Pharmaunternehmen wie Eli Lilly, Pfizer, AstraZeneca und Roche haben US-Investitionen in Höhe von insgesamt rund 500 Mrd. USD angekündigt. Ziel ist es, die Infrastruktur zu stärken, Risiken in der Lieferkette zu minimieren und das Vertrauen der Investoren zu sichern.
Pfizer
Pfizer einigte sich am 30. September mit Präsident Donald Trump auf Investitionen in Höhe von 70 Mrd. USD in Forschung und Entwicklung sowie in die heimische Produktion. Im Gegenzug erhielt das Unternehmen eine dreijährige Schonfrist, in der seine Produkte von den gezielten Pharmatöllen befreit sind.
GSK
Der in London ansässige Arzneimittelhersteller plant, über einen Zeitraum von fünf Jahren 30 Mrd. USD in die US-Forschung und -Entwicklung sowie in die Infrastruktur der Lieferkette zu investieren.
Eli Lilly
US-Präsident Donald Trump erklärte im Januar, dass Eli Lilly den Bau von sechs Werken in den Vereinigten Staaten plane.
Lilly gab bereits im vergangenen Jahr bekannt, mindestens 27 Mrd. USD für den Bau von vier US-Werken aufwenden zu wollen, um die Produktion auszuweiten und die medizinischen Lieferketten zu stärken. Inzwischen hat das Unternehmen Details zu drei Standorten in Alabama, Virginia und Texas veröffentlicht.
Im Januar kündigte Lilly zudem den Bau einer 3,5 Mrd. USD teuren pharmazeutischen Produktionsstätte in Pennsylvania an – der vierte neue Standort im Rahmen der Bemühungen, die US-Produktion zu steigern.
Johnson & Johnson
Der Konzern plant, seine US-Investitionen in den nächsten vier Jahren um 25% auf insgesamt 55 Mrd. USD zu erhöhen. In den kommenden zehn Jahren sollen vier Werke entstehen, darunter eines in Wilson, North Carolina, und ein weiteres am Produktionsstandort von Fujifilm Biotechnologies (Tokio) in Holly Springs, North Carolina.
Im Juni teilte das Unternehmen mit, rund 1 Mrd. USD in Jacksonville, Florida, investiert zu haben, um die US-Produktion für sein Augenheilgeschäft zu stärken. Die neue Anlage soll laut J&J im Jahr 2028 voll einsatzfähig sein.
Roche
Der Schweizer Pharmakonzern kündigte im April letzten Jahres an, in den nächsten fünf Jahren 50 Mrd. USD in den USA zu investieren.
Einen Monat später folgte die Ankündigung einer zusätzlichen Investition von 550 Mio. USD für den Ausbau des Diagnostik-Produktionszentrums in Indianapolis. Die Expansion erstreckt sich über Indiana, Pennsylvania, Massachusetts und Kalifornien und soll mehr als 12.000 Arbeitsplätze schaffen.
Im Januar erklärte Roche, die Investitionen in seine Arzneimittelproduktion in Holly Springs, North Carolina, auf rund 2 Mrd. USD mehr als verdoppeln zu wollen – ursprünglich waren im Mai 2025 über 700 Mio. USD angekündigt worden.
AstraZeneca
Der britisch-schwedische Konzern wird bis 2030 50 Mrd. USD in die US-Produktion investieren. Mit den Mitteln soll eine neue Anlage für Wirkstoffe in Virginia finanziert werden – die größte Einzelinvestition des Unternehmens weltweit. Hinzu kommen Erweiterungen in Maryland, Massachusetts, Kalifornien, Indiana und Texas.
Das Unternehmen hat bereits mit Technologietransfers begonnen und steuert seine Lagerbestände im Jahr 2025 so, dass mögliche Zollauswirkungen minimiert werden. Das Management betonte, dass die Auswirkungen „sehr kurzlebig“ sein dürften.
Novartis
Der Schweizer Pharmariese plant, in den nächsten fünf Jahren 23 Mrd. USD für den Bau und Ausbau von zehn Standorten in den USA auszugeben. Dies umfasst sechs neue Produktionswerke sowie die Erweiterung des Forschungsstandorts in San Diego, wodurch voraussichtlich mehr als 1.000 Arbeitsplätze entstehen.
Sanofi
Der französische Konzern beabsichtigt, bis 2030 mindestens 20 Mrd. USD in den USA zu investieren, um Produktion und Forschung voranzutreiben. Sanofi plant, die Kapazitäten durch Direktinvestitionen in eigene Standorte sowie durch Partnerschaften mit anderen US-Herstellern auszubauen.
Finanzvorstand François Roger erklärte im Juli, dass potenzielle Zölle für 2025 voraussichtlich nur begrenzte Auswirkungen haben werden, da das Unternehmen bereits über ausreichende Lagerbestände in den USA verfügt.
