Anlässlich einer vom Financial Times organisierten Konferenz in New York äußerte sich Waldron optimistisch: „Ich denke, wir werden vermehrt sehen, dass Unternehmen, CEOs und Vorstände die Initiative ergreifen – ähnlich wie derzeit im Eisenbahnsektor.“
„Ich würde sagen, wir sind mehr als nur optimistisch. Das wachsende Interesse, das wir in unseren Gesprächen beobachten, stimmt uns wirklich zuversichtlich“, ergänzte er.
Ein prägnantes Beispiel für diese Entwicklung: Im Juli verkündete Union Pacific die Übernahme des Konkurrenten Norfolk Southern für 85 Milliarden US-Dollar. Ziel ist die Schaffung eines landesweit operierenden Schienengüterverkehrsunternehmens – von der Ost- bis zur Westküste der USA. Die Transaktion könnte die Logistiklandschaft im US-Güterverkehr nachhaltig verändern – vom Agrarsektor bis zur Automobilbranche.
Weltweit belief sich das M&A-Volumen in den ersten sieben Monaten des Jahres auf rund 2.600 Milliarden US-Dollar – der höchste Wert für diesen Zeitraum seit dem Pandemie-Höchststand im Jahr 2021.
Besonders dynamisch zeigt sich laut Waldron der Bereich der Private-Equity-gestützten Transaktionen – ein Trend, den auch Goldman Sachs im eigenen Dealflow registriert. „Wir nähern uns einem Punkt, an dem dieser Motor auf Hochtouren laufen dürfte“, so Waldron.
Zusätzlichen Auftrieb dürfte laut Waldron die Geldpolitik der US-Notenbank geben: Sinkende Zinsen würden den Kapitalkosten der Unternehmen entgegenwirken und M&A-Aktivitäten begünstigen.
Makroökonomisch äußerte sich Waldron zuversichtlich – insbesondere mit Blick auf die USA. Trotz geopolitischer Risiken und anhaltender Handelskonflikte zeige die amerikanische Wirtschaft eine „außergewöhnliche Widerstandskraft“. „Was auch immer die US-Wirtschaft durchmachen musste – sie marschiert weiter mit beachtlicher Stärke“, so Waldron.
Gleichzeitig warnte er vor der fiskalischen Schieflage der Vereinigten Staaten, die langfristig nicht tragbar sei. „Mittel- bis langfristig wäre es für die US-Wirtschaft und die Stabilität des Systems besser, wenn wir wieder Kontrolle über unsere Ausgaben erlangen würden“, sagte er.
Ein Bericht einer US-Haushaltsaufsichtsbehörde hatte im August prognostiziert, dass das US-Haushaltsdefizit in den kommenden zehn Jahren um knapp 1.000 Milliarden US-Dollar höher ausfallen werde als noch im Januar vom Congressional Budget Office geschätzt. Ausschlaggebend seien unter anderem neue Steuergesetze, zusätzliche Ausgabenprogramme sowie Zollerhöhungen.
Abschließend äußerte sich Waldron besorgt über potenzielle Hürden bei der globalen Rekrutierung von Fachkräften. Die US-Regierung unter Donald Trump plane eine einmalige Gebühr von 100.000 US-Dollar für neue H-1B-Visa – ein Vorhaben, das nicht nur Tech-Konzerne, sondern auch Banken treffen dürfte, die regelmäßig auf dieses Visaprogramm zurückgreifen.



















