Erneut ist es die Schmuckdivision – das wichtigste Segment des Konzerns –, die für den Wachstumsmotor sorgt. Der Umsatz legte wechselkursbereinigt um 11 % zu und übertraf damit die Erwartungen des Marktes deutlich. Dem gegenüber steht jedoch ein durchwachsener Gesamteindruck: Das Uhrengeschäft verzeichnet abermals einen Rückschlag, ebenso wie die Sparten für Mode und Wohnaccessoires, die weiterhin unter der Marktschwäche leiden.

Besonders hart trifft Richemont die rückläufige Nachfrage nach seinen Uhrenmarken in Asien – einem traditionell starken Absatzmarkt. Gleichzeitig profitieren hochpreisige Schmuckstücke in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit von ihrer höheren wahrgenommenen Werthaltigkeit im Vergleich zu Modeartikeln oder Lederwaren. Diese Entwicklung unterstreicht einmal mehr den Status von Schmuck als „sicherem Hafen“ innerhalb des Luxussegments.

Im Vergleich zu Luxuskonzernen wie Hermès oder Brunello Cucinelli kann Richemont aufgrund seiner markenübergreifenden Struktur nicht denselben Bewertungsaufschlag vorweisen. Allerdings notiert die Aktie mittlerweile mit einer Prämie gegenüber Wettbewerbern wie LVMH, die stärker auf Mode und Lederwaren fokussiert und damit anfälliger für zyklische Schwankungen sind. Richemonts defensiveres Geschäftsprofil ist in einem Marktumfeld mit eingeschränkter Visibilität ein klarer Pluspunkt.

Mit einer Nettoliquidität von 8,3 Mrd. EUR verfügt Richemont über eine außergewöhnlich robuste Finanzlage. Damit kann der Konzern kommende Quartale gelassen angehen – sowohl operativ als auch strategisch. Richemont festigt damit seine Position als einer der stabilsten Akteure im globalen Luxussegment.