Kupfer ist das Metall, ohne das die Energiewende nicht gelingen kann.
Der Bericht von S&P Global vom Januar 2026, Copper in the Age of AI, prognostiziert, dass die weltweite Nachfrage bis 2040 auf 42 Mio. Tonnen steigen könnte, wobei ein Versorgungsdefizit von 10 Mio. Tonnen droht, falls die Investitionen in Minen nicht beschleunigt werden. Allein KI-Rechenzentren werden laut Analysen von JP Morgan und UBS im Jahr 2026 voraussichtlich eine zusätzliche Kupfernachfrage von 110.000 Tonnen generieren.
Kobalt verschärft die Situation zusätzlich. Die Demokratische Republik Kongo (DRK), die rund 70% des weltweit geförderten Kobalts liefert, hat die Exporte für 2026 auf 96.600 Tonnen begrenzt. Das Ergebnis war drastisch: Diese Quoten verknappten das globale Angebot über Nacht, ließen die Preise in die Höhe schnellen und sorgten für Chaos in der Industrie. Unternehmen hatten Mühe, Material zu sichern, Verträge platzten und ein Wettlauf um die begrenzten Bestände setzte ein.
CMOC, ein weltweit tätiges Bergbauunternehmen mit Aktivitäten in Afrika, Südamerika, Asien und Europa, hat seine Größe auf diesen beiden Metallen aufgebaut. Das Portfolio des Minenbetreibers umfasst Kupfer, Kobalt, Molybdän, Wolfram, Niob, Phosphat und Gold. Derzeit baut das Unternehmen seine Präsenz im Goldsektor durch neu erworbene Vermögenswerte in Brasilien gezielt aus, Ecuador soll bis Ende 2029 folgen.
Kupfer-Rallye beflügelt Zahlen
Der Umsatz erreichte im ersten Quartal 2026 66,4 Mrd. Renminbi (RMB), was einem Anstieg von 44,3% gegenüber dem Vorjahreszeitraum (46 Mrd. RMB) entspricht. Dies wurde maßgeblich durch höhere Rohstoffpreise und verbesserte Volumina getrieben – es handelt sich also ebenso sehr um makroökonomischen Rückenwind wie um operative Umsetzung. Die Kupferproduktion stieg im Jahresvergleich um 10,2% auf 187.880 Tonnen, verglichen mit 168.810,2 Tonnen im Vorquartal.
Der Nettogewinn verdoppelte sich nahezu von 3,9 Mrd. RMB auf 7,8 Mrd. RMB, ein Plus von 96,6%. Wenn im Bergbau sowohl Umsatz als auch Margen gleichzeitig expandieren, sagt dies meist mehr über die Preismacht innerhalb des Zyklus aus als über strukturelle Veränderungen.
Der Cashflow zeichnet ein noch deutlicheres Bild. Der operative Cashflow (CFO) belief sich auf 11,3 Mrd. RMB, nach 1,3 Mrd. RMB im ersten Quartal 2025. Der Vorjahreswert war durch das Exportverbot für Kobalt aus der DRK gedrückt worden, das die Kobaltlieferungen und Zahlungseingänge direkt an der Mine blockierte. Nach Investitionsausgaben (Capex) von 1,8 Mrd. RMB lag der freie Cashflow (FCF) für das Quartal bei 9,5 Mrd. RMB, verglichen mit 887,8 Mio. RMB im Vorjahr.
Einhelliger Optimismus
Die Aktie von CMOC hat einen starken Lauf hinter sich und legte innerhalb von 12 Monaten um 141,6% zu. Mit 19,1 CNY notiert der Titel jedoch immer noch deutlich unter seinem 52-Wochen-Hoch von 28,8 CNY. Das Momentum hat sich also abgekühlt, aber keineswegs umgekehrt.
Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) auf Basis der geschätzten Gewinne für das Geschäftsjahr 2026 liegt bei 12,4x, verglichen mit einem Dreijahresdurchschnitt von 15,1x. Dies deutet darauf hin, dass die Gewinnerwartungen schneller gestiegen sind als der Aktienkurs. Der Markt ist entweder vorsichtig, was die Nachhaltigkeit betrifft, oder wartet ab, ob der Zyklus stabil bleibt.
Der Konsens ist eindeutig: Alle 15 Analysten raten zum Kauf, wobei das durchschnittliche Kursziel von 25,6 CNY ein Aufwärtspotenzial von 34% impliziert. Die Lücke zwischen dem aktuellen Kurs und dem Zielwert zeigt, dass die Wall Street weiterhin Potenzial sieht.
Nicht alles ist Gold, was glänzt
CMOC läuft derzeit zweifellos auf Hochtouren, doch ein Großteil dieser Stärke resultiert aus günstigen Preisen und einer Angebotsverknappung, nicht allein aus der operativen Leistung. Das ist ein zweischneidiges Schwert. Sollte sich der Kupfermarkt abkühlen oder sich die Kobalt-Regulierungen erneut ändern, könnte das Gewinnmomentum schnell nachlassen. Angesichts der starken Abhängigkeit von Geopolitik und potenziellen Störungen im Bergbau hängt die Investmentstory weniger von reinem Wachstum ab, sondern vielmehr davon, wie lange der Zyklus dem Unternehmen wohlgesonnen bleibt.



















