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| Tops / Flops der Woche |
TOPS - EUROPA Banca Monte dei Paschi di Siena +19,8 %: Der italienischen Großbank mit Sitz in Siena kam zugute, dass die Intesa Sanpaolo ein öffentliches Übernahme- und Umtauschangebot lanciert hatte. Damit will letztere ihre führende Position im italienischen Bankensektor festigen. Die Compagnia di San Paolo bekundete als Intesa-Hauptaktionärin, den Deal unterstützen zu wollen, und stärkte damit aus Sicht der Märkte die Glaubwürdigkeit des Vorhabens. Puuilo +20,4 %: Nachdem der finnische Discounter solide Zahlen veröffentlicht hatte, ging es für die Aktie nach oben. Im 1. Quartal 2026 stieg der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um über 13%, und auch die Bruttomarge zog dank der Entwicklung der Eigenmarken an. In der Gesamtjahresprognose hält das Unternehmen an einem Nettoumsatzziel zwischen 425 und 455 Mio. EUR fest. In der Folge zeigte sich der Markt noch überzeugter hinsichtlich des Wachstumskurses von Puuilo. Tate & Lyle +14,98 %: Nachdem der britische Hersteller von Lebensmittelzutaten das Übernahmeangebot seines US-Mitbewerbers Ingredion angenommen hatte, verbuchte der Titel ein Kursplus. Im Rahmen der Transaktion wird der Konzern mit 2,7 Mrd. GBP bewertet - bei einem Kaufpreis von 595 Pence je Aktie. Durch den Zusammenschluss würde ein globales Schwergewicht im Bereich Lebensmittelzutaten entstehen. Hugo Boss +10,46 %: Für die Aktie des deutschen Bekleidungskonzerns ging es deutlich nach oben, nachdem die britische Frasers Group ein öffentliches Übernahmeangebot bekannt gegeben hatte. Die Analysten von Mwb bezeichneten das Angebot jedoch als opportunistisch und nicht besonders attraktiv. Der Kurs sprang über den offerierten Kaufpreis, der Markt rechnet also offenbar mit einer Aufwärtskorrektur des Angebots. FLOPS - EUROPA Exail Technologies -23,67 %: Nachdem bei dem auf Navigationssysteme und Robotikanwendungen fokussierten französischen Technologiekonzern und seinem Finanzierungspartner ICG im Rahmen der Refinanzierung voneinander abweichende Auffassungen zur Unternehmensbewertung zutage getreten waren, musste Exail einen Kursrutsch hinnehmen. Exail schätzt die Kosten des Ausstiegs auf etwa 710 Mio. EUR, ICG rechnet dagegen mit einem Wert von fast 1,1 Mrd. EUR. Halma plc -16,42 %: Ungeachtet der als solide eingestuften Geschäftszahlen brach der auf Sicherheits-, Gesundheits- und Umwelttechnologie spezialisierte britische Konzern ein, nachdem sich der Markt von einem für das Gesamtjahr prognostizierten nachlassenden Wachstum enttäuscht gezeigt hatte. SAP SE -13,14 %: Dem führenden deutschen Anbieter von Unternehmenssoftware kommt eine Abwärtskorrektur der Margenprognose durch Goldman Sachs in die Quere. Die Analysten rechnen für das 2. Halbjahr mit höheren Hardware-Kosten. Zudem leidet das Unternehmen unter den Auswirkungen der Geschäftszahlen von Oracle auf die gesamte Branche: Der US-Konkurrent hat einen deutlich über den Erwartungen für 2027 liegenden KI-Investitionsplan vorgestellt, der die Befürchtungen hinsichtlich der Rentabilität des gesamten Softwaresektors wieder aufleben lässt. Soitec -6,34 %: Der französische Hersteller von Halbleitermaterialien begab sich auf Talfahrt, nachdem Jefferies seine Bewertung auf Underperform gesenkt hatte. Die Analysten rechnen nicht vor 2030 mit einem nennenswerten Umsatzplus im Bereich Photonik, und bis 2028 dürfte bei RF-SOI-Materialien ein Bestandsüberschuss vorherrschen. TOPS - USA KLA Corporation +31,94 %: Der US-Spezialist für Prozesssteuerung in der Halbleiterbranche profitierte davon, dass Analysten gleich reihenweise ihre Kursziele anhoben. Getragen von der Rally im KI-Bereich steht die Aktie in