In den vergangenen drei Monaten flossen BlackRock 205 Milliarden Dollar an frischen Mitteln zu. Wie so oft sind es die börsengehandelten Fonds (ETFs), die den Großteil dieser Gelder auf sich ziehen. Gleichzeitig schreitet der Vorstoß in das Geschäft mit privaten Vermögenswerten weiter voran – nicht zuletzt dank der Übernahmen von Global Infrastructure Partners und HPS Investment Partners.

Mit 321 Milliarden Dollar an verwaltetem Vermögen bleibt dieser Bereich jedoch vorerst ein Nebenschauplatz: Zwar deutlich profitabler als das ETF-Geschäft, macht er derzeit lediglich 3 % der gesamten Assets under Management aus.

Dennoch dürfte dieser Bereich künftig an Gewicht gewinnen – vor allem durch Investitionen in Mega-Infrastrukturprojekte, etwa im Bereich Rechenzentren. Nach Schätzungen von BlackRock erfordert der Siegeszug von Künstlicher Intelligenz und datengetriebenen Anwendungen Investitionen von rund 1.500 Milliarden Dollar in den kommenden fünf Jahren. BlackRock will sich daran ein erhebliches Stück sichern.

Das dritte Quartal bestätigt jedenfalls die Rückkehr zur dynamischen Mittelakquise – nach drei schwächeren Quartalen in Folge. Der Trend hatte sich bereits im zweiten Quartal abgezeichnet, wurde jedoch durch den Abzug eines bedeutenden asiatischen Staatsfonds überschattet.

Der Aufschwung wurde zweifelsohne von den robusten Finanzmärkten begünstigt, die nach dem Abflauen der Zollstreit-Sorgen in Schwung gekommen sind. Larry Fink, der sich in der Vergangenheit scharf gegen protektionistische Tendenzen ausgesprochen hatte, gibt sich inzwischen diplomatischer – auch im Sinne einer konstruktiven Beziehung zur US-Regierung.

BlackRock hat in den vergangenen zehn Jahren seinen Umsatz und Gewinn verdoppelt. Für dieses Jahr plant der Konzern, mindestens 5,1 Milliarden Dollar an die Aktionäre zurückzuführen – davon über 3,2 Milliarden in Form von Dividenden, der Rest über Aktienrückkäufe.

Die aktuelle Börsenbewertung von rund 185 Milliarden Dollar entspricht dem 35-Fachen des ausschüttbaren Gewinns – eine markante Neubewertung gegenüber dem Jahr 2023, als dieses Verhältnis noch bei 20 lag.