Die Finanzminister der Eurozone werden am Donnerstag darüber beraten, wie sie die Entwicklung von auf Euro lautenden Stablecoins unterstützen konnen, um den rasant wachsenden Markt nicht allein den Vereinigten Staaten zu überlassen. Dies erklärte ein ranghoher Beamter der Eurozone.

Stablecoins sind digitale Token, deren Wert an eine reguläre Währung gekoppelt ist und die durch Reserven wie die Währung selbst oder andere Vermogenswerte gedeckt werden. Das Marktvolumen der Stablecoins beläuft sich derzeit auf etwa 300 Milliarden US-Dollar, soll jedoch Prognosen zufolge in den nächsten zehn Jahren um das Zehnfache wachsen, so der Beamte weiter.

Fast sämtliche Stablecoins sind aktuell auf US-Dollar denominiert. Ein im Juli verabschiedetes US-Gesetz namens Genius Act zielt darauf ab, diese Dominanz zu sichern, indem es Emittenten vorschreibt, Stablecoins auf US-Dollar oder US-Staatsanleihen zu basieren.

"Die Diskussion dreht sich im Grunde darum, wie wir uns dazu positionieren sollten", sagte der Beamte, der an den Vorbereitungen für das Ministertreffen beteiligt war.

Im vergangenen Monat hat ein Konsortium aus neun europäischen Banken, darunter Branchengroßen wie ING und UniCredit, einen auf Euro lautenden Stablecoin eingeführt, um der US-Dominanz im Digitalmarkt entgegenzuwirken. Dennoch machen Euro-Stablecoins bislang nur rund 620 Millionen US-Dollar des gesamten Ausgabevolumens von 300 Milliarden US-Dollar aus.

Europa verfügt mit der Markets in Crypto-Assets Regulation (MiCA) über eine eigene Gesetzgebung für Stablecoins. Die Minister werden diskutieren, ob diese angepasst werden muss, um die Schaffung von Euro-Stablecoins zu erleichtern.

"(Die Minister werden darüber sprechen), ob wir das richtige Gleichgewicht zwischen Risikominderung und der Forderung finanzieller Innovationen gefunden haben, ob wir unterstützender sein sollten, ob es regulatorische Aspekte gibt, die wir anpassen müssen, um die Entwicklung qualitativ hochwertiger europäischer Stablecoins besser zu fordern, und wie das alles mit dem digitalen Euro zusammenhängt", erklärte der Beamte.

"Dies ist ein sehr frühes Engagement. Es geht vor allem darum, das Thema in die Hände der Finanzminister zu legen, ihre Aufmerksamkeit zu gewinnen, erste Reaktionen einzuholen, und dann werden wir sehen, wie es weitergeht", so der Beamte abschließend.