Finanzwissen: GmbH, NV, KGaA, Plc, SpA, Oyj, SGPS… worum geht es dabei?
Vielleicht haben Sie sich schon einmal gefragt, warum es an der Börse zwei Pharmaunternehmen mit demselben Namen gibt - Merck & Co., Inc. und Merck KGaA. Und was bedeuten eigentlich Kürzel wie "Inc." oder "KGaA"? Ebenso SE, Ltd., SpA… Ein Blick hinter die Abkürzungen, die meist am Ende von Unternehmensnamen stehen.
Zunächst zur oft gestellten Frage rund um Merck: Merck KGaA ist ein deutsches Unternehmen, gegründet 1668 – und damit kaum jünger als Saint-Gobain. Im Zuge der internationalen Expansion gründete Merck 1891 eine Tochtergesellschaft in den USA: Merck & Co. Während des Ersten Weltkriegs wurde diese 1917 im Rahmen antideutscher Maßnahmen verstaatlicht. Zwar konnte die Familie Merck das Unternehmen 1919 zurückerwerben, doch beide Gesellschaften blieben fortan unabhängig. Seither gilt: Merck & Co. darf den Namen „Merck“ in den USA und Kanada verwenden, während Merck KGaA die Rechte im Rest der Welt hält. Konflikte über diese Regelung gab es dennoch mehrfach – zuletzt 2016 im Vereinigten Königreich.
Das Kürzel „Inc.“ steht für „Incorporated“ und entspricht grob einer Aktiengesellschaft (AG): Das Unternehmen ist eine eigenständige juristische Person, und die Haftung der Eigentümer ist auf ihre Einlage begrenzt. Vergleichbare Formen sind:
Inc. oder Corp. (USA), z. B. Alphabet Inc.
AG (Aktiengesellschaft) in Deutschland und der Schweiz, z. B. Volkswagen AG oder Roche Holding AG
SA (Société Anonyme) in Frankreich, Belgien, Spanien, Portugal oder der Schweiz, z. B. Publicis Groupe SA
SpA (Società per Azioni) in Italien, z. B. ENI SpA
NV (Naamloze Vennootschap) in den Niederlanden, z. B. Adyen N.V.
PLC (Public Limited Company) im Vereinigten Königreich, z. B. Jet2 Plc
ASA (Allmennaksjeselskap) in Norwegen, z. B. Equinor ASA
A/S (Aktieselskab) in Dänemark, z. B. Novo Nordisk A/S
AB (Aktiebolag) in Schweden, z. B. Investor AB
Oyj (Julkinen osakeyhtiö) in Finnland, z. B. Nokia Oyj
Daneben existieren Kommanditgesellschaften, insbesondere in Deutschland verbreitet, oft bei familiengeprägten Unternehmen:
KG oder KGaA (Deutschland): Die KGaA kombiniert Elemente einer Kommanditgesellschaft mit denen einer Aktiengesellschaft, z. B. Merck KGaA
SCS / SCA (Frankreich) – einfache oder börsennotierte Kommanditgesellschaft
SAS / SAPA (Italien)
SCS / SCA (Spanien)
SCS (Portugal)
LP oder SLP (Großbritannien)
LP (USA), z. B. MPLX LP
KB (Schweden), KS (Norwegen), K/S (Dänemark), Ky (Finnland)
Auch Gesellschaften mit beschränkter Haftung sind verbreitet, wenn auch seltener börsennotiert:
SARL (Frankreich)
GmbH (Deutschland, Schweiz) – oft in Kombination mit KGaA, z. B. DWS Group GmbH & Co. KGaA
SRL (Italien)
SL (Spanien)
Lda (Portugal)
BV (Niederlande), z. B. Fastned B.V.
Ltd (Großbritannien)
LLC (USA)
ApS (Dänemark)
AS (Norwegen)
Oy (Finnland)
Schließlich gibt es noch einige speziellere Rechtsformen:
SGPS (Portugal): Holdingstruktur zur Verwaltung von Beteiligungen, z. B. Jeronimo Martins, SGPS
SE (Societas Europaea): europäische Aktiengesellschaft, z. B. Scor SE
S Corp (USA): steuerlich begünstigte Struktur, bei der Gewinne/ Verluste direkt den Gesellschaftern zugerechnet werden
PBC oder B Corp (USA): gewinnorientierte Unternehmen mit fest verankerten sozialen oder gesellschaftlichen Zielen, z. B. Veeva
Unternehmen mit besonderem Zweck (z. B. „Entreprise à mission“ in Frankreich oder „Imprese Sociali“ in Italien)
CIC (Community Interest Company) im Vereinigten Königreich
Partnership (USA): klassische Personengesellschaft, bei der Gesellschafter persönlich haften, mit Varianten wie LP oder LLP
Diese Übersicht erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und vereinfacht viele rechtliche Feinheiten. Sie bietet jedoch eine Orientierung, um die oft kryptischen Abkürzungen am Ende von Unternehmensnamen besser einordnen zu können.
Merck KGaA ist einer der weltweit größten Pharma- und Chemiekonzerne. Der Umsatz ist auf folgende Produktfamilien verteilt:
- Lösungen und Produkte für die wissenschaftliche und biotechnologische Forschung (42,6%);
- Pharmaprodukte (40,8%): verschreibungspflichtige Medikamente zur Behandlung von Diabetes, Diabetes, Krebs, Multipler Sklerose, Unfruchtbarkeit, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Erkrankungen des Zentralnervensystems, Entzündungskrankheiten usw.;
- Performance-Materialien für die Elektronikindustrie (16,6%): Halbleitermaterialien, Flüssigkristalle, Pigmente und Additive, organische Materialien auf Kohlenstoffbasis, usw.
Die geografische Verteilung des Umsatzes sieht aus wie folgt: Deutschland (4,8%), Schweiz (1,9%), Europa (23,7%), Vereinigte Staaten (24,8%), Nordamerika (1,3%), China (13,7%), Asien / Pazifik (19,2%), Lateinamerika (6,9%), Naher Osten und Afrika (3,7%).
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Investment
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Qualität der Veröffentlichungen
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ESG MSCI
ESG MSCI
Der MSCI-ESG-Score bewertet die Umwelt-, Sozial- und Governance-Leistung eines Unternehmens nach der Methodik von MSCI. Er ordnet das Unternehmen im Vergleich zu seinen Branchenkollegen auf einer Skala von CCC (sehr schwach) bis AAA (ausgezeichnet) ein. Dieser Score wird von Anlegern genutzt, um nicht-finanzielle Kriterien in ihre Entscheidungen einzubeziehen.