Biogen
Der US-Arzneimittelhersteller wird weitere 2 Mrd. USD in seine bestehenden Werke in North Carolina investieren, um Kapazitäten für Gentherapien und Automatisierung zu schaffen. Das Unternehmen betreibt sieben Fabriken in diesem Bundesstaat; eine achte soll Ende 2025 den Betrieb aufnehmen.
Merck
Der US-Konzern hat mit dem Bau einer 3 Mrd. USD teuren Produktionsstätte in Virginia begonnen. Dies ist Teil einer über 70 Mrd. USD schweren Investitionsoffensive zum Ausbau der heimischen Fertigung sowie Forschung und Entwicklung.
Zudem fließen 1 Mrd. USD in ein neues Werk in Delaware zur Herstellung von Biologika und dem Krebsmedikament Keytruda, was die US-Produktion stärken und potenziell über 4.500 Arbeitsplätze schaffen soll. Im März wurde bereits eine 1 Mrd. USD teure Anlage am Standort North Carolina eröffnet.
Die Tiergesundheitssparte von Merck investiert zudem 895 Mio. USD in den Ausbau ihres Produktions- und Forschungsstandorts in Kansas, als Teil eines umfassenderen US-Investitionsprogramms von 9 Mrd. USD bis 2028.
CEO Robert Davis wies im Juli auf minimale Auswirkungen durch mögliche Zölle im Jahr 2025 hin und betonte, dass das Unternehmen durch Lagerbestandsmanagement und die Verlagerung der Produktion in die USA gut aufgestellt sei.
Amgen
Das US-Biopharma-Unternehmen plant 900 Mio. USD für den Ausbau seines Werks in Ohio ein, womit sich die Gesamtinvestitionen in diesem Bundesstaat auf 1,4 Mrd. USD erhöhen und 750 Arbeitsplätze entstehen. Im Dezember sagte das Unternehmen 1 Mrd. USD für den Bau eines zweiten Standorts in Holly Springs, North Carolina, zu.
Im September gab Amgen bekannt, mehr als 600 Mio. USD in ein neues Forschungszentrum am Hauptsitz in Thousand Oaks, Kalifornien, zu investieren.
Zudem fließen 650 Mio. USD in die Erweiterung der Arzneimittelherstellung in Juncos, Puerto Rico, wodurch fast 750 Arbeitsplätze entstehen sollen. Weitere 300 Mio. USD werden in das US-Produktionsnetzwerk investiert, um die Biologika-Anlage in Puerto Rico auszubauen.
Novo Nordisk
Das dänische Pharmaunternehmen erklärte im August, dass es durch seine starke US-Produktionsbasis gut gegen Zollrisiken gewappnet sei. Man beschrieb sich selbst als „sehr US-zentriert und auf die USA fokussiert“.
AbbVie
Der US-Konzern AbbVie gab im Januar bekannt, im Rahmen einer dreijährigen Vereinbarung mit der Trump-Administration zur Senkung der Arzneimittelpreise in den nächsten zehn Jahren 100 Mrd. USD in die US-Forschung und -Entwicklung zu investieren.
Mit elf Produktionsstandorten in den USA sieht sich das Unternehmen dank gezieltem Bestandsmanagement als „weitgehend geschützt“ vor etwaigen Zollauswirkungen in diesem Jahr.
Im Februar kündigte das Unternehmen zudem Investitionen von 380 Mio. USD für den Bau zweier Produktionsanlagen an seinem Campus in North Chicago, Illinois, an, um die Herstellung von Medikamenten gegen Fettleibigkeit und neurologische Erkrankungen zu unterstützen.
Gilead Sciences
Anfang des Jahres kündigte der Hersteller neue geplante Investitionen in Höhe von 11 Mrd. USD in den USA an, um die heimische Produktion und Forschung zu stärken. Damit steigt das zugesagte Gesamtvolumen auf 32 Mrd. USD.
Gilead gab im September bekannt, mit den Arbeiten an einem Zentrum für pharmazeutische Entwicklung und Produktion an seinem Hauptsitz in Foster City, Kalifornien, begonnen zu haben. Parallel dazu werden derzeit zwei weitere Standorte entwickelt.
Cipla
Der indische Arzneimittelhersteller baut seine US-Präsenz aus, indem er in Kapazitätserweiterungen für komplexe Atemwegsprodukte an seinen Standorten in Fall River, Massachusetts, und Central Islip, New York, investiert.
CSL
Das australische Unternehmen CSL gab im November bekannt, 1,5 Mrd. USD in den USA in die Herstellung von aus Plasma gewonnenen Therapien zu investieren und damit seine Präsenz in den nächsten fünf Jahren auszubauen.
Im März kündigte das Unternehmen die Erweiterung seiner Anlage für Plasmatherapien in Kankakee, Illinois, an, die bis 2031 betriebsbereit sein soll.



















