Anthropic, das von Alphabets Google und Amazon.com unterstützte Start-up für künstliche Intelligenz, hat laut einem Bericht der Financial Times vom Dienstag die Anwaltskanzlei Wilson Sonsini beauftragt, um sich auf einen Borsengang vorzubereiten, der bereits 2026 stattfinden konnte.

Ein Borsengang würde dem Unternehmen, das den KI-Chatbot Claude betreibt, eine effizientere Moglichkeit bieten, Kapital zu beschaffen und durch offentliche Aktien großere Akquisitionen zu ermoglichen. Dieser Schritt erfolgt, während die Verbreitung von KI weiter zunimmt, angetrieben durch steigende Ausgaben für Unternehmens-IT und wachsende Investoreninteressen.

Ein Sprecher von Anthropic teilte Reuters mit, dass das Unternehmen noch nicht entschieden habe, wann oder ob es überhaupt an die Borse gehen werde.

Das Unternehmen hat Wilson Sonsini bereits zuvor bei verschiedenen Unternehmensangelegenheiten konsultiert. Die Anwaltskanzlei reagierte außerhalb der regulären Geschäftszeiten nicht sofort auf die Anfrage von Reuters zu dem FT-Bericht.

Anthropic konnte laut Bericht bereits 2026 borsenreif sein. Das Start-up habe auch mit großen Investmentbanken über einen moglichen Borsengang gesprochen, so die Zeitung unter Berufung auf Quellen.

Der Bericht der Financial Times betont jedoch, dass sich die Gespräche noch in einem frühen und informellen Stadium befinden, was darauf hindeutet, dass das Unternehmen noch weit davon entfernt ist, seine Borsenmakler auszuwählen.

Anthropic verhandelt derzeit über eine private Finanzierungsrunde, die dem Start-up eine Bewertung von über 300 Milliarden US-Dollar verschaffen konnte, ergänzt der Bericht.

Das von Dario Amodei geleitete Anthropic rechnet damit, seinen annualisierten Umsatzlauf bis nächstes Jahr mehr als zu verdoppeln und moglicherweise fast zu verdreifachen - auf rund 26 Milliarden US-Dollar. Das Unternehmen hat mehr als 300.000 Geschäfts- und Unternehmenskunden.

OpenAI, ein großer Konkurrent, der von Microsoft unterstützt wird, bereitet sich laut Reuters auf einen der großten Borsengänge aller Zeiten vor, mit einer potenziellen Bewertung von bis zu 1 Billion US-Dollar. Das Unternehmen schafft die Voraussetzungen für einen Borsengang und konnte bereits in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 einen Antrag bei den Wertpapieraufsichtsbehorden stellen.

Sarah Friar, Finanzchefin von OpenAI, erklärte jedoch später im November, dass ein Borsengang kurzfristig nicht in den Plänen des Start-ups stehe.

Im vergangenen Monat kündigten Microsoft und Nvidia an, bis zu 15 Milliarden US-Dollar in Anthropic zu investieren, während das KI-Unternehmen eine Verpflichtung in Hohe von 30 Milliarden US-Dollar für die Nutzung von Microsofts Cloud-Diensten einging.

Anthropic, 2021 von ehemaligen OpenAI-Mitarbeitern gegründet, wurde kürzlich mit 183 Milliarden US-Dollar bewertet.