Die wegweisende EU-Richtlinie über die Sorgfaltspflichten von Unternehmen im Hinblick auf Nachhaltigkeit (CSDDD) verpflichtet große Konzerne dazu, Menschenrechts- und Umweltprobleme in ihren Lieferketten zu beheben. Bei Verstößen drohen Bußgelder von bis zu 3% des weltweiten Umsatzes.
Laut dem zweijährlich erscheinenden „Coffee Barometer“, das von einer Gruppe von NGOs erstellt wird, ist das Gesetz das erste EU-Instrument, das ein existenzsicherndes Einkommen als verbindliches Menschenrecht anerkennt – eine Anerkennung, die wiederum direkte kommerzielle Auswirkungen auf den Kaffeesektor hat.
Zudem müssen große Unternehmen ihre Compliance-Systeme weit vor 2029 einrichten, um die Anforderungen fristgerecht zu erfüllen.
„Preisstrukturen, Vertragslaufzeiten und Zahlungsbedingungen sind keine rein kommerziellen Entscheidungen mehr; dort, wo sie mit negativen Auswirkungen auf die Menschenrechte verknüpft sind, sind die Unternehmen verpflichtet, sie zu ändern“, heißt es in dem Bericht.
Es wurde jedoch festgestellt, dass keiner der 15 weltweit größten untersuchten Röster und Händler die oben genannten Punkte offenlegte oder Verpflichtungen zu existenzsichernden Einkommen in seiner Nachhaltigkeitsberichterstattung erwähnte.
Kaffee bleibt laut dem Barometer ein Sektor, der von armutsgefährdeten Kleinbauern dominiert wird, was die zentrale Herausforderung der Branche darstellt.
Schätzungen zufolge produzieren rund 12,5 Mio. landwirtschaftliche Haushalte, von denen die meisten weniger als zwei Hektar bewirtschaften, den Großteil des weltweiten Kaffees. Dabei kämpfen sie selbst bei den derzeit relativ hohen Preisniveaus darum, ein tragfähiges Einkommen zu erzielen.
„Unternehmen veröffentlichen Nachhaltigkeitsverpflichtungen, während sich das operative Kerngeschäft weiterhin auf den Einkauf billiger Rohstoffe stützt. Solange sich dies nicht ändert, werden Nachhaltigkeitsinvestitionen das Problem eher umgehen als lösen.“
Zu den vom Barometer untersuchten Unternehmen gehören die weltweit führenden Röster Nestlé, Starbucks und JDE Peet's sowie die Top-Händler Olam, Louis Dreyfus, Ecom und Volcafe.


















