophie ist es, weiterhin an ihren Überzeugungen festzuhalten (wenn sie zu diesen durch sorgfältige Arbeit gelangt sind). Umfangreiche Recherchen zeigen, dass dies die beste Vorgehensweise ist. Die (theoretische) Performance mag zwar in bestimmten Marktphasen nicht besonders attraktiv sein, aber über den Lauf der Zeit schlägt ein solch besonnenes Vorgehen aktive, opportunistische Strategien. Die Voraussetzung dafür sind eine sorgfältige Aktienselektion, eine angemessene Diversifizierung und ein gutes Verständnis der Konjunkturzyklen.
 
In der Regel wird Warren Buffet als das Musterbeispiel des erfolgreichen Langzeitinvestors genannt. Der Amerikaner hat im Laufe der Zeit fast immer Recht. Seine richtigen Entscheidungen haben die Verluste aus falschen Entscheidungen um ein Vielfaches wettgemacht. Aber lassen Sie uns nochmals zu dem lakonischen Team von Charles Schwab zurückkommen, welches sagt: "Bärenmärkte enden oft so abrupt wie sie begonnen haben, mit einem heftigen Aufschwung, dessen Beginn schwer vorherzusagen ist. Langfristig orientierte Investoren haben daher in der Regel ein Interesse daran, positioniert zu bleiben und ihre Anlagen nicht aus dem Markt zu nehmen. Diese Philosophie impliziert, dass es besser ist, Ihre Verluste (und Ihren Schmerz) mit Geduld zu und nicht den Beginn der Erholung zu verpassen, die oft eine der profitabelsten Marktphasen ist.

So viel zur Theorie. In der Praxis sind Anpassungen möglich und in einigen Fällen sogar notwendig. Je kürzer der Anlagehorizont, desto relevanter sind Anpassungen im Portfolio. Amerikanische Banken nehmen oft das Beispiel eines Rentners, für den das Einkommen aus dem Wertpapierdepot einen integralen Bestandteil seiner Gesamteinkünfte darstellt. Idealerweise verschiebt dieser rechtzeitig vor einem Bärenmarkt einen Teil seiner Portfolios in sicherere Vermögenswerte, um seine seiner Rente zu sichern. Schwab rät daher, einen Anlageplan aufzuschreiben, einschließlich einer gewissen Verlusttoleranz und sich daran zu halten. Positionen sollten regelmäßig ausgeglichen werden, um die Diversifizierung einzuhalten. Gleichzeitig erinnert Charles Schwab daran, dass das Vorgehen von bestimmten Faktoren, wie Risikotoleranz, Alter, finanzielle Situation abhängig gemacht werden sollte.

Die Moral der Geschichte? Natürlich zieht es jeder vor, nur mit Bullenmärkten konfrontiert zu sein. Allerdings dürfen Anleger nicht die Augen davor verschliessen, dass Bärenmärkte natürliche Zyklen darstellen. Und sie sollten sich vor allem in Erinnerung rufen, dass Bärenmärkte große Chancen darstellen.

Anthony Bondain
© MarketScreener.com 2018
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