Während die Aktienmärkte – insbesondere in den USA – weiterhin starke Kursgewinne verzeichnen, konzentriert sich die Rally zunehmend auf wenige Segmente. Andere Bereiche des Marktes geraten dagegen ins Hintertreffen.

Seit mehreren Monaten wird der Aufschwung vor allem von Technologiewerten getragen, insbesondere von Halbleiterunternehmen, die von den Investitionen in Künstliche Intelligenz in Höhe von mehreren hundert Milliarden US-Dollar profitieren. Dagegen steht der zyklische Konsumsektor zunehmend unter Druck.

Nach Angaben der Bank of America notiert der Sektor relativ zum S&P 500 inzwischen sogar auf historischen Tiefständen.

 

Auch in Europa gehört der Konsum zu den schwächsten Marktsegmenten. Der Automobilsektor hat seit Jahresbeginn rund 12 % verloren. Noch stärker unter Druck steht jedoch der Luxusbereich. LVMH (-27 %) und Hermès (-24 %) zählen 2026 bislang zu den schwächsten Werten im EuroStoxx 50.

Die Luxusbranche kämpft bereits seit mehreren Jahren mit einer Wachstumsabkühlung. Gleichzeitig muss die Automobilindustrie US-Zölle, den gescheiterten Schwenk zur Elektromobilität sowie die zunehmende Konkurrenz aus China verkraften. Doch über diese branchenspezifischen Probleme hinaus spiegelt die Underperformance des Konsumsektors auch einen wirtschaftlichen Zyklus wider, der derzeit stärker von Investitionen als vom Konsum getragen wird.

Allein in diesem Jahr dürften die vier großen Hyperscaler rund 725 Mrd. US-Dollar in den Ausbau ihrer KI-Infrastrukturen investieren. Einige Konzerne streichen dafür sogar Arbeitsplätze, um ihre Investitionsprogramme finanzieren zu können – keine Entwicklung, die den Konsum stützen würde.

In den vergangenen Quartalen waren die KI-Investitionen der wichtigste Wachstumstreiber der US-Wirtschaft. Diese Dynamik spiegelte sich entsprechend auch an den Börsen wider.

Die geringe Begeisterung der Investoren für zyklische Konsumwerte könnte allerdings inzwischen auch Chancen eröffnen. Denn die Bewertungen haben sich in vielen Bereichen deutlich entspannt.