DOW JONES--Mit einer etwas schwächeren Eröffnung an Europas Börsen rechnen Händler am Freitag. Nach der Euphorie zur Wochenmitte wegen laufender Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran, kam es zuletzt erneut zu Kampfhandlungen. Die Märkte dürften darauf wieder mit Risikoscheu reagieren. Terminmarkt-Händler weisen allerdings darauf hin, dass der Kursrückgang in den DAX-Futures bisher lediglich ein Test der alten Ausbruchsniveaus sei.

US-Präsident Donald Trump sagte, der Waffenstillstand mit dem Iran sei weiterhin in Kraft, und bezeichnete die jüngsten US-Angriffe auf das Land als "liebevollen Klaps". Derzeit arbeiten der Iran und die USA mit Vermittlern zusammen, um ein Rahmenpapier für die Wiederaufnahme von Verhandlungen zur Beendigung des Konflikts auszuarbeiten. Die Gespräche könnten nächste Woche in Pakistan beginnen.

Solange sich die Lage in der Straße von Hormus nicht stabilisiert, dürften die Märkte sehr schlagzeilenanfällig bleiben und die Volatilität in allen Anlageklassen sehr schnell zurückkehren, meint Stephen Innes, Managing Partner bei SPI Asset Management: "Eigentlich fungiert die Straße von Hormus derzeit weniger als normale Schifffahrtsroute, sondern vielmehr als geopolitisches Druckventil im Zentrum des globalen Makrosystems", so Innes weiter.

Gute Nachrichten gibt es zu den neuen US-Strafzöllen: Wie der Court of International Trade am Donnerstag erklärte, sind auch Trumps neue Zölle von 10 Prozent gegen den Rest der Welt unzulässig. Die USA werden die Zölle auf europäische Autos und Lkw laut US-Präsident Trump zudem diese Woche nicht erhöhen. Er erklärte auf Truth Social, er habe nach einem Telefonat mit Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen beschlossen, der EU mehr Zeit für die Umsetzung des Handelsabkommens mit den USA zu geben. Er setzte eine Frist bis zum 4. Juli.

Etwas unter geht der sonst im Fokus stehende monatliche US-Arbeitsmarkt-Bericht. Die bereits vorgelegten Indikatoren wie der ISM-Index und andere deuten auf eine sehr robuste US-Wirtschaft mit starkem Preisanstieg hin. Strategen blicken daher besonders auf die Entwicklung der US-Löhne, bei denen es zuletzt noch ruhig war. Erwartet werden für den April 55.000 neue Stellen und ein Anstieg der Stundenlöhne um 3,8 Prozent zum Vorjahr. Eine Zinssenkung durch die Fed wäre mit diesen Daten keinesfalls zu rechtfertigen.

Wegen des von den USA begonnenen Krieges mit dem Iran dürfte sich auch die Stimmung der US-Verbraucher verschlechtert haben. Beim Index der Uni Michigan wird mit einem leichten Rückgang gerechnet. Dies würde künftigen Druck auf den US-Konsum anzeigen.

Auch die Berichtssaison läuft weiter. So werden die Zahlen der Commerzbank als überraschend stark bezeichnet. "Da schien ja alles besser zu laufen als erwartet, vom normalen Bankgeschäft bis zu den Zinseinnahmen", sagt ein Händler. Das Gewinnziel für 2026 erhöhte die Bank daher auf "mindestens 3,4" nach "mehr als 3,2" Milliarden Euro.

In der zweiten Reihe warten Evonik mit durchwachsenen Zahlen auf. Der Umsatz lag leicht unter Erwartung, jedoch war die Profitabilität deutlich höher.

Auch Getränkemaschinen-Hersteller Krones konnte mit guten Daten aufwarten. So legten die Aufträge im ersten Quartal um 5,3 Prozent zu, die EBITDA-Marge kletterte auf 10,8 nach 10,6 Prozent.

Als überraschend gut werten Händler die Zahlen von Bechtle. Der Markt dürfte dies honorieren, da er zuletzt immer wieder von Sorgen über Investitionszurückhaltung auf Unternehmensseite gebremst worden war. Bei den Bechtle-Zahlen zeigten sich indes keine Bremsspuren, die Auftragslage ist nun auf einem Rekordniveau. Der Ausblick wurde bestätigt, die Gewinnschätzungen übertroffen. Entsprechend zeigen sich die Aktien in der Vorbörse rund 5 Prozent höher.

Dazu dürften wieder Umstufungen bewegen: So haben UBS nach Händlerangaben Hellofresh die Kaufempfehlung entzogen, die Aktien notieren 2 Prozent tiefer in der Vorbörse. Bei Infineon geht es gegen den Markt 1 Prozent höher, da Goldman Sachs das Kursziel deutlich erhöht hat.


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DEVISEN           zuletzt     +/- %        +/- abs.  Schluss Vortag        Mo, 13:50 
EUR/USD            1,1741      -0,1         -0,0006          1,1747           1,1695 
EUR/JPY             184,1      +0,2          0,4200          183,68         183,8300 
EUR/CHF            0,9153      +0,0          0,0004          0,9149           0,9174 
EUR/GBP            0,8649      +0,1          0,0008          0,8641           0,8636 
USD/JPY            156,79      +0,3          0,4000          156,39         157,1400 
GBP/USD             1,357      -0,2         -0,0021          1,3591           1,3540 
USD/CNY            6,8014      -0,1         -0,0096          6,8110           6,8300 
USD/CNH            6,8066      -0,1         -0,0068          6,8134           6,8278 
AUS/USD            0,7221      -0,2         -0,0015          0,7236           0,7176 
Bitcoin/USD     79.976,15      -1,8       -1.436,91       81.413,06        78.806,24 
 
ROHÖL                zuletzt   +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
WTI/Nymex              96,67    +1,7       1,59           95,08 
Brent/ICE             101,42    +0,2       0,15          101,27 
 
Metalle              zuletzt  +/- %        +/- abs.  Schluss Vortag 
Gold                4.700,48   +0,2    11,43               4.689,05 
Silber          78,97          +2,1     1,64           77,33 
Platin              2.029,36   -1,5   -31,47               2.060,83 
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May 08, 2026 02:08 ET (06:08 GMT)