Die Strafe folgt auf eine Klage der Australian Securities and Investments Commission (ASIC) Ende 2024. Darin wurde der Vorwurf erhoben, dass die Fehlklassifizierung Privatanlegern den Zugang zu hochriskanten Kryptoderivaten ermöglichte, ohne dass die erforderlichen Schutzmaßnahmen gewährleistet waren.
Binance Australia Derivatives, Teil der nach Handelsvolumen weltweit größten Kryptobörse, räumte die Versäumnisse in einer mit der ASIC vereinbarten Sachverhaltserklärung ein.
Das Bundesgericht stellte fest, dass Binance Australia zwischen Juli 2022 und April 2023 insgesamt 524 Privatanleger fälschlicherweise als Großkunden eingestuft hatte. Dies gewährte ihnen Zugang zu "hochriskanten" Kryptowährungsderivaten ohne den gesetzlich vorgeschriebenen Verbraucherschutz.
Infolgedessen erlitt die falsch klassifizierte Kundengruppe Handelsverluste in Höhe von 8,7 Millionen AUD und zahlte Gebühren in Höhe von 3,9 Millionen AUD.
Binance Australia räumte schwerwiegende Mängel beim Onboarding von Kunden und bei der Mitarbeiterschulung ein. Diese führten dazu, dass Nutzer einen Multiple-Choice-Test so oft wiederholen konnten, bis sie eine Punktzahl erreichten, die sie als erfahrene Anleger qualifizierte.
In einem Fall wurde ein Kunde fälschlicherweise als professioneller Anleger eingestuft, allein basierend auf einer Selbsterklärung als "befreite öffentliche Behörde", ohne dass eine ordnungsgemäße Verifizierung stattfand.
Laut ASIC versteht sich die Strafe zusätzlich zu den rund 13,1 Millionen AUD an Entschädigungen, die Binance Australia bereits 2023 an die betroffenen Kunden gezahlt hat.
In einer E-Mail-Antwort an Reuters erklärte Binance Australia: "Das Problem wurde selbst identifiziert, der ASIC gemeldet und im Jahr 2023 vollständig behoben".
(1 USD = 1,4491 Australische Dollar)


















