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Überlastung am Bau: Ingenieurkammer nimmt Politik in Pflicht

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04.12.2018 | 05:46

FRANKFURT (dpa-AFX) - Angesichts von Überlastung und Termindruck am Bau nimmt die Bundesingenieurkammer die Politik in die Pflicht. "Wir brauchen Planungssicherheit bei Investitionen der öffentlichen Hand, damit wir nicht krasse Kapazitätsschwankungen haben", sagte Präsident Hans-Ullrich Kammeyer der Deutschen Presse-Agentur. Die Politik müsse früher gegensteuern, wenn es Engpässe wie nun beim Wohnungsbau gebe.

"Jahrelang waren Ingenieurbüros nicht ausgelastet und mussten daher zwangsläufig Kapazitäten abbauen. Heute stoßen sie im Boom an ihre Grenzen", meint Kammeyer. Am Bau fehlten Tausende Ingenieure. Die Lücke lasse sich mit Hochschulabsolventen so schnell nicht füllen, zumal es in der Ausbildung Defizite gebe. Mit der Reform zu Bachelor und Master seien viele "Mode-Studiengänge" entstanden. "Statt Abschlüssen mit tollen Namen und wenig Ingenieurinhalten braucht es wieder mehr breit aufgestellte Ingenieure", kritisiert Kammeyer.

Der Verbandspräsident macht vor allem Termindruck für steigende Bauschäden verantwortlich. Mängel an Wohnungen und Gebäuden nehmen im Immobilienboom zu, wie eine Studie des Bauherren-Schutzbundes (BSB) zeigt. Die Zahl der Versicherungsschäden ist demnach hierzulande zwischen 2009 und 2016 um 89 Prozent gestiegen.

Der BSB, der gut 5800 Haftpflichtfälle der Architekt-Ingenieur-Assekuranz analysiert hat, sieht überlastete Firmen, Fachkräftemangel und mehr Vorschriften am Bau als Ursache. Auch der Handwerksverband ZDH klagt, dass Unternehmen an der Kapazitätsgrenze arbeiten und Fachkräfte fehlen./als/DP/zb


© dpa-AFX 2018
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