Die Europäische Investitionsbank (EIB) der EU und die australische Regierung haben am Montag in einer gemeinsamen Erklärung angekündigt, ihre Zusammenarbeit im Bereich kritischer Rohstoffe zu intensivieren. Damit reagieren westliche Staaten auf das Bestreben, ihre Abhängigkeit von China zu verringern.

Mit Ausnahme Japans sind die G7-Staaten sowie die Europäische Union stark oder sogar ausschließlich auf China angewiesen, wenn es um Materialien wie Seltenerdmagnete oder Batteriemetalle geht.

Europäische Beamte und Branchenvertreter betonen, dass die Finanzierung nach wie vor ein zentrales Hindernis für die Bemühungen der EU ist, ihre Lieferketten für strategische Mineralien zu sichern. Selbst Projekte, die auf der EU-Liste der strategischen Vorhaben stehen, erhalten bislang keine finanziellen Vorteile.

Die Europäische Kommission wird am 3. Dezember ein umfassendes Paket zur wirtschaftlichen Sicherheit vorstellen.

,,Diese Erklärung ist der erste Schritt, um es der EIB zu ermöglichen, die Finanzierung von Projekten im Bereich kritischer Mineralien in Australien zu unterstützen", heißt es in dem Statement.

,,(Sie) vertieft die bestehende Zusammenarbeit zwischen Australien und der EU entlang der gesamten Wertschöpfungskette kritischer Rohstoffe - von der Exploration und Förderung über die Verarbeitung und das Recycling bis hin zur Innovation."

Die EIB hat Anfang dieses Jahres eine spezielle Taskforce eingerichtet, um die Entwicklung von Projekten im Bereich kritischer Rohstoffe zu fördern, mit dem Ziel, die Finanzierung der Gruppe zu verdoppeln.

Die G7, die in diesem Jahr von Kanada geleitet wird, hat gemeinsam mit gleichgesinnten Staaten eine Allianz zur Produktion kritischer Mineralien gegründet und sich im Oktober darauf verständigt, öffentliches und privates Kapital zu mobilisieren, um die Produktion von Graphit, Seltenerdelementen und Scandium zu beschleunigen.

Australien, das über große Mineralvorkommen verfügt, hat den G7-Staaten Anteile an seinem neuen strategischen Vorrat angeboten.

Im vergangenen Monat haben die USA unter Präsident Donald Trump und Australien zugesagt, drei Milliarden US-Dollar in Bergbau- und Verarbeitungsprojekte zu investieren und einen Mindestpreis für kritische Mineralien einzuführen - ein Schritt, den westliche Bergbauunternehmen seit langem fordern. Die Länder werden zudem Finanzierungsvereinbarungen unterzeichnen, die Abnahmeverpflichtungen beinhalten.

Ähnlich hat Kanada eine Abnahmevereinbarung für Scandium und Graphit mit dem australischen Bergbauunternehmen Rio Tinto sowie mit dem in Quebec ansässigen Unternehmen Nouveau Monde Graphite abgeschlossen.

(Bericht von Julia Payne in Brüssel; Redaktion: Matthew Lewis)