Breit aufgestellter Technologiekonzern mit klarem Fokus

ABB ist auf Elektrifizierungs- und Automatisierungstechnologien spezialisiert. Das Unternehmen liefert Systeme für den Transport, die Verteilung und das Management elektrischer Energie – darunter intelligente Netze, Umspannwerke und Ladestationen. Im Bereich Automatisierung entwickelt der Konzern Steuerungs-, Überwachungs- und Robotiklösungen für Produktionsanlagen. Eine seiner größten Stärken ist die breite Abdeckung verschiedenster Endmärkte: von der Schwerindustrie über die Logistik bis hin zur Energiebranche, dem Transportwesen und der Konsumgüterproduktion. Wie CEO Morten Wierod betonte, gelingt es ABB weiterhin, Marktanteile zu gewinnen.

Starke Zahlen und ein außergewöhnlicher Auftrag

Im zweiten Quartal stieg der Umsatz auf vergleichbarer Basis um 6 % – mehr als vom Markt erwartet. Auch die Margen verbesserten sich. Die eigentliche Überraschung kam jedoch von der Auftragsseite: Die Bestellungen legten um 14 % zu, vor allem dank eines Großauftrags in Höhe von 600 Millionen US-Dollar im Bereich der Prozessautomatisierung. Ohne diesen Einmaleffekt hätte sich das Wachstum der Auftragseingänge halbiert. Doch auch die anderen Geschäftsbereiche – Elektrifizierung, Antriebstechnik, Robotik und diskrete Automatisierung – lieferten solide Beiträge.

Wachstumspotenzial durch künstliche Intelligenz und Rechenzentren

Die Aussichten für ABB bleiben positiv, insbesondere dank einer vielversprechenden Positionierung im Bereich der künstlichen Intelligenz. Der Konzern investiert gezielt in Stromnetze für Rechenzentren – ein Segment, für das in diesem wie auch in den kommenden Jahren eine starke Nachfrage erwartet wird.

Damit verfügt ABB über robuste Pfeiler für eine nachhaltige Entwicklung unter günstigen Rahmenbedingungen. In der vergangenen Dekade hat sich die operative Marge des Unternehmens verdoppelt – ein Beleg für kontinuierliche Effizienzsteigerungen. Dieser Fortschritt kompensiert die in Summe stagnierende Umsatzentwicklung. In unsicheren Zeiten, wie aktuell oder während der Covid-Krise, halten viele Kunden ihre Investitionen in Industrieausrüstungen dennoch hoch – besonders in den USA, die für 27 % des Konzernumsatzes stehen. Dort ist die Nachfrage nach wie vor dynamisch, mit Ausnahme einzelner Sektoren wie der Automobilindustrie. ABB bleibt somit eine attraktive defensive Aktie.

Mögliche Impulse durch strategische Maßnahmen

In den kommenden Monaten könnten mehrere Kurstreiber den Titel stützen – allen voran ein möglicher Börsengang oder Verkauf der Robotik-Sparte. Laut Bloomberg könnte diese Division mit bis zu 3,5 Milliarden US-Dollar bewertet werden. Ein solcher Schritt würde die Wertschöpfung gezielt steigern und käme vor allem den Aktionären zugute.