Brüssel, 12. Jan (Reuters) - Im Streit über Zölle auf Elektroautos aus China hat die EU-Kommission ihre Vorschläge zu Mindestpreisen vorgelegt.

Statt eines einheitlichen Mindestpreises für alle Autos sollen die Preise dabei für jedes Fahrzeugmodell separat berechnet werden, wie aus dem Papier vom Montag hervorgeht. Ziel sei es, die schädlichen Auswirkungen von chinesischen Subventionen auszugleichen. Zudem sollen Anreize geschaffen werden, dass die Zölle nicht durch den Import etwa von Hybridautos umgangen werden. Chinesische Investitionen in der Europäischen Union sollen angerechnet werden.

Das chinesische Handelsministerium begrüßte die Vorschläge der EU-Kommission. Der Fortschritt spiegle den Geist der jüngsten Gespräche zwischen Vertretern beider Seiten wider, erklärte das Ministerium. China hatte sich zuletzt für einen einheitlichen Mindest-Preis für Elektroautos starkgemacht.

Auch der deutsche Branchenverband VDA sprach von einem positiven Signal. Die europäischen Ausgleichszölle für aus China importierte Elektroautos seien ein Fehler, sagte eine Sprecherin. Der VDA habe sich immer für eine Verhandlungslösung ausgesprochen. Das nun vorgelegte Konzept erhöhe die Transparenz und signalisiere Verhandlungsbereitschaft. "Wichtig ist nun, dass die erzielten Fortschritte möglichst schnell in die tatsächliche Abschaffung von Zöllen münden, die vorerst weiter Bestand haben", sagte sie.

Die EU-Kommission hatte Ende 2024 Anti-Dumping-Zölle von bis zu 35,3 Prozent auf Elektroautos aus China verhängt. Sie will so die europäische Autoindustrie davor schützen, dass der europäische Markt mit Billig-E-Autos von BYD, Geely oder SAIC überflutet wird. Allerdings führen auch die deutschen Hersteller Volkswagen und BMW Elektroautos aus China nach Europa ein, etwa das Cupra-Modell Tavascan aus dem VW-Konzern und den elektrischen Mini von BMW.

(Bericht von Philip Blenkinsop und Christina Amann, redigiert von Olaf Brenner. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter Berlin.Newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder Frankfurt.Newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)