der Gunst von Cantor Fitzgerald (Kursziel 2.500 USD, Übergewichten), Barclays (2.250 USD, Übergewichten) und UBS (2.180 USD). Hinzu kam der am 12. Juni vollzogene Aktiensplit im Verhältnis 1:10, der die Attraktivität des Titels noch verstärkte. Applied Materials +25,22 %: Der US-Hersteller von Ausrüstungen für die Halbleiterindustrie legte nach der Einweihung seines neuen Standorts in Singapur zu. Die Investition in Höhe von 500 Mio. USD soll das Unternehmen befähigen, mit dem KI-Boom weiter Schritt zu halten. Die Kapazitätserweiterung wird begleitet von einem günstigen Börsenklima, dem auch die Aussicht auf eine geopolitische Entspannung im Nahen Osten zugutekommt. FLOPS - USA Super Micro -26,85 %: Der Hersteller von Hochleistungsservern litt unter dem Abwärtstrend im Technologie- und Halbleitersektor, der Mitte der Woche durch die wiederaufflammenden geopolitischen Spannungen zwischen Washington und Teheran belastet wurde. Unterdessen hat der Konzern den Preis für seine Kapitalerhöhung festgelegt, die sich auf bis zu 7 Mrd. USD belaufen könnte. Ein Schritt, der den Wert der von den Bestandsaktionären gehaltenen Papiere zwangsläufig verwässert. Adobe -18,86 %: Trotz über Erwarten guter Quartalszahlen und eines angehobenen Jahresumsatzziels von 26,5-26,6 Mrd. USD verlor die Aktie des Entwicklers von Kreativsoftware an Boden. Die Anleger reagierten ungnädig auf den Rücktritt des Finanzchefs - aus Sicht des Marktes ein eher beunruhigendes Signal in Bezug auf die Unternehmensführung. Oracle Corporation -13,83 %: Der Unternehmenssoftware-Gigant gerät ins Straucheln. Neben den Quartalszahlen gab Oracle deutlich über den Erwartungen liegende geplante Investitionen bekannt. Die Analysten der UBS sehen dies als Hauptgrund für die Abwärtskorrektur. Auch ein in dieser Woche akquirierter Auftrag der US-Regierung im Wert von 395,8 Mio. USD reichte nicht aus, um die Anleger zu besänftigen. |
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| Rohstoffe |
Energie: Die Rohölpreise sanken im Wochenverlauf um ca. 10% (-9,40% für Brent mit Fälligkeit im August bzw. -9,70% für WTI mit Fälligkeit im Juli) und erreichten den tiefsten Stand in fast zwei Monaten. Verantwortlich dafür waren die sich mehrenden Anzeichen für eine mögliche Vereinbarung zwischen den USA und dem Iran. Dabei geht es um eine Verlängerung der Waffenruhe um 60 Tage sowie die Wiederöffnung der Straße von Hormus, die wichtige Meerenge für fast 20% der weltweiten Öltransporte. US-Präsident Donald Trump sagte die angekündigten Angriffe auf Iran ab und beschwichtigte damit die Sorge vor einer militärischen Eskalation. Die Vereinbarung muss allerdings erst noch unter Dach und Fach gebracht und unterzeichnet werden, vor allem von Donald Trump. Teheran ließ verlauten, dass noch keine endgültige Entscheidung getroffen wurde. Die Wiederöffnung der Straße von Hormus würde den Markt unmittelbar entlasten, da der Transit von Öltankern im Persischen Golf wieder möglich wäre. Die Förderung wird allerdings nur schrittweise wieder anlaufen. Metalle: Heftiger Rückschlag für Gold, dessen Preis sich stark der symbolischen Marke von 4.000 USD annäherte. Zum Wochenschluss erholte sich der Preis jedoch dank der Hoffnungen auf die Vereinbarung einer Waffenruhe zwischen USA und Iran, die den Weg für ein Sinken des Ölpreises ebnen würde. Mit 4.220 USD je Unze büßte der Goldpreis in der abgelaufenen Woche um mehr als 2% ein. Die Aussicht auf einen Inflationsanstieg vor dem Hintergrund der weiterhin hohen Energiepreise bewirkt, dass mit einem Festhalten der EZB und der US-Notenbank Fed am erhöhten Zinsniveau gerechnet wird. Für Gold, das keine Rendite abwirft, ist das ein nach wie vor ungünstiges Szenario, wenngleich die