Donald Trump und SpaceX sorgen für Begeisterung an den europäischen Börsen
Die europäischen Börsen zeigen sich am Freitag in deutlicher Feierlaune. Getragen wird die Stimmung von neuen Hoffnungen auf ein Abkommen im Nahen Osten nach optimistischen Äußerungen von Donald Trump sowie von der Aussicht auf den historischen Börsengang von SpaceX in den USA, der in wenigen Stunden erwartet wird.
Veröffentlicht am 12.06.2026 um 10:37
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Stimmungshoch durch Hoffnungen auf Nahost-Abkommen...
Am Donnerstagabend erklärte Donald Trump, er habe beschlossen, geplante neue Angriffe gegen den Iran abzusagen. Er verwies auf die Finalisierung einiger Einigungspunkte und die bevorstehende Unterzeichnung eines Friedensprotokolls, was das Vertrauen der Anleger stärkte.
Später präzisierte der US-Präsident, dass das Abkommen zwischen den USA und dem Iran bereits an diesem Wochenende in Europa unterzeichnet werden könnte und die Straße von Hormus nach der Unterzeichnung wieder für die Schifffahrt freigegeben werde.
"Die Marktreaktion auf diese Nachricht erfolgte prompt: Der Ölpreis sank gestern um 2,92% auf 90,38 USD pro Barrel, gefolgt von einem nächtlichen Rückgang um 1,75% auf 88,80 USD pro Barrel", hob die Deutsche Bank heute Morgen hervor.
...und den bevorstehenden SpaceX-Börsengang
Neben der geopolitischen Entspannung wird der Optimismus durch das Versprechen eines fulminanten Börsendebüts von SpaceX genährt. Es kündigt sich als der bedeutendste Börsengang der Geschichte an, mit einer Bewertung von nahezu 1.750 Mrd. USD.
"Der Markt preist einen extremen Optimismus hinsichtlich des künftigen Wachstums ein", warnt Ben Ritchie, Leiter für Aktien aus Industrieländern bei Aberdeen. "Auf Basis der aktuellen Zahlen entspricht dies einem Umsatzmultiplikator im fast dreistelligen Bereich", so der Fondsmanager.
"Zum Vergleich: Nvidia wird mit etwa dem 20- bis 25-fachen seines Umsatzes gehandelt, während reife Giganten wie Apple eher beim 10-fachen liegen. Damit bewegt sich SpaceX nicht nur mit einem Bewertungsaufschlag, sondern in einer völlig anderen Umlaufbahn", stellt er fest.
Zinsschritt der EZB gut verdaut
Dieses Umfeld ermöglicht es den europäischen Handelsplätzen, ihren positiven Trend vom Vortag fortzusetzen. Die geldpolitische Straffung der EZB (+25 Basispunkte bei den drei Leitzinsen) wurde ohne größere Schwierigkeiten weggesteckt, da die Entscheidung weitgehend antizipiert worden war.
"Die kurzfristigen Zinserwartungen des Marktes sind nach der EZB-Entscheidung leicht gestiegen", notiert Felix Feather, Ökonom bei Aberdeen Investments. Er führt diese Reaktion vor allem auf die nach oben korrigierten Inflationsprognosen zurück.
Dennoch interpretiert er die Kommunikation der EZB als relativ taubenhaft (accommodating) und betont: "Der Fokus auf die Wahrung der Flexibilität steht im Widerspruch zu den Markterwartungen, die von zwei weiteren Zinserhöhungen bis zum Jahresende ausgehen."
"Indem die EZB ihre geldpolitische Ausrichtung zudem als 'gut positioniert' bezeichnet, könnte sie signalisieren, dass sie zum jetzigen Zeitpunkt keine weitere Straffung vorbereitet", fügt Felix Feather hinzu, der weiterhin davon ausgeht, dass es in diesem Jahr keine weiteren Zinserhöhungen geben wird.
Unternehmensnachrichten im Fokus...
Bei den Einzelwerten in Paris profitiert Air France-KLM (+8,1%) als Spitzenreiter im SBF 120 naturgemäß vom fallenden Ölpreis (-3% auf 86,4 USD für ein Barrel Brent). Im Gegensatz dazu bildet TotalEnergies (-3,8%) das Schlusslicht im CAC 40.
Zudem gab Euronext nach der vierteljährlichen Überprüfung der CAC 40-Indexfamilie bekannt, dass Abivax, Ipsen und Soitec in die Indizes CAC Next 20 und CAC Large 60 aufgenommen werden und dort ADP, Gecina und Valeo ersetzen.
Darüber hinaus werden Maurel & Prom sowie Mersen in den SBF 120 aufsteigen, zulasten von Elior Group und Nexity. Diese Änderungen in den Pariser Indizes treten am Freitag, den 19. Juni, nach Börsenschluss in Kraft.
Unter den Top-Werten im Euro Stoxx 50 gewinnt Adyen in Amsterdam 5%. Das Fintech-Unternehmen gab eine endgültige Vereinbarung zur Übernahme der Rechnungsplattform Orb für einen Gesamtbetrag von 335 Mio. USD bekannt.


















