Der britische Leitindex FTSE 100 hat am Mittwoch leicht nachgegeben, belastet durch Verluste bei Finanzwerten. Im Vorfeld der mit Spannung erwarteten Zinsentscheidung der US-Notenbank in der kommenden Woche konnten hingegen Minen- und Energiewerte zulegen.
Der Blue-Chip-Index FTSE 100 schloss 0,1% im Minus, während der Midcap-Index FTSE 250 um 0,1% zulegte.
Industriemetallminenwerte stiegen um 3,3%, nachdem die Kupferpreise ein Rekordhoch erreicht hatten. Glencore kletterte um 6,3% und markierte damit ein Hoch seit über zehn Monaten, nachdem das Unternehmen angekündigt hatte, die Kupferproduktion bis 2035 auf 1,6 Millionen Tonnen steigern zu wollen.
Antofagasta legte um 4,9% zu, Anglo American gewann 2,5%.
Der Luft- und Verteidigungssektor verbuchte einen Anstieg von 1,4%, nachdem Russland mitteilte, dass Gespräche mit US-Vertretern in Moskau zu keiner Einigung über ein mögliches Friedensabkommen für die Ukraine geführt hätten. Rolls-Royce gewann 1,6%, Babcock International stiegen um 1,5%.
Energiewerte legten um 0,7% zu und folgten damit dem Anstieg der Ölpreise. BP verbuchte einen Gewinn von 1,3%.
Auf der Gegenseite verloren die schwergewichtigen Bankaktien 1,7%.
Die britische Finanzaufsicht kündigte an, die Aussetzung der Bearbeitung von Beschwerden im Bereich Autofinanzierung bereits am 31. Mai 2026 aufzuheben - zwei Monate früher als ursprünglich geplant. Zugleich wird ein Entschädigungsprogramm für Betroffene eines Missverkaufs-Skandals finalisiert.
Der Skandal, der bis ins Jahr 2007 zurückreicht, betrifft Kreditgeber wie Lloyds, Close Brothers und Barclays, denen vorgeworfen wird, in Autofinanzierungsverträgen überhöhte Zinssätze und zusätzliche Bonuszahlungen verlangt zu haben.
Lloyds Banking verlor 1,4%, Close Brothers und Barclays gaben jeweils rund 0,7% nach.
HSBC Holdings, die überraschend den bisherigen Interims-Vorsitzenden Brendan Nelson zum dauerhaften CEO ernannte, fiel um 1,6%.
Eine Umfrage zeigte, dass das Wachstum im britischen Dienstleistungssektor im vergangenen Monat zurückging und die Beschäftigung im Vorfeld des Haushalts der Regierung so stark schrumpfte wie seit Februar nicht mehr.
Der Pharmasektor insgesamt verlor 0,5%. Konsumgüterwerte wie Marks & Spencer sowie British American Tobacco gaben ebenfalls nach.
Unter den Einzelwerten fiel Sainsbury um 4,2%, nachdem ein Term Sheet offenlegte, dass der katarische Staatsfonds seinen Anteil an der Supermarktkette reduzieren will.
Die London Stock Exchange Group stieg um 1,4%, nachdem eine Vereinbarung mit OpenAI zur Integration von Finanzdaten und Analysen in ChatGPT bekanntgegeben wurde.

















