Eine Gruppe von Investoren, die ein Vermögen von rund 12 Billionen EUR (14 Billionen USD) verwaltet, hat eine öffentliche Erklärung unterstützt, in der die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union aufgefordert werden, das Emissionshandelssystem (ETS) der Gemeinschaft während einer geplanten Revision nicht zu schwächen.

o Sechsundvierzig Unterzeichner appellieren an die EU-Spitzen, im Rahmen der im Juli anstehenden Überprüfung ein 'robustes und berechenbares' ETS zu fördern, und bezeichnen dies als 'entscheidenden Moment für Europas Wettbewerbsfähigkeit, Energiesicherheit und eine saubere industrielle Zukunft'.

o Zu den Unterzeichnern gehören unter anderem Allianz SE, L&G Asset Management, der Church of England Pension Board, Erste Asset Management, Sampension und Nordea Asset Management.

o Die Investoren weisen auf zentrale Punkte hin, die im ETS beibehalten werden müssen: Sicherstellung, dass die ETS-Obergrenze mit den Klimazielen der EU im Einklang steht, sowie transparente Regeln zur Aufrechterhaltung von Angebot und Knappheit, zur Begrenzung der Preisvolatilität und zur Gewährleistung der Marktliquidität.

o Zudem fordern die Investoren einen 'funktionsfähigen CO2-Grenzausgleichsmechanismus', um das Risiko von Carbon Leakage zu mindern und die CO2-Bepreisung in anderen Regionen voranzutreiben.

o Die Einnahmen aus dem ETS sollten unterdessen zur Unterstützung von Investitionen in die industrielle Dekarbonisierung und die Transformation des Energiesystems verwendet werden. Dabei müssten Unternehmen, die 'signifikante' Investitionen in die Dekarbonisierung tätigen, gefördert und gezielte sektorale Maßnahmen zum Abbau von Investitionshürden ergriffen werden.

o Ein internes Dokument der Europäischen Kommission, das Reuters am Mittwoch vorlag, deutet darauf hin, dass die kostenlosen Emissionszertifikate für die Industrie verlängert werden sollen, sofern diese im Gegenzug innerhalb der Union investiert.

o Walter Hatak, Leiter Responsible Investments bei Erste Asset Management, erklärte: 'Institutionelle Investoren sind auf berechenbare, langfristige politische Rahmenbedingungen angewiesen, um Kapital mit Zuversicht allokieren zu können. Eine Aufweichung des EU-ETS würde die regulatorische Unsicherheit erhöhen, das CO2-Preissignal verwässern und Gefahr laufen, jene Unternehmen zu bestrafen, die bereits in Elektrifizierung, saubere industrielle Prozesse und kohlenstoffarme Technologien investieren.'

($1 = 0,8658 Euro)