Die europäischen Aktienmärkte steuerten am Freitag auf ihren besten Handelstag seit einem Monat zu. Alle wichtigen Indizes legten um mehr als 1% zu, da neue Hoffnungen auf eine Befriedung im Nahen Osten die Ölpreise drückten und die Stimmung aufhellten.

Rohöl der Sorte Brent fiel um mehr als 4% und weitete damit die Verluste der vorangegangenen Sitzung aus. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump Pläne für einen Schlag gegen den Iran abgesagt und erklärt, dass bereits an diesem Wochenende eine Einigung erzielt werden könnte.

Der paneuropäische STOXX 600 Index stieg bis 08:50 Uhr GMT um 1,7% auf 632 Punkte. Der spanische IBEX 35 entwickelte sich mit einem Plus von mehr als 2,5% besser als seine regionalen Pendants.

„Die europäischen Märkte profitieren vom Rückgang der Ölpreise. Sofern die Ölpreise nicht erneut sprunghaft ansteigen, könnte dieser Enthusiasmus anhalten“, kommentierte Ipek Ozkardeskaya, Senior Market Analyst bei der Swissquote Bank.

Die Woche war geprägt von starken Schwankungen bei KI-bezogenen Aktien, Druck auf in Großbritannien notierte Banken aufgrund verschärfter Vorschriften in China, anhaltender Unsicherheit im Nahen Osten und der Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank um einen Viertelpunkt. Trotz dieser Volatilität war die Benchmark auf Kurs, die Woche mit einem Plus zu beenden.

Händler erwarten laut LSEG-Daten weiterhin, dass die Kreditkosten vor Ende des Jahres um weitere 25 Basispunkte steigen werden.

Bundesbankpräsident Joachim Nagel erklärte am Freitag, dass sich die EZB für ihre Juli-Sitzung alle Optionen offen halten werde und bereit sei, falls nötig, erneut zu handeln.

Unter den Sektoren war die Energiebranche am Freitag der einzige Nachzügler und folgte damit der Entwicklung der Rohölpreise.

Reise- und Freizeitwerte führten die Sektorgewinne an und erreichten mit einem Plus von 4,9% ein Fünfmonatshoch. Lufthansa und Air France legten um 4,6% bzw. 5,7% zu, während Wizz Air um 7,1% nach oben sprang.

Der STOXX 600 Bankenindex gewann 3,8%, wobei Barclays und Standard Chartered jeweils um mehr als 3% zulegten.

Commerzbank verbuchten ein Plus von 3,8%, UBS stiegen um 2,3% und Deutsche Bank kletterten um 5,4%.

Der im KI-Bereich engagierte Industriekonzern Schneider Electric legte um 1,6% zu.

Novo Nordisk gewannen 0,3%, nachdem die britische Arzneimittelbehörde am Donnerstag die Abnehmpille des Pharmakonzerns zugelassen hatte. Damit ist Großbritannien der erste Markt in Europa, in dem Patienten Zugang zu der oralen Behandlung haben.

Unter den weiteren Einzelwerten stiegen Entain um 2,7%, nachdem Barclays den europäischen Glücksspielsektor auf „Market-Weight“ hochgestuft hatte.

Auf der Datenseite schwächte sich die deutsche Inflation im Mai leicht auf 2,7% ab, während die britische Wirtschaft im April um 0,1% schrumpfte.

Anleger werden zudem das Marktdebüt von SpaceX an der Nasdaq im späteren Tagesverlauf und dessen potenzielle Auswirkungen auf Wachstumsaktien in den USA im Blick behalten.