Der für den Vorsitz der Federal Reserve nominierte Kevin Warsh hat die erforderlichen Unterlagen beim US-Senat eingereicht. Damit ist er einer Anhörung in der Kammer und seiner schließlichen Einsetzung als Nachfolger von Jerome Powell einen Schritt näher gekommen, berichtete CNBC am Montag unter Berufung auf zwei mit der Angelegenheit vertraute Quellen.

Reuters konnte den Bericht nicht unmittelbar verifizieren, und die Finanzoffenlegungen von Warsh waren bis zum späten Montagabend noch nicht auf der Website des US-Amtes für Regierungsethik veröffentlicht worden.

Ein Sprecher des Bankenausschusses des Senats, der in der Regel die Vorlage der Finanzberichte eines Nominierten verlangt, bevor ein Termin für eine Anhörung angesetzt wird, lehnte eine Stellungnahme ab.

Das Gremium verlangt von den Nominierten zudem das Ausfüllen eines Fragebogens, hat jedoch in der Vergangenheit gelegentlich Anhörungen anberaumt, ohne dass dieser Teil der Unterlagen bereits vorlag. Die Regeln des Ausschusses sehen eine Frist von fünf Werktagen für die Ansetzung einer Anhörung vor, sodass die nächste Woche der frühestmögliche Zeitpunkt für einen Auftritt von Warsh vor dem Ausschuss wäre.

Selbst wenn die Anhörung angesetzt ist, bleibt unklar, wie schnell Warsh vom gesamten Senat bestätigt werden könnte.

Ein einflussreicher republikanischer Gesetzgeber hat geschworen, die Bestätigung von Warsh zu blockieren, bis eine Untersuchung des Justizministeriums gegen Powell abgeschlossen ist. Dabei geht es um dessen Aufsicht über die Renovierungsarbeiten am Hauptsitz der Fed in Washington, D.C. Bisher gibt es kaum Anzeichen für Fortschritte in dieser Angelegenheit.

Obwohl ein Bundesrichter die Vorladungen des Justizministeriums für nichtig erklärt hat, da er die Untersuchung als einen kaum verschleierten Versuch wertete, Powell zur Senkung der Zinssätze oder zum Rücktritt zu drängen, hat das Ministerium angekündigt, gegen diese Entscheidung Berufung einzulegen.

Powells Amtszeit als Fed-Chef endet am 15. Mai. Er hat erklärt, dass er die Rolle "pro tem" (kommissarisch) weiter ausüben wird, falls Warsh bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht bestätigt und im Amt ist.