Der Waffenstillstand im Iran hat die Börsen in die Höhe getrieben. In der Nacht kündigte Donald Trump eine zweiwöchige Feuerpause an, während der Iran offenbar wieder Schiffspassagen durch die Straße von Hormus zulassen dürfte. In Europa legen der DAX, der CAC 40 und der EuroStoxx 50 jeweils rund 5 % zu. Sollten sich diese Gewinne bis zum Handelsschluss halten, wäre es der stärkste Anstieg seit März 2022.

Wie mein Kollege Thomas Barnet heute Morgen erläuterte, profitieren die meisten Sektoren von dieser Erholung. Energieaktien hingegen geben nach – im Einklang mit den fallenden Ölpreisen. Auch einige defensive Titel bleiben in dieser Erholungsphase außen vor.

In den ersten beiden Monaten des Jahres hatten die europäischen Indizes bereits eine solide Performance gezeigt und mehrere historische Höchststände erreicht. Bemerkenswert war vor allem, dass Europa zulegte, während die Wall Street unter Sorgen über mögliche Disruptionen durch Künstliche Intelligenz sowie Unsicherheiten im Bereich Private Credit litt.

 

Der Konflikt im Iran hat die Entwicklungen jedoch wieder angenähert. Die Grafik berücksichtigt die heutige Erholung noch nicht.

Der Krieg im Iran hat die Karten vollständig neu gemischt. Europa steht an vorderster Front, was die Folgen der Energiekrise betrifft. Investoren sorgten sich sowohl um Wachstumsimpulse als auch um die Auswirkungen auf die Inflation. Händler preisten zeitweise sogar bis zu drei Zinserhöhungen der EZB für das Jahr 2026 ein.

Die heutige Erholung ist das Resultat eines abrupten Kurswechsels von Donald Trump, der innerhalb weniger Stunden von der Drohung, den Iran zu „vernichten“, zu einem Waffenstillstand überging. Ein Schritt, der die Märkte völlig überraschte – und Hedgefonds kaum gelegen gekommen sein dürfte. Laut Financial Times hatten diese zuvor eine Rekordzahl an Short-Positionen auf europäische Aktien aufgebaut.