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Studie - China investiert weniger in EU, aber mehr in Deutschland

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06.03.2019 | 14:08
Chinese 100 yuan banknotes are seen on a counter of a branch of a commercial bank in Beijing

Berlin (Reuters) - Chinesische Investitionen in der Europäischen Union sind einer Studie zufolge im vergangenen Jahr eingebrochen.

Mit 17,3 Milliarden Euro fielen sie im Vergleich zu 2017 um rund 40 Prozent und lagen damit auf dem niedrigsten Wert seit 2014, wie aus einer am Mittwoch veröffentlichten Untersuchung des Mercator Institute for China Studies (Merics) und der Rhodium Group hervorgeht. "Dies spiegelt den weltweiten Rückgang chinesischer Investitionen wider und lässt sich auf anhaltende Kapitalkontrollen und eine Verknappung der Liquidität in China zurückführen", hieß es zur Begründung. Eine wachsende Rolle spielten jedoch auch verschärfte Regeln zur Überprüfung chinesischer Investitionen auf Sicherheitsrisiken in verschiedenen europäischen Ländern. Diese hätten Investitionen verzögert oder gar verhindert.

Gegen den Trend verzeichnete Deutschland ein Plus bei chinesischen Direktinvestitionen von knapp 400 Millionen auf 2,1 Milliarden Euro - nur nach Großbritannien floss mehr Geld (4,2 Mrd Euro). Dazu gehörten etwa die Übernahme von Biotest durch den chinesischen Pharmahersteller Tiancheng und des Autozulieferers Grammer durch Ningbo Jifeng. "Gerade die wachsende Sorge der Bundesregierung vor chinesischen Investitionen in sensiblen Technologiebereichen und kritischen Infrastrukturen hatte jedoch auch zu Verzögerungen oder sogar zum Scheitern von Vertragsverhandlungen mit chinesischen Investoren geführt", heißt es in der Studie. So kam es nicht zu den geplanten Übernahmen des Maschinenbauers Leifeld und des Stromnetzbetreibers 50Hertz.

"Europa bleibt auch künftig attraktiv für chinesische Investoren", erwarten die Autoren. "Angesichts des bislang nicht beigelegten Handelskriegs zwischen den USA und China und des strikten US-amerikanischen Systems der Investitionskontrolle dürften chinesische Investitionen in Europa zumindest vorübergehend einen zusätzlichen Schub erhalten." Die neuen EU-Investitionskontrollen dürften aber insbesondere China treffen. Sie ermutigten Mitgliedsstaaten, staatlich initiierte Investitionen in sensible Technologien und kritische Infrastruktur genauer zu prüfen. Die Autoren schätzen, dass 83 Prozent der chinesischen Übernahmen im vergangenen Jahr eines dieser Kriterien erfüllt hätten. "Es ist davon auszugehen, dass dies nur ein erster Schritt hin zu einer deutlich kritischeren Haltung europäischer Regierungen gegenüber chinesischen Unternehmen ist", hieß es in der Studie.

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