Im Kerngeschäft Bier – das den weitaus größten Teil des Umsatzes ausmacht – gingen die Absatzmengen um 8,7 % zurück, der Umsatz um 7 % und das operative Ergebnis um 12 %. Im Bereich Wein und Spirituosen, der seit den letzten beiden Vermögensverkäufen nur noch eine Nebenrolle spielt, sanken die Erlöse um 19 %, während das operative Ergebnis vollständig auf null fiel.

Wie viele seiner Wettbewerber muss Constellation nun mit einer deutlichen Abschwächung der Nachfrage zurechtkommen – auch in jenem Biersortiment, das bislang weit widerstandsfähiger war als das der Konkurrenz. Diese Robustheit verdankte der Konzern in erster Linie dem Erfolg der Marke Modelo und seiner treuen lateinamerikanischen Kundschaft in Nordamerika.

In den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres erzielte der Konzern einen freien Cashflow von 1,1 Milliarden USD. Davon flossen 604 Millionen in Aktienrückkäufe, 361 Millionen in Dividendenzahlungen; der Rest – ergänzt durch den Erlös aus der letzten Veräußerung von Vermögenswerten – wurde zum Schuldenabbau verwendet.

In der zweiten Jahreshälfte stehen umfangreiche Investitionen an – sowohl in das Umlaufvermögen als auch in Sachanlagen. Entsprechend dürfte sich der freie Cashflow für das Gesamtjahr auf 1,3 bis 1,4 Milliarden USD belaufen.

Der allgemeine Trend zeigt eine Erosion der Gewinne im Vergleich zu den Vorjahren. Mit einer Bewertung von rund dem 17- bis 18-Fachen des freien Cashflows und dem 10-Fachen des EBITDA im Verhältnis zum Unternehmenswert bleibt Constellation Brands zwar überdurchschnittlich bewertet, doch der Bewertungsaufschlag gegenüber den Wettbewerbern schmilzt dahin.

Die Analysten von MarketScreener, die das Management des in Rochester ansässigen Konzerns mehrfach für seine solide Führung gelobt hatten, zeigten sich über die bisherigen Bewertungsniveaus ohnehin erstaunt – zu groß war die Diskrepanz zum restlichen Sektor. Die jüngste Korrektur der Bewertungsmultiplikatoren erscheint daher weniger als Schock, sondern vielmehr als überfällige Normalisierung.