"Handelsschiffe passieren die Straße von Hormus heute Abend weiterhin", schrieb das US-Zentralkommando für den Nahen Osten (Centcom) auf X.
Die USA gaben gestern Abend bekannt, ihre Angriffe gegen den Iran wieder aufgenommen zu haben, nachdem Donald Trump Teheran vorgeworfen hatte, sein Land zu "verspotten". Das US-Militär erklärte, um 17:15 Uhr (Washingtoner Zeit) neue Schläge zur Selbstverteidigung gegen mehrere Ziele im Iran durchgeführt zu haben, so das Centcom.
Nach einer weiteren Nacht amerikanischer Bombardements betonte das iranische Außenministerium in einer Mitteilung, dass "die illegalen und kriminellen Angriffe der USA in den letzten Stunden nicht nur eine flagrante Verletzung der UN-Charta darstellen [...], sondern auch einen Waffenstillstand praktisch bedeutungslos machen".
Zudem kündigte die iranische Armee an diesem Donnerstag an, jedes Schiff in der Straße von Hormus ins Visier zu nehmen. Die Marine des Landes gab an, zwei Schiffe angegriffen zu haben, die versuchten, diese strategische Passage zu durchqueren.
In diesem belastenden geopolitischen Umfeld bleiben die Ölpreise volatil und tendieren aktuell schwächer: Brent verliert 2,66% auf 92,47 USD, während WTI um 2,4% auf 89,69 USD nachgibt.
Berenberg senkt Kursziele für LVMH, Hermès und Kering
Bei den Einzelwerten legen die Pariser Luxustitel (LVMH, Hermès und Kering) zu, obwohl Berenberg am Donnerstag die Kursziele für die großen europäischen Luxusgüterhersteller deutlich nach unten korrigiert hat. Die Bewertungen der drei französischen Konzerne werden als "risikobehaftet" eingestuft. Die deutsche Privatbank senkte das Ziel für den Branchenriesen LVMH von 560 auf 420 EUR, behielt die Empfehlung jedoch auf "Hold".
Für Hermès reduzierte Berenberg das Ziel von 2.600 auf 1.850 EUR, rät aber weiterhin zum Kauf der Aktie. Das Ziel für Kering, weiterhin mit "Sell" eingestuft, sinkt von 190 auf 175 EUR. In der Analyse zeigt sich das Hamburger Institut pessimistisch für die Branchenaussichten. Mittelfristig rechnet Berenberg nur noch mit einer jährlichen Wachstumsrate von 3 bis 4%, weit entfernt von den derzeit vom Konsens erwarteten 6 bis 7%.
Edenred (+0,45%) profitiert von einer Prognoseanhebung durch Jefferies im Vorfeld der Ergebnisse für das zweite Quartal. Der Broker hob die Ziele für die digitale Service- und Zahlungsplattform aufgrund von Kostendisziplin, einer günstigen Lage am Kraftstoffmarkt und verbesserten Flottenumsätzen an. Für das zweite Quartal erwartet Jefferies einen Rückgang des operativen vergleichbaren Umsatzes um 2% auf 678 Mio. EUR, was jedoch 1% über den bisherigen Prognosen liegt.
Dagegen gibt Figeac Aéro (-3,22%) trotz solider Jahresergebnisse für 2025-2026 nach. Der Umsatz belief sich auf 486,8 Mio. EUR, was einem organischen Wachstum von 15,8% (12,6% berichtet) entspricht. Damit liegt das Ergebnis im Rahmen des Jahresziels von 470 bis 490 Mio. EUR. Das laufende EBITDA stieg um 13,1% (24,0% ohne Wechselkurseffekte) auf 78,6 Mio. EUR und erreichte damit die zu Jahresbeginn gesetzte Zielspanne von 77 bis 83 Mio. EUR.
Auf europäischer Ebene hat Hugo Boss ein Übernahmeangebot der britischen Frasers Group erhalten, die dem Milliardär Mike Ashley gehört. Dieser kündigte gestern Abend ein Angebot von 38 EUR pro Aktie an, um die rund 74% des Kapitals zu erwerben, die er noch nicht hält. Dies bewertet den deutschen Premium-Modekonzern mit rund 2,7 Mrd. EUR. Infolge dieser Nachricht springt die Hugo-Boss-Aktie an der Frankfurter Börse um 9% nach oben und ist damit der stärkste Wert im MDAX. In London legt die Frasers-Aktie um fast 3% zu.
Fokus auf die EZB
Die Europäische Zentralbank hat die Leitzinsen wie erwartet um 25 Basispunkte angehoben. Christophe Boucher, Investmentchef bei ABN Amro, erklärt: "Der Pfad der Geldpolitik über dieses Treffen hinaus bleibt wesentlich ungewisser. Die neuen makroökonomischen Projektionen der EZB werden ein Schlüsselindikator sein, um die künftige Ausrichtung der Institution zu bewerten."
Er fügt hinzu, dass die EZB der Entwicklung der Inflationserwartungen besondere Aufmerksamkeit schenkt, da diese ein wichtiges Element ihres Entscheidungsprozesses sind. "Wir glauben jedoch, dass dieser Indikator Grenzen hat und allein keine ausreichend verlässliche Basis für signifikante geldpolitische Anpassungen darstellt."
Europa-Börsen vor EZB-Entscheid im Plus – Spannungen im Nahen Osten halten an
Am frühen Nachmittag legen die europäischen Aktienmärkte zu und drehen trotz der Eskalation im Nahen Osten ins Plus. Iran bestätigte die vollständige Sperrung der Straße von Hormus nach jüngsten US-Luftschlägen, während das US-Militär diese Angaben gestern dementierte. Gegen 16:00 Uhr gewinnt der CAC 40 0,67% und überschreitet mit 8.229,64 Punkten erneut die Marke von 8.200 Zählern. Der Euro Stoxx 50 klettert um 0,75% auf 6.055 Punkte.
Veröffentlicht am 11.06.2026 um 12:12 - Geändert am 11.06.2026 um 15:45
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