Was heute an den US- und Weltmärkten von Bedeutung ist
Von Mike Dolan, Editor-at-Large, Finance and Markets
Die Wall Street hält nach dem heftigen Ausverkauf im Halbleitersektor am Freitag den Atem an, während Technologiewerte weltweit am Montag als Reaktion darauf deutlich nachgaben.
Die zuvor heiß gelaufenen Chip-Aktien wurden durch eine Kombination aus den enttäuschenden Quartalszahlen von Broadcom in der vergangenen Woche, einem Momentumverlust nach dem Ende der neunwöchigen Gewinnserie des S&P 500 und steigenden Wetten auf Zinserhöhungen der Fed nach dem robusten Arbeitsmarktbericht für Mai zurückgeworfen.
Auf diese und weitere Themen werde ich im Folgenden näher eingehen.
Doch zunächst hören Sie die neueste Folge des täglichen Podcasts 'Morning Bid'. Abonnieren Sie ihn, um sieben Tage die Woche zu erfahren, wie Reuters-Journalisten die wichtigsten Nachrichten aus Markt und Finanzwelt diskutieren.
CHIP-ABKÜHLUNG, ARBEITSMARKT-HITZE UND KRIEG
Der SOX-Halbleiterindex brach allein am Freitag um 10 % ein, wobei Broadcom selbst innerhalb von zwei Tagen um 20 % nachgab und der technologielastige Nasdaq mit einem Minus von rund 4 % ins Wochenende ging. Die Futures versuchten am Montagmorgen zunächst Fuß zu fassen, doch die Tech-Börsen in Asien stürzten ab und der europäische STOXX 600 rutschte auf ein Zwei-Wochen-Tief.
Zusätzlich zur Verunsicherung lieferten sich der Iran und Israel am Wochenende zum ersten Mal seit April direkte Raketenangriffe, was die Rohölpreise um über 4 % nach oben katapultierte und die Erwartungen hinsichtlich weiterer Zinsschritte verschärfte. Die Märkte sehen nun eine fast 80-prozentige Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung bis zum Jahresende und fast zwei Erhöhungen innerhalb von 12 Monaten. Die Renditen von Staatsanleihen steigen wieder an.
All dies zwang Präsident Trump am Wochenende dazu, an mehreren Fronten gleichzeitig zu agieren; er warnte vor Zinserhöhungen und erneuerte seine Forderungen nach Senkungen. Gleichzeitig blieb sein Appell an Israel, am Sonntag nicht auf die iranischen Angriffe zu reagieren, ungehört. Die erneuten Kämpfe dämpfen die Hoffnungen auf ein umfassendes Friedensabkommen, das Öllieferungen hätte freisetzen können.
Während sich die Aktienmärkte unter Berücksichtigung all dieser neuen Informationen neu sortieren, bereiten sie sich auch auf den Mega-Börsengang von SpaceX vor, der für Freitag erwartet wird.
Obwohl Analysten davon ausgehen, dass die für diesen Sommer erwartete Welle von Börsengängen wahrscheinlich durch ein Rekordtempo bei Aktienrückkäufen ausgeglichen werden kann, besteht Besorgnis über eine parallele Welle der Eigenkapitalfinanzierung durch die sogenannten 'Hyperscaler' im Zuge des gigantischen KI-Investitionsschubs. Alphabet kündigte letzte Woche neue Aktienverkäufe im Wert von rund 80 Milliarden Dollar an, und es gibt Berichte, wonach Meta diesem Beispiel folgen wird.
In Europa stellen sich die Märkte unterdessen auf eine lang erwartete Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank am Donnerstag ein. Ungeachtet dessen hat sich der Dollar gegenüber dem Euro angesichts der veränderten Fed-Perspektiven gefestigt.
Chart des Tages
Die US-Wirtschaft verzeichnete im Mai den dritten Monat in Folge einen starken Stellenzuwachs, wobei die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft um 172.000 stieg - mehr als doppelt so viel wie prognostiziert. Zudem wurden im März und April insgesamt 93.000 Stellen mehr geschaffen als zuvor geschätzt, und die Arbeitslosenquote hielt sich den dritten Monat in Folge bei 4,3 %. Der Stellenzuwachs lag in den letzten drei Monaten bei durchschnittlich 188.000 Stellen pro Monat, was fast dem Dreifachen des Vergleichswerts für den gleichen Zeitraum im Jahr 2025 entspricht.
Die Sorge vor einer Überhitzung rührt von Schätzungen her, wonach die Wirtschaft monatlich zwischen null und 50.000 Stellen schaffen muss, um mit dem Wachstum der erwerbsfähigen Bevölkerung Schritt zu halten - eine sogenannte 'Breakeven-Rate', die durch das harte Vorgehen gegen Immigration im vergangenen Jahr drastisch gesunken ist.
Heutige Termine im Fokus
o U.S. Conference Board Employment Trends Index für Mai (16:00 Uhr MESZ)
Möchten Sie den 'Morning Bid' jeden Morgen in Ihrem Posteingang erhalten? Melden Sie sich hier für den Newsletter an. Sie finden ROI auf der Reuters-Website und können uns auf LinkedIn und X folgen.
Die geäußerten Meinungen sind die des Autors. Sie spiegeln nicht die Ansichten von Reuters News wider, das gemäß den 'Trust Principles' Integrität, Unabhängigkeit und Freiheit von Voreingenommenheit verpflichtet ist.


















