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Studie - Flexibles Arbeiten beschert Eltern mehr Überstunden

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05.03.2019 | 10:43
German Minister for Family, Pensioners and Youth Franziska Giffey and Labour Minister Hubertus Heil visit a family neighbourhood centre at Berlin's Wedding district

Berlin (Reuters) - Flexible Arbeitszeiten wie Heimarbeit oder Gleitzeit bescheren Müttern und Vätern nicht mehr Freizeit, sondern mehr Überstunden als Eltern mit fester Anwesenheit im Betrieb.

Zu diesem Ergebnis kommt eine am Dienstag vorgestellte Studie der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung. Demnach kann flexibles Arbeiten die klassische Rollenverteilung zwischen Frauen und Männern festigen oder sogar verstärken. Von Zuhause aus arbeitende Mütter brächten pro Woche drei Stunden mehr für die Kinderbetreuung auf als Mütter im Betrieb. Zudem machten sie eine Überstunde mehr im Job. Väter hätten im Homeoffice pro Woche zwar zwei zusätzliche Überstunden gemacht - mehr Zeit für die Kinder hätten sie sich aber nicht genommen.

"Grundsätzlich führen flexible Modelle also bei beiden Geschlechtern im Schnitt zu längeren Arbeitszeiten im Job", sagte die Arbeitszeitforscherin Yvonne Lott vom Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut der Stiftung. Sie empfahl klarere Regeln wie eine Zeiterfassung im Homeoffice und stärkere Anreize für Männer, sich um ihre Kinder zu kümmern.

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) lässt derzeit einen Gesetzentwurf ausarbeiten, der auch ein Recht auf Homeoffice vorsieht. Sein Staatssekretär Björn Böhning verwies jüngst darauf, dass laut einer Studie 40 Prozent aller Beschäftigten von Zuhause aus arbeiten könnten. Es seien derzeit zwölf Prozent. "Ein Krankenhauspfleger kann seine Patienten nicht von Zuhause aus pflegen", sagte Böhning dem RND. "Daran wollen und werden wir natürlich nichts ändern." Künftig sollten aber Arbeitgeber darlegen, warum Homeoffice nicht möglich sei.

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