Die europäischen Aktienmärkte zeigten sich am Freitag unverändert. Verluste bei den Schwergewichten aus dem Gesundheitssektor wurden durch Zugewinne bei Öl- und Gaswerten ausgeglichen. Damit ging eine ereignisreiche Woche zu Ende, die geprägt war von zahlreichen Unternehmensbilanzen aus ganz Europa.

Der gesamteuropäische STOXX 600-Index verharrte bei 547 Punkten und verbuchte damit marginale Wochenverluste.

Die regionalen Börsen entwickelten sich uneinheitlich: Der deutsche Leitindex DAX gab um 0,3% nach, während der britische Blue-Chip-Index FTSE 100 um 0,2% zulegte.

Mit dem zunehmenden Tempo der Quartalsberichte richten Anleger ihr Augenmerk verstärkt auf die Prognosen der Unternehmen, um zu erkennen, wie diese sich an die veränderte US-Zollpolitik anpassen - im Vorfeld der Handelsfrist am 1. August.

„Verfehlte Gewinnerwartungen werden in Europa derzeit stärker abgestraft als es die Historie nahelegt, was auf eine stärkere Prüfung nach der bemerkenswerten Rallye im bisherigen Jahresverlauf hindeutet“, sagte Laura Cooper, Leiterin Makro-Kredit und Investmentstrategie bei Nuveen.

„Wie Unternehmen mit der Unsicherheit rund um Zölle, potenziell schwächerer Nachfrage und Lieferketten umgehen, wird im Fokus stehen. Eine Botschaft, dass der Höhepunkt der Zoll-Euphorie überschritten ist, könnte jedoch die Stimmung stützen und weiteres Aufwärtspotenzial freisetzen.“

Am Freitag verlor der schwedische Bergbauausrüster Epiroc 9,2%, nachdem die Ergebnisse für das zweite Quartal die Markterwartungen verfehlten.

Auch Atlas Copco fiel um 7,8%, nachdem der schwedische Industriekonzern einen bereinigten operativen Gewinn unter den Erwartungen sowie einen Rückgang der Auftragseingänge gemeldet hatte.

Es gab jedoch auch positive Überraschungen: Saab sprang um 16,4% nach oben, nachdem das Unternehmen besser als erwartete Quartalszahlen vorlegte und den Ausblick für den Umsatz anhob.

Getinge legte 6% zu, nachdem der schwedische Medizintechnikhersteller im zweiten Quartal ein besser als erwartetes operatives Ergebnis erzielte.

Industriewerte waren in dieser Woche der beste STOXX-Subsektor, während Automobilwerte das Schlusslicht bildeten.

Am Freitag zählten Gesundheitswerte zu den größten Verlierern: Die britische GSK-Aktie verlor 4,6%, nachdem ein Beratungsausschuss der US-Arzneimittelbehörde FDA empfahl, das Blutkrebsmedikament Blenrep wegen Bedenken hinsichtlich der Nebenwirkungen nicht zuzulassen.

Für etwas Ausgleich sorgten Öl- und Gaswerte mit einem Plus von 0,6% sowie Nahrungsmittel- und Getränkeaktien, die um 0,8% zulegten.

Unter den weiteren auffälligen Einzelwerten sprang der dänische Windturbinenhersteller Vestas um 15% nach oben, nachdem J.P. Morgan das Rating von „neutral“ auf „overweight“ anhob.

Iveco stieg um 8,3%, nachdem Reuters berichtete, dass die italienische Familie Agnelli Gespräche über einen möglichen Verkauf des Lkw-Herstellers führt, wobei Tata Motors als potenzieller Käufer genannt wurde.

Der schwedische Hausgerätehersteller Electrolux brach um 14,3% ein, nachdem das Unternehmen eine schwache Entwicklung im zweiten Quartal in Europa meldete. Zudem gab Indiens Reliance Industries bekannt, dass die Einzelhandelssparte den Hausgerätehersteller Kelvinator von Electrolux übernommen hat.