Käufe der Zentralbanken und die ETF-Kapitalflüsse eine gewisse Unterstützung bieten. Der Kupferpreis sank weiter und erreichte bei 13.380 USD pro Tonne an der LME den tiefsten Stand seit drei Wochen. Verantwortlich dafür sind die erheblichen Spannungen im Nahen Osten und die Gefahr einer Abkühlung der Weltwirtschaft, die Sorgen um die Kupfernachfrage schürt. Die Lagerbestände der LME schmelzen weiter: ein sicheres Zeichen für eine Angebotsverknappung. Agrarrohstoffe: Der Sojapreis rutschte in Chicago auf 1.110 Cent je Scheffel. Auslöser waren ergiebige Regenfälle im Mittleren Westen der USA, die sich günstig auf das Wachstum der Pflanzen auswirken, sowie der sinkende Rohölpreis und dessen Effekt auf das in Biodiesel verwendete Sojaöl. Der Maispreis hielt sich recht stabil bei 410 Cent, obwohl sich die Produktionsprognosen aufhellen. So hat das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) seine Prognose zur Ernte in Argentinien und Brasilien nach oben korrigiert. Nichts Neues zu Weizen, dessen Preis im Bereich von 582 Cent je Scheffel notiert. |
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| Makroökonomie |
Marktstimmung: In einer Flut von teilweise widersprüchlichen Informationen, die kaum Aufschluss über die wirkliche Lage geben, versuchen die Finanzmärkte, den Kopf über Wasser zu halten. Auf makroökonomischer Ebene ist die Inflation in den USA mit inzwischen über 4% wieder auf den höchsten Stand seit April 2023 gestiegen. Das schürt die Angst vor einer Anhebung der Leitzinsen um 25 Basispunkte bis zum Jahresende. Die EZB ist rasch zur Sache gekommen und hat die wichtigsten Refinanzierungssätze bereits um einen Viertelprozentpunkt erhöht. Auf geopolitischer Ebene sorgt Donald Trump mit seiner Iran-Politik weiterhin für Unsicherheit. Wie so oft folgen auf die Drohungen neue Fristen, da angeblich eine Vereinbarung zum Greifen nah sei. Der Markt will daran glauben, aber nur eine Unterschrift würde die weltweiten Börsen von dem Damoklesschwert, das über ihnen schwebt, befreien. Dessen ungeachtet startete SpaceX nach seinem Börsengang in New York mit einem Höhenflug. Das Narrativ ist also offensichtlich auch hier absolut intakt. Kryptowährungen: Nach vier aufeinanderfolgenden Wochen mit einem Kurssturz von 83.000 auf 63.000 USD tendierte der Bitcoin diese Woche seitwärts. Auch die Bitcoin-Spot-ETFs mussten kräftig Federn lassen. Die börsengehandelten Produkte verzeichneten Nettoabflüsse von sage und schreibe 5,8 Mrd. USD. Damit sank das verwaltete Gesamtvermögen auf 79,5 Mrd. USD, den niedrigsten Stand seit Ende 2024. Zum Zeitpunkt des Allzeithochs des BTC von 126.500 USD Ende 2025 hatte das Gesamtvolumen noch bei rund 150 Mrd. USD gelegen. Allgemein leiden Kryptowährungen aktuell unter der wachsenden Nachfrage der Anleger nach allem, was auch nur im Entferntesten mit künstlicher Intelligenz zu tun hat. Solange sich für BTC & Co. keine eigenen positiven Impulse ergeben oder Elon Musk nicht den Einsatz von BTC für die Bezahlung von Raketen und Satelliten von SpaceX ankündigt, dürfte sich das Anlegerinteresse an der Kryptosphäre weiter in Grenzen halten. Die Gesamtkapitalisierung des Kryptomarktes fiel auf rund 2,150 Bio. USD und damit auf den niedrigsten Stand seit Oktober 2024. |
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*Die Wochenperformance der Indizes und Aktien bezieht sich auf den Zeitraum von der Eröffnung der Märkte am Montag bis zur Erstellung dieses Newsletters am Freitag. Die Wochenperformance von Rohstoffen, Edelmetallen und Währungen bezieht sich auf den 7-Tage-Zeitraum von Freitag bis Freitag (bis zur Erstellung des Newsletters). Diese Vermögenswerte notieren auch an Wochenenden. |
































