Rein bilanziell betrachtet stellt das dritte Quartal jedoch keinen Bruch im historischen Wachstumspfad dar. Der Umsatz erreichte 3,4 Mrd. US-Dollar; im Vorjahresquartal waren es noch 2,8 Mrd. US-Dollar. Die Maklerprovisionen schossen um 24 % auf 1,9 Mrd. US-Dollar in die Höhe, die Honorare stiegen um fast 12 % auf 1,1 Mrd. US-Dollar.
Diese positive Geschäftsdynamik konnte allerdings eine starke Verschlechterung der Margen und des organischen Wachstums nicht verhindern. Der Gewinn ging um 13 % zurück, was vor allem auf den starken Anstieg der Ausgaben zurückzuführen ist – insbesondere für Vergütungen, Zinsen und Betriebskosten. Insgesamt beliefen sich die Ausgaben auf 3 Mrd. US-Dollar, ein Zuwachs von fast 26 % im Vergleich zum Vorjahr.
Für ein Unternehmen, das für seine präzise Kommunikation und die konsequente Einhaltung eigener Prognosen bekannt ist, sorgt diese Häufung kleiner Enttäuschungen für Unmut.
Das Wachstum resultierte vor allem aus der Integration von AssuredPartners, das im August für 13,5 Mrd. US-Dollar übernommen wurde. Diese Akquisition soll das Geschäft im Bereich Schaden- und Unfallversicherung (Property & Casualty, IARD) sowie im Gesundheitssektor für mittelständische US-Unternehmen (mit 50 Mio. bis 1 Mrd. US-Dollar Umsatz) strukturell stärken.
Im Berichtsquartal erzielte AssuredPartners einen Umsatz von 306 Mio. US-Dollar – deutlich unter den 380–400 Mio. US-Dollar, die auf dem Investorentag im September in Aussicht gestellt worden waren.
Trotzdem sollte man nicht zu kurzfristig denken: Die langfristigen Perspektiven der Übernahme sind nicht in Frage gestellt. Mehrere Makler betonen, dass AssuredPartners hervorragende Aussichten für organisches Wachstum bietet – auf einem Niveau, das mit dem des neuen Eigentümers vergleichbar ist.
Parallel zu diesen technischen Herausforderungen meldet das Unternehmen auch beruhigende Aspekte: Die Erneuerung der Versicherungspolicen verläuft weiterhin solide, und interne Daten zeigen keinerlei Anzeichen einer wirtschaftlichen Abschwächung. Auch der Rückversicherungsmarkt bleibt gesund.
Die Fundamentaldaten bleiben ebenfalls positiv. Arthur J. Gallagher wächst schneller als viele Wettbewerber, und die Prognosen für die kommenden Jahre sind weiterhin robust. 80 % der Umsätze sind wiederkehrend, was eine sehr hohe Planungssicherheit garantiert. Es bestehen keine wesentlichen Bilanzrisiken.
Dennoch hat der Markt die Aktie deutlich abgestraft. Zu berücksichtigen ist dabei, dass die Bewertung in den letzten zwei Jahren deutlich über dem historischen Durchschnitt lag. Der jüngste Kursrückgang lässt sich daher auch als Rückkehr zu einer vernünftigeren, wenn auch immer noch anspruchsvollen Bewertung deuten – denn die Aktie wird weiterhin mit mehr als dem 30-Fachen des diesjährigen Gewinns gehandelt.


















