Die US-Börsen und die globalen Aktienmärkte markierten neue Höchststände, bevor sie am Donnerstag schwächer schlossen. Chipwerte gaben einen Teil ihrer rasanten Gewinne wieder ab, während der Ölpreis frühere Verluste wettmachte. Zweifel an einem Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran trieben die Sorte Brent wieder über die Marke von 100 Dollar pro Barrel. In meiner heutigen Kolumne werfe ich einen Blick auf den US-Arbeitsmarkt im Vorfeld des Berichts über die Beschäftigtenzahlen außerhalb der Landwirtschaft für April am Freitag. Oberflächlich betrachtet wirkt die Lage recht solide. Doch wie der scheidende Fed-Vorsitzende Jerome Powell letzte Woche sagte, handelt es sich um ein 'ungewöhnliches und unbequemes' Gleichgewicht.

Falls Sie mehr Zeit zum Lesen haben, empfehle ich Ihnen die folgenden Artikel, um das heutige Marktgeschehen besser einordnen zu können.

1. Asiens Tech-Giganten verleihen dem KI-Bullenmarkt ein neues Gravitationszentrum

2. EXKLUSIV - Wetten auf den Ölpreis vor den Nachrichten zum Iran-Krieg beliefen sich laut Berichten auf insgesamt 7 Milliarden Dollar

3. Japan hält die USA eng an seiner Seite und signalisiert eine unbegrenzte Verteidigung des Yen

4. Falltür für den Dollar droht, falls der Iran-Krieg endet: Mike Dolan

5. Blackstone und BlackRock senken den Wert ihrer Private-Credit-Fonds

Die wichtigsten Marktbewegungen des Tages

* AKTIEN: Asien fest, viele Märkte holten jedoch nach Feiertagen auf. EM-Aktien auf neuen Hochs. Europa -1%, UK -1,6%. Brasilien -2,4%. Nasdaq -0,1%, S&P 500 -0,4%, Dow -0,6%.

* SEKTOREN/AKTIEN: Neun S&P 500-Sektoren im Minus, angeführt von Rohstoffen, Industrie und Energie. Tech und Kommunikationsdienste legten um weniger als 0,1% zu.

* DEVISEN: Der Dollar legt leicht zu, der Yen fällt zurück in Richtung 157,00/$, die norwegische Krone notiert nach einer überraschenden Zinserhöhung nahe einem 3-Jahres-Hoch.

* ANLEIHEN: US-Renditen steigen über die gesamte Kurve um 2-4 Basispunkte.

* ROHSTOFFE/METALLE: Öl gibt zunächst nach, erholt sich aber kräftig von den Tagestiefs. Brent schließt über 100 $/bbl. Silber +3%.

Die Themen des Tages

* Die Falken zeigen ihre Krallen

Norwegens Zentralbank hat am Donnerstag die Zinsen angehoben, um der 'zu hohen' Inflation entgegenzuwirken - früher als vom Markt erwartet. Sie ist nach der Reserve Bank of Australia die zweite G10-Zentralbank, die in diesem Jahr die Zinszügel anzieht, und sie wird nicht die letzte sein.

Die Währungshüter scheinen stärker auf die inflationären Auswirkungen des Iran-Krieges zu reagieren als auf die Folgen für das Wachstum. Die Zinsterminmärkte signalisieren für den nächsten Monat Zinserhöhungen durch die EZB und die BOJ, gefolgt von der BoE und der RBNZ im Juli. Vieles hängt davon ab, ob ein Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran zustande kommt, aber derzeit sind die Falken im Aufwind.

* Die Richtung des Yuan Chinas Yuan gewinnt immer mehr an Stärke, zumindest gegenüber dem Dollar - er notiert auf dem höchsten Stand seit über drei Jahren und schickt sich an, die Marke von 6,80/$ zu durchbrechen. Das dürfte die Wogen vor dem Besuch von US-Präsident Trump in China nächste Woche glätten, oder?

Nur bedingt. Der Handel zwischen China und den USA mag zwar schrumpfen, aber Peking steht wegen seines massiven Handelsbilanzüberschusses (1,2 Billionen Dollar und steigend) und seiner Rolle beim Wiederaufflammen globaler Ungleichgewichte in der Kritik. Zudem interveniert Peking weiterhin massiv, um den Anstieg des Yuan zu bremsen, der nach Ansicht von Kritikern immer noch um mindestens 20% unterbewertet ist.

* Jobs, Jobs, Jobs Die US-Arbeitsmarktdaten für April werden am Freitag veröffentlicht, und zumindest oberflächlich betrachtet gibt es wenig Grund zur Sorge. Im Gegenteil: Die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sind so niedrig wie seit den 1960er Jahren nicht mehr, die 'JOLTS'-Einstellungen verlaufen so schnell wie seit sechs Jahren nicht mehr, und die Arbeitslosenquote von 4,3% ist historisch niedrig.

Während die Zahl der Entlassungen gering sein mag, gilt dies auch für die Neueinstellungen. Die 'Breakeven'-Rate des Jobwachstums, die erforderlich ist, um die Arbeitslosenquote konstant zu halten, könnte sogar negativ sein. Und dann ist da noch die Bedrohung durch die KI. Werden sich technologiebedingte Entlassungen in den Zahlen niederschlagen?

Was könnte die Märkte morgen bewegen?

* Entwicklungen im Nahen Osten

* Bewegungen am Energiemarkt

* China Handelsbilanz (April)

* Taiwan Handelsbilanz (April)

* Japan Einkaufsmanagerindex (April, endgültig)

* Reden von EZB-Präsidentin Christine Lagarde sowie den Direktoriumsmitgliedern Luis de Guindos und Isabel Schnabel

* Deutschland Handelsbilanz (März)

* Deutschland Industrieproduktion (März)

* Rede von BoE-Gouverneur Andrew Bailey zu globalen Ungleichgewichten

* Kanada Arbeitslosenquote (April)

* US-Arbeitsmarktbericht (April)

* US-Verbrauchervertrauen der Uni Michigan, Inflationserwartungen (Mai, vorläufig)

* Geplante Reden von US-Notenbankvertretern, darunter Gouverneurin Lisa Cook im Senegal sowie Austan Goolsbee (Chicago Fed), Mary Daly (San Francisco Fed), Michelle Bowman (Vize-Vorsitzende für Aufsicht) und Gouverneur Christopher Waller auf der Geldpolitik-Konferenz der Hoover Institution

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