Seither hat der Markt seine Erwartungen deutlich nach unten angepasst – wohl auch, weil das Wachstum bei Mittelzuflüssen und Geschäftsentwicklung weniger dynamisch ausfiel als ursprünglich erhofft. Für das Pariser Unternehmen hat dies gravierende Folgen: Die Börsenbewertung ist seit den euphorischen Tagen um zwei Drittel eingebrochen.
Der Infrastruktursektor, lange ein Liebling der Investoren, leidet inzwischen unter seiner eigenen Attraktivität. Nach Vorreitern wie Macquarie oder Brookfield sind nahezu alle großen Asset Manager in diesen Bereich vorgestoßen.
Entsprechend hat sich das Tempo der Kapitalzuflüsse verlangsamt – ebenso wie die Renditen. Diese Entwicklung spiegelt sich klar in den Zahlen von Antin wider: 2025 verzeichnete das Unternehmen erstmals rückläufige Umsätze und ein sinkendes operatives Ergebnis.
Antin verwaltet derzeit Vermögen von 34 Milliarden Euro, davon 22 Milliarden im Auftrag Dritter – eine Verdopplung seit 2019. In Frankreich bedeutet dies Rang zwei hinter Ardian Infra, das langsamer gewachsen ist, jedoch auf globaler Ebene nicht mit den größten internationalen Anbietern mithalten kann.
Auffällig ist zudem der äußerst geringe Streubesitz: Lediglich rund 16 % der Aktien befinden sich im freien Umlauf, während das Management und ein enger Aktionärskreis weiterhin die große Mehrheit kontrollieren.
Bemerkenswert ist, dass diese Anteilseigner weder beim Börsengang noch später – etwa nach Ablauf der ersten Lock-up-Periode im September 2024 – nennenswerte Aktienverkäufe vorgenommen haben.
Im September 2026 eröffnet sich jedoch die Möglichkeit, bis zur Hälfte der gehaltenen Anteile zu veräußern. Ein solcher Schritt könnte im Interesse des Unternehmens liegen, insbesondere wenn er mit einer erfolgreichen Kapitalerhöhung einhergeht.
Im Wettbewerb um Größe, der die Asset-Management-Branche prägt, gerät die Zeit zunehmend zum Nachteil mittelgroßer Anbieter, die nicht vollständig den Anforderungen großer institutioneller Investoren entsprechen.
Für Antin wird 2026 damit zu einem entscheidenden Jahr. Vieles muss zusammenpassen, um den Anschluss nicht zu verlieren – denn eine zweite Chance könnte ausbleiben.
Trotz der deutlich gesenkten Erwartungen hat der Markt das Vertrauen in die Perspektiven des von Alain Rauscher und Mark Crosbie gegründeten Unternehmens noch nicht vollständig aufgegeben. Mit einer Bewertung von knapp unter dem Zehnfachen des EBITDA erscheint die Aktie nicht überzogen.
Ein weiterer Rückgang auf unter das Achtfache des EBITDA würde vermutlich ein klares Kaufsignal darstellen – zumal die Dividendenrendite in diesem Fall in Richtung 7 % steigen oder diese Marke sogar überschreiten könnte.


















