🎯 Die 5 Stories der Woche

Klausur oder Paartherapie?

Zwischen China und den USA eingeklemmt, stehen die EU-Staaten unter Zugzwang, um die WettbewerbsfĂ€higkeit des Blocks zu stĂ€rken. Die Staats- und Regierungschefs der 27 trafen sich daher am Donnerstag zu einer „informellen Klausur“ in einem Schloss im Osten Belgiens. WĂ€hrend die Diagnose eines wirtschaftlichen RĂŒckstands Europas weitgehend geteilt wird, herrscht Uneinigkeit ĂŒber die richtigen Gegenmaßnahmen – insbesondere zwischen Frankreich und Deutschland. Das deutsch-französische Tandem, das eigentlich als Motor der Union gilt, legt seine Differenzen immer offener zutage. Friedrich Merz setzt auf ProduktivitĂ€tssteigerungen und Handelsabkommen, wĂ€hrend Emmanuel Macron fĂŒr mehr Protektionismus und eine neue gemeinsame Verschuldung plĂ€diert. ZusĂ€tzlich belastet wird das bilaterale VerhĂ€ltnis durch industriepolitische Spannungen bei gemeinsamen RĂŒstungsprojekten wie dem Kampfflugzeugsystem SCAF.

Auf der Suche nach dem nÀchsten KI-Verlierer

Nachdem die MĂ€rkte lange ausschließlich auf die Gewinner der KI gesetzt hatten, rĂŒcken nun die potenziellen Verlierer in den Fokus. Seit Jahresbeginn hat sich der Kursverfall im Softwaresektor zu einer regelrechten „SaaSpocalypse“ ausgeweitet. In dieser Woche gerieten weitere Branchen unter Druck: Vermögensverwalter, Datenanbieter, Immobiliendienstleister und Transportunternehmen. Vor diesem Hintergrund schichten Investoren verstĂ€rkt in traditionellere Wirtschaftssektoren um – der Dow Jones entwickelt sich entsprechend besser als der Nasdaq.

Der Takaichi-Tsunami

Mit 316 von 465 Sitzen hat sich Sanae Takaichi die grĂ¶ĂŸte Mehrheit fĂŒr die LDP im Unterhaus gesichert – nur vier Monate nachdem sie als erste Frau an die Spitze Japans getreten war. Dieser Wahlerfolg verschafft ihr erheblichen politischen Spielraum zur Umsetzung ihrer Agenda. Innenpolitisch setzt sie auf wirtschaftliche Impulse, außenpolitisch auf ein selbstbewusster auftretendes Japan. FĂŒr das Magazin The Economist ist Sanae Takaichi damit „die mĂ€chtigste Frau der Welt“.

Eine US-Wirtschaft, die keine Jobs mehr schafft?

Der Arbeitsmarktbericht fĂŒr Januar ĂŒbertraf die Erwartungen deutlich: Mit 130.000 neuen Stellen wurden doppelt so viele ArbeitsplĂ€tze geschaffen wie vom Konsens prognostiziert (65.000), zugleich sank die Arbeitslosenquote auf 4,3 %. Die vom Bureau of Labor Statistics veröffentlichten Jahresrevisionen zeichnen jedoch ein differenzierteres Bild. Im Jahr 2025 wurden im Schnitt lediglich 15.000 Stellen pro Monat geschaffen. Der US-Arbeitsmarkt verharrt damit in einem Gleichgewicht aus „low hiring, low firing“ – niedriger Einstellungs- und geringer Entlassungsdynamik. Trotz Ă€ußerst moderater BeschĂ€ftigungszuwĂ€chse bleibt die Arbeitslosenquote historisch niedrig.

Europa auf dem Zenit

In einer Berichtssaison, die von zahlreichen KursabschlĂ€gen geprĂ€gt ist, gelingt es einigen Unternehmen dennoch, positiv zu ĂŒberraschen. Insbesondere in Europa legten mehrere Schwergewichte solide Zahlen vor, darunter Siemens Energy und Safran. Der deutsche Leitindex DAX blieb weiter auf Abstand zur runden Marke von 25.000 Punkten, an deren Überwindung er im Wochenverlauf mehrfach gescheitert war. Zum Handelsschluss notierte der Dax bei 24.914,88 ZĂ€hlern - ein Wochenplus von 0,78 %. Der CAC 40 und der EuroStoxx 600 markierten in dieser Woche neue HöchststĂ€nde.

Best of the rest

Auch wenn Kevin Warsh das Vertrauen von Donald Trump gewonnen hat, um Jerome Powell nachzufolgen, muss er noch das Vertrauen des Anleihemarktes erobern. Die Geschichte zeigt, dass dieser Fed-PrĂ€sidenten regelmĂ€ĂŸig auf die Probe stellt.

Jede Berichtssaison wirkt wie ein statistisches Wunder: Nahezu acht von zehn US-Unternehmen ĂŒbertreffen die GewinnschĂ€tzungen der Analysten. Spricht das fĂŒr eine chronische Überlegenheit amerikanischer Konzerne – oder fĂŒr systematische SchwĂ€chen der Analysten? Weder noch. Die spektakulĂ€re Quote sagt vor allem etwas ĂŒber die Mechanismen des Marktes im Vorfeld der Veröffentlichung aus.

Die Aktien der Woche