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Trumps Toben gegen China bringt Börsen zum Absturz

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23.08.2019 | 18:18
Traders walk past the German share price index DAX graph at Frankfurt's stock exchange in Frankfurt

Frankfurt (Reuters) - Eine weitere Eskalation im Handelsstreit zwischen China und den USA hat die Börsen am Freitag schwer belastet.

Dax und EuroStoxx50 rutschten jeweils um 1,2 Prozent auf 11.611,51 und 3334,25 Punkte ab. Auch an der Wall Street nahmen die Anleger Reißaus. Die Technologiebörse Nasdaq knickte mit knapp zwei Prozent bis Handelsschluss in Europa am stärksten ein.

Zuvor hatte China US-Güter im Wert von rund 75 Milliarden Dollar mit neuen Strafzöllen belegt. US-Präsident Donald Trump kündigte per Twitter Gegenmaßnahmen an. So sollten US-Firmen nach Alternativen zu China suchen und ihre Produkte in den USA herstellen. "Die Äußerungen von Trump haben Schockwellen durch den Markt geschickt und alle Hoffnungen auf eine Deeskalation an der Handelsfront jederzeit und bald zunichte gemacht", sagte Marktanalyst David Cheetham vom Online-Handelshaus xtb. Trumps verbaler Angriff auf China via Social Media sei "unglaublich" und in Ton und Inhalt selbst für Trumps Verhätnisse extrem hart.

POWELLS REDE BRINGT ANLEGERN KEINE NEUEN ERKENNTNISSE

Am Devisenmarkt ging der Dollar auf Talfahrt: der Dollar-Index, der die Devise zu anderen wichtigen Währungen misst, gab 0,4 Prozent auf 97,829 Punkte nach. Der Euro verteuerte sich im Gegenzug um ein halbes Prozent auf 1,1136 Dollar. Anleger retteten sich in das als sicherer Hafen geltende Gold. Das Edelmetall verteuerte sich um zwei Prozent auf 1527 Dollar je Feinunze. Die Ölpreise gaben nach: US-Leichtöl der Sorte WTI verbilligte sich um 2,9 Prozent auf 53,76 Dollar je Fass.

US-Notenbankchef Jerome Powell hielt indes mit seiner seiner vielbeachteten Rede auf der Notenbankkonferenz in Jackson Hole Analysten zufolge alle Bälle in der Luft. "Er dämpfte die Spekulationen auf eine weitere Zinssenkung um 25 Basispunkte auf der September-Sitzung nicht, sagte aber auch nichts, was darauf hindeuten würde, dass ein größerer Schritt ansteht", sagte Ökonom Christoph Balz von der Commerzbank. Von Trump erntete auch der oberste Notenbanker dafür umgehend harsche Kritik. "Wie üblich tat die Fed NICHTS!", twitterte er. "Meine einzige Frage lautet, wer ist unser größerer Feind, Jay Powel (sic) oder der Vorsitzende Xi?", twitterte Trump unter Hinweis auf Chinas Präsident Xi Jinping, wobei er den Namen von Powell falsch schrieb.

SPEKULATION AUF BILDUNG EINER "DEUTSCHEN STAHL AG"

Aktienanleger zogen vor allem bei exportorientierten Werten die Notbremse. Der Autosektor war mit 2,1 Prozent der schwächste Branchenindex. Größter Dax-Verlierer waren die Titel von BMW und Daimler mit jeweils rund 3,1 Prozent. Auch Technologietitel ließen kräftig Federn.

Zudem rückte der Stahlsektor ins Rampenlicht. Thyssenkrupp-Boss Guido Kerkhoff und KlöCo-Chef Gisbert Rühl seien im regelmäßigen Austausch über eine mögliche Zusammenarbeit im Stahlhandel, sagten mehrere mit den Gesprächen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Der Ausgang sei aber völlig offen. Das "Handelsblatt" hatte berichtet, dass Thyssen KlöCo übernehmen wolle, und Branchenkreise zitiert, wonach auch ein Zusammengehen mit Salzgitter Vorteile brächte. Ein Sprecher von Salzgitter wies das allerdings zurück. KlöCo-Aktien gewannen 7,1 Prozent.

In London schossen die Papiere von Entertainment One mehr als 30 Prozent nach oben auf 574 Pence. Der "Monopoly"-Macher Hasbro will den Produzenten der Kindershow "Peppa Pig" und der Zombie-Serie "Walking Dead" für 560 Pence je Aktie und damit insgesamt vier Milliarden Dollar übernehmen.

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