Mag das Ganze auch symbolischen Charakter haben – es ist dennoch das erste Mal, dass ein Unternehmen aus dem Gesundheitssektor diese Schwelle überschreitet. Adipositas und Diabetes lassen sich damit kaum noch als defensive Kategorien verkaufen; vielmehr gehören sie nun sichtbar zu einem Wachstumssektor, Seite an Seite mit den großen Technologiewerten. Mounjaro und Zepbound, die Blockbuster-Therapien von Eli Lilly, werden inzwischen Millionen Menschen verabreicht und haben dem US-Konzern in den vergangenen Monaten einen deutlichen Vorsprung gegenüber dem Hauptkonkurrenten Novo Nordisk verschafft.
Eli Lilly verfügt inzwischen über sämtliche Merkmale eines ausgewachsenen Growth-Unternehmens: Umsatz und Margen wachsen in schwindelerregenden Höhen, die Perspektiven sind vergleichsweise klar, die Innovationspipeline ist gut gefüllt mit zahlreichen Wirkstoffen in der Forschungs- und Entwicklungsphase, die Preissetzungsmacht ist beachtlich – und die Strategie setzt verstärkt auf den Direktvertrieb an den Endverbraucher. Kurz gesagt: Bei so viel Dynamik könnte man fast vergessen, dass wir hier eigentlich über Medikamente sprechen und nicht über Smartphones.
An der Wall Street sorgt das alles für gute Laune, auch wenn man nicht außer Acht lassen sollte, dass das allmähliche Auftauchen von Generika in den kommenden Jahren neue Wettbewerber auf den Plan rufen wird. Zudem verfügt der dänische Rivale Novo Nordisk nicht über den gleichen privilegierten Zugang zum US-Markt wie Eli Lilly, da die Bundesbehörden weiterhin Einschränkungen vorgeben. Dennoch bringt Novo Nordisk genug Stärken mit und dürfte sein Pulver noch nicht verschossen haben.
Eli Lilly wiegt nun beinahe das Fünffache seines dänischen Konkurrenten und wird zum elften Unternehmen, das die Marke von 1.000 Milliarden Dollar Marktkapitalisierung übertrifft. Die übrigen Mitglieder dieses sehr exklusiven Klubs sind: Nvidia (4.380), Apple (4.100), Alphabet (3.865), Microsoft (3.600), Amazon (2.500), Broadcom (1.900), Meta Platforms (1.600), Aramco (1.580), Tesla (1.400), TSMC (1.200) und Berkshire Hathaway (1.100).




















