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Strategie: Die Ergebnissaison läuft gut (aber nicht überall).

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02.11.2018 | 12:32

Um hilfreiche Schlussfolgerungen aus den Ergebnisveröffentlichungen des dritten Quartals ziehen zu können, muss man diese in den Kontext setzen. Etwa die Hälfte der großen europäischen und amerikanischen Unternehmen haben bislang ihre Bilanzen und Gewinn- und Verlustrechnungen an den Markt weitergegeben, so dass man auf jeden Fall schon ein gutes Stimmungsbild zeichnen kann.

Die allgemeine Stimmung, die sich seit Beginn der Quartalspublikationssaison herausgebildet hat, ist, dass die Unternehmen mit einer Konjunkturabschwächung konfrontiert sind. Die Medienberichterstattung hat diese Sachlage auch aufgegriffen und weitgehend thematisiert. Nicht minder relevant ist die Panik, die im Oktober die Anleger heimgesucht hat. Aber es sind vor allem die Ergebnisse einiger der viel beobachteten Marktsegmente, die für Aufsehen gesorgt haben. Dabei sind die vor allem die sogenannten „gefallenen Engel“ zu nennen, die mit einem Abschwung des Zykluses konfrontiert sind. Dies ist der Fall für einen Großteil der Unternehmen aus dem Automobilbereich. Dort sind die Ergebnisse zwar immer noch stratosphärisch hoch, aber die (oft nach unten revidierten) Prognosen rechtfertigen in der Regel nicht mehr die Bewertungsniveaus. Ein weiteres Beispiel sind die amerikanischen Technologieaktien wie Amazon. Außerhalb dieser Situationen ist der allgemeine Trend ziemlich stark, wie die folgenden Daten zeigen.
 
Die Investment Bank Barclays hat basierend auf Daten von Bloomberg (Veröffentlichungen bis zum 30. Oktober) sehr einsichtsreiche Statistiken zusammengestellt. Insgesamt wachsen die Gewinn- und Verlustrechnungen weiterhin in einem gutem Tempo was Umsatz und Gewinn betrifft (das Wachstum in den USA ist wie so oft höher als in Europa). 52% der europäischen Unternehmen und 82% der europäischen Unternehmen übertrafen die Erwartungen bezüglich des Ergebnisses je Aktie. Beim Umsatz schnitten respektive 49% und 58%der europäischen und amerikanischen Unternehmen besser ab als erwartet.
 
Fokus auf Europa
 
Wenn Sie das Gefühl haben, dass nicht alles überall gleich gelaufen ist, ist das natürlich richtig. Erst wenn man die europäischen Zahlen auf Sektorebene betrachtet, wird es interessant. Es stechen vier Sektoren heraus (in gelb), s. Tabelle, die eine deutliche relative Underperformance aufzeigen.
 

Quelle Barclays basierend auf Bloomberg Daten (Klicken Sie auf die Grafik, um diese zu vergrößern)

Wir lassen Utilities und Immobilien beiseite, da die Ergebnisse in diesen Sektor sehr gut vorhersehbar sind und daher den Markt selten überraschen. Hochinteressant sind hingegen die Daten der Sektoren Discretionary Consumption (Gebrauchsgüter) und Materials / Construction. Die schlechte Performance der beiden Sektoren (deren Ergebnisse im Laufe des Jahres deutlich zurückgehen) spiegelt die düstere Marktstimmung und die Befürchtungen hinsichtlich der Konjunkturlage wider. Zur Erinnerung, der Gebrauchsgütersektor beinhaltet den Automobilsektor, einen der am meisten abgestraften Marktsegmente in diesem Jahr. In Materials Sektor wiederum wurden bereits einige Gewinnwarnungen ausgesprochen, HeidelbergCement, LafargeHolcim und Bouygues sind hier zu nennen.
 
Die andere Lektion dieses Quartals ist, dass die Märkte sehr nervös sind. Die folgende Grafik zeigt die durchschnittlichen Reaktionen am Tag der Ergebnisveröffentlichung für Unternehmen, je nachdem ob über oder unter den Erwartungen veröffentlicht wurde.
 

Durchschnittliche Reaktion am Tag der Ergebnisveröffentlich für Unternehmen, die den Konsens übertroffen (dunkelblau) oder verfehlt (hellblau) haben (Quelle Barclays mit Bloomberg - Klicken Sie auf die Grafik, um diese zu vergrößern).

Die Ausschläge sind deutlich größer als sonst, auch wenn der Trend in der Tat hin zu größeren Ausschlägen geht: Ein Unternehmen, das schlecht veröffentlicht, wird härter bestraft als ein Unternehmen belohnt wird, das gut veröffentlicht. Die Zahlen für den US S&P500 bestätigen dieses Verhalten.
 
Was die Ergebnisprognosen betrifft, bekräftigten rund 70 % der europäischen Unternehmen ihre Erwartungen, 17 % erhöhten sie und 13 % senkten sie. Im zweiten Quartal hatten die respektiven Prozentsätze bei bei 75% / 18% / 7% gelegen. In den USA waren die entsprechenden Zahlen stabil.

Die Moral der Geschichte? Die Enttäuschungen beschränkten sich zwar auf einige wenige Sektoren, sie haben aber die Marktstimmung sehr stark negativ belastet. Es ist festzustellen, dass die Zahlen in ihrer Gesamtheit und im langfristigen Vergleich gut ausgefallen sind. 
Im Artikel erwähnte Wertpapiere
%Kurs01.01.
DJ INDUSTRIAL 0.49%25413.22 verzögerte Kurse.2.31%
NASDAQ 100 -0.34%6867.0153 verzögerte Kurse.6.76%
NASDAQ COMP. -0.15%7247.8726 verzögerte Kurse.4.31%

Anthony Bondain
© MarketScreener.com 2018
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